Lesung von Christoph Leisten: Verständnis für andere Lebenswelt

Von: ehg
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Christoph Leisten liest im Alten Rathaus Würselen aus seinem Prosaband „Argana. Notizen aus Marokko“. Razgar Karim begleitete die Lesung musikalisch auf der Saz, der arabischen Langhalslaute. Foto: Wolfgang Sevenich

Würselen. Dass der Prophet angeblich nichts in seinem Land gilt, das wurde erneut widerlegt, als der Lyriker und Prosaautor Christoph Leisten sein Buch „Argana“ auf Einladung des Förderkreises Stadtbücherei mit Unterstützung der Buchhandlung Schillings im Alten Rathaus vorstellte.

Es freute den Vorsitzenden Ulf Dreßen, zahlreiche interessierte Leser dort begrüßen zu können, die Leisten mit auf eine lange Reise durch das nordwestliche afrikanische Land Marokko nahm. Sein Buch verwebt Erfahrungen, Beobachtungen und Begegnungen aus fast dreieinhalb Jahrzehnten des Reisens durch ein mittlerweile sehr vertrautes Land zu einem feinsinnigen poetischen Erzählgeflecht.

Leisten weiß nach 35 Reisen, die er seit 1982 nach Marokko unternahm, eine Menge zu erzählen, spannend und farbig. Dabei schlägt er als Brückenbauer zwischen zwei Kulturen seine Zuhörer so sehr in seinen Bann, dass diese förmlich an seinen Lippen kleben. Sie lassen sich vereinnahmen von den vielfältigen Eindrücken und Erfahrungen, die der Würselener Literat auf seinen Reisen gewann und machte.

Vorurteile und Ängste gegenüber der islamischen Kultur nach den Anschlägen des sogenannten islamischen Staates und den Ereignissen in Köln werden abgebaut. Denn Humanität und Toleranz seien feste Bestandteile der Menschen, die ihren Glauben in Marokko leben. Verständnis für eine andere Lebenswelt in einer faszinierenden Landschaft wird geweckt.

Auch wenn vieles, wie das, was an dem Fleischerhaken baumelt, für ihn zunächst gewöhnungsbedürftig gewesen sei. Leisten offenbart, warum viele Europäer die islamische Religion, wie sie in diesem arabischen Land gelebt werde, für anachronistisch hielten.

In einer Zeit, in der die arabische und insbesondere auch die maghrebinische Welt mehr und mehr ins Kreuzfeuer geraten ist, wirbt er in seinem zweiten Buch „Argana, Notizen aus Marokko“ für einen vorurteilsfreien Blick auf diese Kultur und auf die Menschen, die ihr entstammen.

Nach einer Stunde Lesung attestierten ihm die zahlreichen Literaturfreunde durch ihren freudigen Beifall, dass Christoph Leisten nach seinem ersten Prosaband „Marrakesch, Djemaa el Fna“, der sogar ins Arabische übersetzt worden ist, auch der zweite literarische „Wurf“ gelungen ist. Erschienen ist auch das zweite Prosawerk im Rimbaud Verlag.

Musikalisch begleitet wurde die Lesung kongenial von dem in Kurdistan (Nordirak) geborenen Razgar Karim, einem Meister der arabischen Langhalslaute Saz. Er bereitete virtuos den Boden für eine langjährige Reise durch ein islamisches Land im Norden von Afrika.

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