Lieber Schulden machen als Sparen

Von: Daniela Martinak
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Eine Spardose ist eine sinnvolle Anschaffung: Allerdings sollte es eine sein, die nicht so leicht zu öffnen ist, damit sie auch wirklich voll wird. Foto: Daniela Martinak

Nordkreis. Ein wenig Disziplin und ein paar Euro. Mehr braucht es eigentlich nicht. Doch der Wille zum Sparen scheitert in der Regel an der Disziplin, weiß Claudia Schmitz, Leiterin der Verbraucherzentrale in Alsdorf. „Jeder sollte für sich einmal überlegen, wo und wann er sinnlos Geld ausgibt.“ Sei es der Kaffee „to go“ in der Mittagspause, obwohl eine Kaffeemaschine in der Firma steht.

Oder das regelmäßig bestellte Essen anstatt auch mal selbst zu kochen. Mittwoch ist die beste Gelegenheit, sich Gedanken zu machen, wie und wo im Alltag gespart werden könnte. Denn Mittwoch ist Weltspartag. Der wurde im Oktober 1924 beim ersten Internationalen Sparkassenkongress in Mailand ins Leben gerufen, unter anderem, um auf die Bedeutung des Sparens für die Volkswirtschaften und den Einzelnen hinzuweisen.

Zehn Prozent als Faustregel

Aber dennoch: „Sparen ist ganz schön „out“ geworden“, sagt Claudia Schmitz. „Schade eigentlich, denn wenn jeder etwas zur Seite legen würde, ginge es bestimmt fast allen besser.“ Rettungsschirm und Wirtschaftskrise seien die passenden Stichworte dazu. In einer vergleichbaren „Krise“ stecke manch ein Otto-Normalbürger. Und das meist schon in der Jugend. Das Problem? „Die heutigen Verkaufs- und Werbemethoden“, erläutert Schmitz. Ratenzahlung, Leasing, Kaufverträge, die versprechen, das Geld erst zu einem späteren Zeitpunkt abzubuchen: „Alles das verleitet heutzutage dazu, Schulden zu machen. Aber wie will jemand sparen, wenn er mehr Geld ausgibt, als er besitzt?“, fragt sich die Verbraucherberaterin.

Spare in der Zeit, dann hast Du in der Not – das ist eine alte Volksweisheit. Dabei kommt es natürlich darauf an, in welcher Lebenssituation jemand steckt. Beraterin Schmitz ist jedoch überzeugt, dass eine dreiköpfige Familie mit Durchschnittseinkommen monatlich mindestens 150 Euro beiseitelegen könne. Mindestens zehn Prozent des Einkommens, so die Faustregel, sollten pro Haushalt zurückgelegt werden.

Zum Zwecke der Sparerziehung der nachwachsenden Generation heißt es für die Eltern vor allen Dingen, Konsequenz und Disziplin an den Tag zu legen. Schmitz: „Auch Kinder können schon früh lernen, dass sie erst sparen müssen, wenn sie sich einen Wunsch erfüllen möchten. Das geht schon im Kindergartenalter.“ Ein Haushaltsbuch könne wirkungsvoll helfen, die Ausgaben zu kontrollieren und die Finanzen im Griff zu halten. Obwohl das Image eines solchen Listenwerks angestaubt scheint – es dient der Existenzsicherung.

Anlageformen prüfen

Wer das übrig gebliebene Geld anlegen oder auf ein (Spar-)Konto einzahlen will, sollte sich gut über die zahlreichen Möglichkeiten bei den Geldinstituten beraten lassen. Die Verbraucherzentrale bietet regelmäßig Beratungsgespräche zu diesem Thema an, gibt Tipps und verrät die Tricks der Verkäufer.

Und: Zu viel sollte dann doch nicht in die Zukunft investiert werden. „Wir sprechen die Kunden oft auf abgeschlossene Versicherungen an. Ausbildungsversicherungen etwa, die Großeltern gerne für ihre Enkel abschließen, oder Sterbegeldversicherungen sind totaler Quatsch. Da werfe ich das Geld lieber in mein Sparschwein“, betont Schmitz. Oft nämlich zahle man bei solchen Anlageformen am Ende drauf. Also die Unterlagen zuvor genau prüfen lassen, rät sie. Das spare meist nicht nur Geld, sondern auch viel Zeit und Ärger. Dieses Geld sei dann wirklich in einem Porzellanschwein besser aufgehoben. Wenn die Wahl darauf falle, dann sollte es tunlichst eine Spardose ohne Deckel sein! Damit der Anreiz groß genug ist, sie erst zu knacken, wenn wirklich nichts mehr hineinpasst.

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