Leerstehende Ladenlokale werden zu Wohnungen für Flüchtlinge

Von: Beatrix Oprée
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Schallgedämmte Mauern, neue Tür- und Fensterdurchbrüche: Franz-Josef und André Kochs mit dem Plan, der die beiden Ladenlokale in dem Eckhaus am Grenzweg in drei Wohnungen verwandelt. Die Handwerker haben derweil gründliche Arbeit geleistet. Weitere Projekte dieser Art sollen folgen. Foto: Beatrix Oprée
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Schallgedämmte Mauern, neue Tür- und Fensterdurchbrüche: Franz-Josef und André Kochs mit dem Plan, der die beiden Ladenlokale in dem Eckhaus am Grenzweg in drei Wohnungen verwandelt. Die Handwerker haben derweil gründliche Arbeit geleistet. Weitere Projekte dieser Art sollen folgen. Foto: Beatrix Oprée

Alsdorf. Unattraktive Leerstände mit allen ihren negativen Folgeerscheinungen sind in vielen Innenstädten zum Problem geworden. Gleichzeitig gehen den Kommunen die Unterkünfte für Asylbewerber aus.

Ein Bauprojekt, das zur Zeit in Alsdorf Formen annimmt, könnte vor diesem Hintergrund Modellcharakter annehmen: die Umwandlung unvermietbarer Gewerbeflächen in bedarfsgerecht ausgestatteten Wohnraum für Flüchtlinge.

Jahrelang haben die beiden Ladenlokale am Grenzweg leergestanden, 60 und 100 Quadratmeter groß. Interessenten wollten sich keine mehr finden, schließlich ergriff die Hausbesitzerin Initiative im Sinne eines Umbaus. Bei Bauunternehmer Franz-Josef Kochs rannte sie offene Türen ein. Der stand in Kontakt zu Bürgermeister Alfred Sonders und wusste um dessen händeringende Suche nach Wohnungen für Flüchtlinge.

Für Kochs und seinen Sohn André eine neue Herausforderung. Sie erwarben das hell verklinkerte Mehrfamilienhaus: „Wir wollen den Flüchtlingen, die Schreckliches erlebt haben, einfach helfen“, sagt Kochs. „Es soll ihnen hier gut gehen. Man stelle sich nur vor, man müsste selbst seine Heimat verlassen ...“

Barrierefrei

Wo bis vor kurzem leere Schaufenster waren, sollen bald Menschen einziehen. Drei Wohnungen werden in den ehemaligen Geschäftsräumen entstehen, geeignet für eine Wohngemeinschaft sowie jeweils zwei Personen, etwa Ehepaare oder Elternteile mit Kind. Barrierefrei ausgebaut, mit ebenerdig angelegten Duschen in den Bädern, neuen Thermopanefenstern, Rolladen und separaten Eingängen.

Geschickt wurden die räumlichen Zuschnitte angepasst, entsprechend massive Schallschutzwände eingezogen und neue Fenster zum Innenhof hin durchgebrochen.

Der Hof selbst, bislang Abstellfläche für die Mülleimer, soll zum Terrassenbereich umfunktioniert werden. „Man kann den neuen Mietern, die ihre Fenster dann ja direkt daneben haben, nicht den Geruch von Müll zumuten“, sagt Kochs. So entsteht neben einer Waschküche auch ein abgetrennter Raum für die Abfalltonnen.

Wichtig ist Vater und Sohn Kochs, dass die neuen Mitbürger mitten in der Stadt leben: „Die Wege zur VHS, ins Rathaus und anderen Institutionen sind dann kurz.“

Nicht nur als Vermieter – mit ortsüblichem Mietzins, gemäß Vorgaben der Jobagentur – wollen sich die Bauherren künftig engagieren, sondern auch Ansprechpartner und Betreuer sein. „Wir schließen eigens Haftpflichtversicherungen für die Flüchtlinge ab“, sagt Kochs.

„Und immer, wenn wir eine Gruppe von acht bis neun Leuten zusammen haben, vermitteln wir einen Deutschkurs. Denn die Sprache zu lernen, ist die Basis für alles andere.“ Fürs Erste wird im Büro von Hausverwalter André Kochs Englisch, Französisch und Spanisch gesprochen.

„Unser Ziel ist, bis 2016 rund 40 bis 50 Immigranten im Nordkreis mit modernem Wohnraum zu versorgen“, gibt Kochs vor. Weitere geeignete Immobilien aufzukaufen und gemustert am Projekt Grenzweg auszubauen, gehört folglich zu einem größer angelegten Gesamtkonzept.

Stadtbild verbessern

„Natürlich kenne ich auch Leute, die alte Häuser kaufen, um sie dann teuer zu vermieten“, wirft er ein und versichert: „Das ist keinesfalls unsere Vorgehensweise. Wir wollen helfen und zudem einen Anteil daran leisten, dass sich das Stadtbild verbessert.“

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