Laute Party war ein „Ausrutscher”

Von: Stefan Schaum
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Der Rest vom Fest: Ein paar Hinterlassenschaften erinnerten auch gestern Morgen noch an die große Party am Alsdorfer Weiher. Foto: Stefan Schaum

Alsdorf. „Wir sind nicht so ganz glücklich damit, wie das gelaufen ist.” Die lautstarke Beschallung einer House-Party am Alsdorfer Weiher, die am Pfingstsonntag viele überraschte Anwohner in Ofden auf die Barrikaden getrieben hatte, beäugt Ernst Erasmus am Dienstag kritisch.

„Das wird es in dieser Form sicher nicht noch einmal geben”, sagt der Prokurist der Alsdorfer Freizeitobjekte-Gesellschaft, die auch das Gelände am Weiher bewirtschaftet.

Der Hintergrund: Von 14 bis 22 Uhr hatten gut 800 Besucher auf einer Wiese am Bootsverleih gefeiert. Bis zu 100 Dezibel wurden dort gemessen, um die 50 waren es immerhin noch in Ofden. „Es gibt wohl Leute, die sich davon gestört gefühlt haben”, räumt Oliver Bergrath, Pächter des Kahnweihers und Betreiber der Strandbar „Boots-House”, ein. Was er bedaure. Doch sei das Event an sich eine richtig gute Sache gewesen. Er hatte die vor einem Jahr am Eschweiler Blausteinsee gestartete Veranstaltungsreihe „Seltsames Verhalten” nach Alsdorf geholt. Auch, „um neues Publikum anzuziehen. Einige Leute sind sicher erstmals in diesen Teil der Städteregion gekommen, die den Tierpark vielleicht später noch einmal besuchen wollen.”

Kritik habe er während der Veranstaltung nicht gehört. Im Gegenteil. „Unter den Gästen waren auch viele ältere Besucher jenseits der 50. Denen hat es gut gefallen.” Und am Zaun habe er mit so manchem Anwohner gesprochen, der sich ganz offen gezeigt habe für diese Veranstaltung, die ausdrücklich eine Ausnahme gewesen sei. „Unsere Strandbar ist sonst keine Disco und soll es nicht sein. Da geht es ganz entspannt bei ruhigen Klängen zu.” Dass es eine Ausnahme war, hofft auch Stefan Hanrath. Denn die Party hatte dem neuen Pächter des Hauses Broichtal, gleich oberhalb des Weihers gelegen, das Eröffnungswochenende ordentlich bedröhnt. „Privat finde ich solch ein Event zwar gut”, sagt er, „doch zur Gastronomie passt es nicht”. Vor allem ältere Besucher seien „richtig irritiert” gewesen. Des öfteren habe er Gästen versichern müssen, dass sie normalerweise auf seiner Terrasse die Aussicht in Ruhe genießen können. Die Veranstaltung sei bereits mit seinem Vorgänger abgestimmt gewesen, sagt er. Einer Neuauflage würde er skeptisch gegenüberstehen.

Gleich drei Mal hatte die Party am Pfingstsonntag die Polizei auf den Plan gerufen. „Anwohner hatten sich über den Lärm beschwert”, sagt Polizeisprecher Paul Kemen. Einschreiten mussten die Beamten indes nicht. „Der Veranstalter hatte eine Genehmigung und die erlaubte Dezibelgrenze wurde nach ersten Erkenntnissen nicht überschritten.”

Laut ist relativ

Allerdings ist Lautstärke ein relativer Begriff auf einem Gelände, das an ein Naturschutzgebiet grenzt. Zwar hatte es dort in der Vergangenheit einige Konzerte gegeben - zuletzt 1992 beim „Bizarre Festival” - doch soll es fortan am Weiher leiser bleiben.

„Die jüngste Veranstaltung war ein Versuch, eher ein Ausrutscher”, sagt Ernst Erasmus. Den Tieren im Tierpark habe die Musik nicht geschadet, gleichwohl sei es für viele Familien dort „ganz schön laut geworden”. Auch dass Dienstagmorgen noch zahlreiche Flaschen und anderer Müll in den Büschen und am Ufer des Weihers lagen, stößt ihm sauer auf. „Das Ganze ist wohl leider ein wenig entglitten.”
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