Lauter Protest vor Rodas Rathaus

Von: mabie
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Shirts mit Botschaft: Die Kinder hoffen darauf, bald wieder in die Kita zu dürfen. Foto: Markus Bienwald

Herzogenrath. Laut war es in jedem Fall bei der Kundgebung der drei städtischen Kitas vor dem Herzogenrather Rathaus. Doch nicht bloß gut bei Stimme waren die Eltern – sondern auch stark in ihrer Meinung, dass sich bei der Bezahlung der vielfältigen Arbeit, die von Erziehern etwas ändern muss. Zahlreiche Eltern, Kinder und betroffene Mitarbeiter hatten sich vorm Rathaus versammelt.

„Ich bin beeindruckt, dass in kurzer Zeit so viele Leute zusammengekommen sind“, freute sich Sylvia Nogayski, Leiterin der Kita am Wasserturm in Merkstein. Es wären womöglich noch mehr gekommen, wenn nicht viele der Herzogenrather Kolleginnen zur Großdemo in Frankfurt gereist wären, wo sich 16 000 Streikende zusammenfanden. Dafür aber gab es spontane Unterstützung von Alsdorfer Streikenden, die als kleine Gruppe zu Rodas Rathaus gekommen waren. Der Chef der Verwaltung, Christoph von den Driesch, konnte aus terminlichen Gründen nicht vor Ort sein, doch die Erste Beigeordnete Birgit Froese-Kindermann betonte in ihrer Ansprache vor allem, dass in Sachen Erziehung in Roda hervorragende Arbeit geleistet werde.

„Die Arbeit in den Kitas hat nichts mit Kinderaufbewahrung zu tun, sondern ist der erste Baustein im Leben und dient dem Austausch mit anderen Kindern“, sagte sie. Soweit, so bekannt – doch abseits eines allgemeinen Lobes für die Arbeit in den Einrichtungen konnte sie wenig zu den Tarifverhandlungen sagen. Dies sei schließlich Sache des kommunalen Arbeitgeberverbandes, dem auch die Stadt Herzogenrath angeschlossen sei. „Aber ich bin sehr zuversichtlich, dass die nächsten Verhandlungstage zu einem Ergebnis führen, das beide Parteien wieder an einen Tisch führt.“

Wie sich der Streik und die damit gerissene Lücke in der Kinderbetreuung auf Eltern auswirken können, schilderte Daniela Leloup, die als Mutter gezwungen ist, viele Ausweichregelungen zu treffen. „Das ist ganz schön kompliziert“, sagte sie am Rande der Veranstaltung, „denn viele müssen ihren Jahresurlaub aufbrauchen, und so langsam machen es die Arbeitgeber auch nicht mehr mit.“ Zwar betonte sie das grundsätzliche Verständnis der Eltern für die Streikenden, aber sie schilderte auch, wie schwierig es für die Eltern sei, die Streikzeit zu überbrücken. So forderte sie in einem an die Verwaltung übergebenen Brief mit 25 Unterschriften die Rückerstattung der während der Streikzeit gezahlten Elternbeiträge.

„So langsam geht es nicht mehr“, sagte sie. Es gebe schon Eltern, die angesichts verständnigsloser Chefs um ihren Job bangen müssten. „Es ist schade, dass der Konflikt auf dem Rücken der Kinder ausgetragen wird“, sagte Erzieherin Jennifer Thomas von der Villa Kunterbunt in Straß. Dennoch sei es unumgänglich, eine Aufwertung und Honorierung der Arbeit in den Kitas anzugehen. „Wir leisten täglich wertvolle und verlässliche Arbeit“, betonte sie. „Diese Arbeit hat sich seit 1991 grundlegend geändert“, unterstrich Thomas, „dem muss Rechnung getragen werden.“

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