Lehrermangel: Welche Lehren man aus der Studie zieht

Von: Marie Eckert
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Auch in den Kommunen im Nordkreis muss man sich mit den wohl steigenden Schülerzahlen auseinandersetzen. Foto: dpa

Nordkreis. Vor einigen Tagen sorgte eine Studie der Bertelsmann-Stiftung für Aufsehen: Demnach soll die Schülerzahl nicht wie zuvor von der Kultusministerkonferenz (KMK) angenommen sinken, sondern erheblich steigen. Bundesweit ist in der Studie von 300.000 Schülern mehr bis 2025 und Zehntausenden Lehrern zu wenig die Rede. Die Gründe: Mehr Geburten, Zuwanderung und Neubürger.

In den Kommunen im Nordkreis ist der Umgang mit dieser Information unterschiedlich. In Würselen zeigte man sich kaum überrascht: „Wir haben das in unserem Konzept schon alles berechnet, bevor die Stiftung es gesagt hat“, sagte Herbert Zierden, Fachdienstleiter für Schule, Jugend und Soziales bei der Stadt. „Der prognostizierte Anstieg der Schülerzahl deckt sich mit dem, was wir bemerkt haben.“

Schon Anfang des Jahres hätte die Stadt entsprechend ihre Zahlen überprüft und in Zusammenarbeit mit den Schulen „recht präzise“ angepasst - basierend auf der Zuwanderung und den in Würselen gemeldeten Kindern. So sei man in den Vorjahren mit 14 Eingangsklassen in den Grundschulen gestartet, im Schuljahr 2017/2018 seien es 16 – und das wird in den kommenden Jahren, zumindest bis 2022, beibehalten. „Die Steigerung hat also bereits stattgefunden“, betonte Zierden.

Auch in Baesweiler sei das Thema kein neues, sagte Bürgermeister Dr. Willi Linkens. Eine Prognose gibt es noch nicht, aber: „Wir können sicher sagen, dass in den Grundschulen ausreichend Kapazitäten vorhanden sind.“ Selbstverständlich gibt es einen Schulentwicklungsplan, der müsse aber überarbeitet werden. „In den neuen Baugebieten werden auch junge Familien mit Kindern einziehen, da können wir im Moment nur schätzen.“ Das und auch die Asylbewerber seien aber berücksichtigt. „Wir sind gerüstet“, betonte Linkens.

In Alsdorf stammt der aktuelle Schulentwicklungsplan aus dem Jahr 2015, von städtischer Seite heißt es, dass der nun demnächst überarbeitet werden müsse. Einen ebensolchen Plan gibt es auch in Herzogenrath. Er stammt aus dem Jahr 2016 und wird jährlich überarbeitet.

Überrascht über das Mehr an Schülern zeigte man sich von städtischer Seite, ähnlich wie auch in Würselen, nicht. „Dass die Schülerzahlen steigend sind, zeichnet sich seit dem vergangenen Jahr schon ab“, sagte Josef Poqué, Leiter des städtischen Amtes für Schule, Sport und Kultur. Das heißt: Im aktuellen Schulentwicklungsplan sind die steigenden Schülerzahlen schon eingerechnet, trotzdem wird der Plan in diesem Jahr erneut aktualisiert.

„Die höheren Zahlen rühren auch bei uns von den Flüchtlingszuläufen und dem veränderten Geburtenaufkommen“, erklärte Poqué. Probleme sieht er vor allem im Bereich der Raumkapazitäten. „Das müssen wir stemmen.“

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