Leiter der Jugendkunstschule „Aber Hallo“ verabschiedet

Von: Stefan Schaum
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Bei „Aber Hallo“ geht es nie um Farben und Bastelzubehör allein: Die Fantasie steht im Mittelpunkt, auch beim Abschied des langjährigen Leiters der Jugendkunstschule, Claus Jürgen Klüglich (mit schwarzem Shirt und roter Brille). Foto: Stefan Schaum

Alsdorf/Baesweiler. Als Leiter hat er sich oft und gern ganz klein gemacht. „Ich hab‘ selbst mit 64 Jahren keine Probleme, beim Basteln mit Fünfjährigen auf dem Boden rumzurutschen“, sagt Claus Jürgen Klüglich. Mit Kindern muss man stets auf Augenhöhe arbeiten, das war immer sein Credo.

Auch beim Abschied von der Jugendkunstschule „Aber Hallo“ hat er das so gehalten. Da hat Klüglich noch einmal ausgiebig gebastelt. In einem Workshop mit Kindern und Eltern, mit langjährigen Weggefährten und denen, die den Laden künftig schmeißen werden. Ein Abschied mit viel Spaß – und der Aussicht auf viele weitere gute Jahre.

„Ein echtes Privileg“

Dieser Job sei „echt ein Privileg gewesen“, sagte Klüglich. Eine Stelle, auf der man auch als studierter Sozialpädagoge und Kulturmanager wie er nicht einfach so landet. Ein Glücksfall. „So direkt und kreativ mit Kindern und Jugendlichen arbeiten zu können – das ist schon was ganz Besonderes!“ Und das soll jetzt nicht so ganz enden, wie man vorwegnehmen darf. Denn auch im offiziellen Ruhestand will Klüglich bei „Aber Hallo“ den ein oder anderen Workshop oder eines der Ferienateliers betreuen, die er einst ins Leben rief.

22 Jahre hat Klüglich in Busch verbracht, zu den Kleineren kam er über die etwas Größeren, denn zunächst leitete Claus Jürgen Klüglich das Jugendzentrum bei „Aber Hallo“. Dort hat er die bis heute lebendige Tradition der Filmprojekte gestartet. Viel Aufmerksamkeit hat das eingebracht, denn so mancher Dokumentar- oder Spielfilm, der in Busch entstand, hat bundesweit Preise abgeräumt. „Sie haben ein Händchen dafür, Jugendliche vor und hinter der Kamera im Umgang mit den Medien vertraut zu machen“, lobte Alsdorfs stellvertretender Bürgermeister Friedhelm Krämer im offiziellen Teil des Programms, der der großen Bastelrunde in der Turnhalle der ehemaligen Grundschule Busch folgte. Diese Halle ist das letzte, das davon noch steht. Ringsum ist schon so manches neue Eigenheim bezogen worden.

Nachfolger ist Müller-Hermes

Doch bei „Aber Hallo“ in der Halle geht es noch so lange weiter, bis die Jugendkunstschule die neuen Räume im Kultur- und Bildungszentrum beziehen kann. Voraussichtlich nach dem Sommerferien 2017 könnte es soweit sein.

Nachfolger von Klüglich als Leiter der Jugendkunstschule ist Alexander Müller-Hermes und hier wiederholt sich Geschichte, denn auch der 36-Jährige war zuvor Leiter des Jugendzentrums von „Aber Hallo“. „Wir machen das jetzt die nächsten 20 Jahre“, sagte Hermes augenzwinkernd, der gemeinsam mit Roland Clemens, dem Vorsitzenden des „Aber Hallo e.V.“, die Zukunft anpackt. Durchaus erfolgreich könnte die sein, wie bisher. Während die meisten übrigen in den Gründungstagen von „Aber Hallo“ gegründeten Jugendkunstschulen längst geschlossen sind, ist die Nachfrage in Alsdorf nach wie vor groß. Und nicht nur dort. „Vor acht Jahren hatte die Stadt Baesweiler das Vertrauen, uns eine kleine Werkstatt mit ganz eigenem Charakter zu ermöglichen“, erinnerte Klüglich in seinen Abschiedsworten an den räumlichen Beginn in der obersten Etage des Bergfoyers im Carl-Alexander-Park.

Zwei Standorte, ein Konzept: kleine Gruppen, möglichst viel Fantasie. Bei „Aber Hallo“ geht es nie um Farben und Bastelzubehör allein. Ob in versunkenen Kontinenten, die bei „Aber Hallo“ entstanden sind, bei Pyramiden oder ganzen Städten aus Pappe – Claus Jürgen Klüglich hat stets Wert auf Geschichte und Geschichten gelegt. Kindern spielerisch Teile der Weltgeschichte nahezubringen, auch dafür hat er ein Händchen. Er selbst habe dabei viel von den Kleinen gelernt. „Die Kinder haben mich gelehrt, stets neugierig auf die Welt zu bleiben!“

Jetzt, da er mehr Zeit hat, will er die Welt vor allem mit seiner Kamera entdecken. Die Fotografie war stets sein Steckenpferd, etliche Bilddokumentationen der „Aber Hallo“-Workshops zeugen davon. Künftig will er die künstlerische Fotografie mehr in den Fokus seiner Arbeit rücken. Und möglichst oft mit Angeboten für Kinder zu Gast bei „Aber Hallo“ sein. So wie er das kennt: auf Augenhöhe.

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