Lesebühne im Fördermaschinenhaus: Wolfgang Rosen präsentiert neues Buch

Von: Philipp Baumanns
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Nachdenkliche Texte und die passende Musik dazu: (v.l.) Wolfgang Rosen, Autor und Vorstandsmitglied der Alsdorfer Lesebühne, Sängerin Renée Knapp und Liedermacher Peter Horton im einfühlsamen Zusammenspiel. Foto: Philipp Baumanns

Alsdorf. Schon das abgedunkelte blaue Licht und die sphärischen Klänge aus den Lautsprechern erzeugten eine geheimnisvolle, melancholische Grundstimmung. Bereits vor Beginn der Lesung herrschte ein wenig Betroffenheit im Publikum. Doch das soll nicht negativ klingen.

Die Zuschauer wussten, auf was sie sich einließen. Erzählungen vom Tod eines guten Bekannten, Freundes oder Verwandten, so ganz ohne Trauer und Tränen? Wie soll das gehen? Es geht gar nicht und würde dem Thema keinesfalls gerecht.

„Der Novize der Ewigkeit: Das Leben von Jo, vor und nach dem Tod” heißt das neue Buch von Wolfgang Rosen, das er im Fördermaschinenhaus des Energeticon druckfrisch präsentierte - in einer inszenierten Lesung, gemeinsam mit Musicaldarstellerin Renée Knapp und Liedermacher Peter Horton, der mit vielen ausgesuchten Musikstücken für die passende Stimmung sorgte.

Den Anfang machte Peter Horton: Er „badete” die Zuschauer in harmonischen Klängen, zeigte ihnen die „Kostbarkeit der leisen Töne”, wie er selbst erklärte. Dabei sei Musik nie etwas Negatives, vielmehr eine Form der Heilung: „Um depressiv zu werden, braucht man keine Künstler: Die täglichen Berichte in der Tageszeitung reichen mir vollkommen. Ich will den Menschen etwas anderes bieten.”

Dann kamen Wolfgang Rosen und Renée Knapp auf die Bühne: „Jetzt war er tot. Seit wann, wusste er nicht genau, aber hatte lange gekämpft”, lesen Rosen und Knapp im Wechsel aus großen, schwarzen Textmappen. Von Horton begleitet mit leisen Gitarrenklängen, schlagen diese ersten Worte ein wie Bomben, denn die Geschichte hat einen realen Hintergrund: Rosen erzählt von Jo, einem Schulfreund, der im August 2007 gestorben ist.

Das Buch erzählt von Jos Weg in den Himmel, wie sein Leben nach dem Tod weitergeht. Doch bis er dort ankommt, muss er noch vieles lernen - er ist der Novize der Ewigkeit. Kaum ein Zuschauer blieb unberührt von den Texten. In der Stille zwischen den massiven Maschinen, die so wirken, als wären sie für die Ewigkeit gebaut, über die Vergänglichkeit des Lebens zu sprechen, das passte: Gegensätze ziehen sich an.

„Der Novize der Ewigkeit” ist im Verlag der Alsdorfer Lesebühne erschienen. Bereits am 23. April ist die Lesebühne wieder im Fördermaschinenhaus zu Gast. Dann gibt es dort einen Krimiabend.
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