Lautloser Flitzer verstärkt den Bauhof

Von: Beatrix Oprée
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Setzen auf Elektromobilität:
Setzen auf Elektromobilität: (v.l.) Herbert Pagel, Christoph von den Driesch, Bernd Sauren, Markus Schlösser sowie Thomas Klee vom Fachbereich Zentrale Verwaltungsaufgaben. Foto: Beatrix Oprée

Herzogenrath. Den Bürgermeister überkamen Reminiszenzen an Jugendjahre: „Autoscooterfahren ist das gleiche Gefühl”, verkündete Christoph von den Driesch strahlend nach seiner ersten elektromobilen Fahrt. Ein wenig Mühe hatte er angesichts seiner Körpergröße schon, sich hinters Steuer des kleinen Flitzers zu falten.

„Airdream” heißt das neue blütenweiße Gefährt, das dank 10.000 Euro schwerer Unterstützung durch den örtlichen Energieversorger Enwor für den städtischen Fachbereich Bau und Betrieb angeschafft werden konnte. Der Dank des Bürgermeisters war Enwor-Geschäftsführer Herbert Pagel gewiss, der zur offiziellen Übergabe gekommen war. Roda wirbt für sich als „innovativem Wohn -und Wirtschaftsstandort”, Aktivitäten für den Klimaschutz stehen deshalb oben auf der Agenda.

50.000 Euro hatte der Rat aufgrund der guten 2011er Haushaltszahlen zwecks Elektromobilisierung des städtischen Fuhrparks in den Etat eingestellt, für die zwei angestrebten Wagen hätte dies angesichts des stattlichen Neupreises von über 34.000 Euro nicht ausgereicht.

120 Kilometer Reichweite

Der Neue „leistet genau, was wir brauchen”, sagt Bernd Sauren, Fachbereichsleiter Zentrale Verwaltungsaufgaben. Auf Kurzstrecken ist das Miniauto ausgelegt. „Wir fahren damit zum Beispiel Baustellen ab”, erläutert Markus Schlösser, Fachbereichsleiter Bau und Betrieb. Auf 120 Kilometer Reichweite kommt der Flitzer, je nach Fahrweise, versteht sich. Durch die eingebaute Recharger-Funktion kann man nämlich durchaus ein paar Kilometer mehr herausschlagen, indem man den Wagen vor Ampeln oder im Gefälle einfach rollen lässt.

Im Winter hingegen können der Betrieb von Heizung, Sitzheizung oder Heckheizung den Aktionsradius gewaltig einschränken. An den vergleichsweise kurzen Reichweiten, gekoppelt mit der bisher geringen Dichte an Ladestationen kombiniert mit den relativ hohen Anschaffungspreisen liegt offenbar die bisher geringe Akzeptanz der E-Mobile begründet. Wenn auch die regionale Mobilität an sich eine politische Aufgabe sei, so hakt Enwor-Geschäftsführer Pagel ein, so sehe es sein Unternehmen als eine der Hauptaufgabe an, im wachsenden Maße regenerative Energien zur Verfügung zu stellen.

Einen Anteil von 50 Prozent selbst produzierter regenerativer Energien soll das Erzeugungsportfolio der Enwor bis 2014 enthalten. Einhergehend mit der entsprechenden Netz- und Regeltechnik, um die neuen Potenziale auch nutzen zu können.

Fünf Millionen in Deutschland zugelassene E-Fahrzeuge bis zum Jahr 2030, lautet seine Vision. Bisher sind in der ganzen Städteregion 100 registriert, davon gerade einmal „eine Handvoll” zum privatem Nutzen. Pagel: „Wir müssen die Öffentlichkeit sensibilisieren.” Die Aufrüstung des ÖPNV-Schnittpunkts am Eurodebahnhof in Herzogenrath-Mitte um eine Ladestation soll einer der nächsten Schritte sein - als sinnvolle Ergänzung zur jüngst erst von der Enwor auf dem Dach der Park & Ride-Palette errichteten Photovoltaik-Anlage.

Langfristig müsse die E-Mobilität in der Breite aber mit dem entsprechenden Komfort für den einzelnen Nutzer einhergehen. Will heißen: Das Fahrzeug abends in die Garage fahren und - möglichst mittels Induktion - am nächsten Morgen „vollgeladen” wieder starten zu können, müsse zum Standard werden. Pagel: „Die Technologien dazu sind in Vorbereitung.” Auch für Leute ohne Garage...

Stimmen die Voraussetzungen, ist Pagel überzeugt: „E-Mobilität wird sich durchsetzen.” Hier kann er auf die guten Erfahrungen mit dem noch laufenden Pedelec-Projekt. Und die durchaus bei Menschen gesetzteren Alters: „Über 90 Prozent sind von Leuten im Alter 55+ erworben worden.” Ein Motor am Fahrrad erhöht eben den (Fitness-)Aktionsradius.
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