Liberale Linie wird vermisst: FDP-Vize Stefan Rohmann tritt aus

Von: Georg Pinzek
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Ratsmandat niedergelegt: Stefan Rohmann. Foto: Stefan Schaum

Alsdorf. Die Entscheidung ist dem Vize-Vorsitzenden der FDP in Alsdorf nicht leicht gefallen: Stefan Rohmann hat den Liberalen jetzt den Rücken gekehrt und wird auch sein Ratsmandat niederlegen. Lange habe er überlegt und gehofft, „dass insbesondere aus der Bundespolitik doch noch eine andere Richtung kommt“.

Dann die bittere Enttäuschung: „Nach Röslers Positionspapier war der Schritt für mich klar. Da ich keine parteiorientierte Politik mehr vertreten kann, war das der einzige richtige Schritt, da ich nicht persönlich sondern über die FDP-Liste in den Stadtrat gewählt wurde.“

Rohmann betont: „Ich finde es zwar sehr schade, da mir die politische Arbeit im Rat sehr am Herzen gelegen hat und insbesondere das Verhältnis unter den Mitgliedern im Ortsverband immer ein sehr gutes war. Allerdings bekam ich mehr und mehr Bauchschmerzen beim Gedanken daran, die liberale Linie des Bundesverbandes zu vertreten.

Eine Partei, die von 14 Prozent auf zwei Prozent fällt (Anm.: aktuell vier Prozent), hat ein klares Signal von den Bürgern erhalten.“ Das Scheitern der FDP führt Rohmann darauf zurück, dass sich die Partei nie öffentlich wirksam durchgesetzt habe.

Die FDP habe sich insbesondere nie gegen die Union in kritischen Punkten zur Wehr gesetzt. Rohmann übt Kritik an Westerwelle und Rösler: „Wer Steuersenkungen verspricht, der muss auch Steuern senken. Wer mehr Netto vom Brutto propagiert, der hat auch dafür zu Sorgen, dass die Menschen das auch auf ihrem Lohnzettel sehen können. Wer sich als Segen für den Mittelstand feiert, der sollte auch für die Belange des Mittelstands an vorderster Front kämpfen. Ich kann all diese Dinge nicht erkennen.“

Ein Rettungsboot sei nicht in Sicht. Haushaltskonsolidierung sei ein wichtiges Thema, aber es sollte nicht das einzige der Partei sein. Keiner verbinde die FDP mehr mit Bürgerrechten oder Bildungspolitik. Die FDP bleibe für viele die „Mövenpick-Partei“.

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