Laster verstopfen den Settericher Ortskern

Von: Stefan Schaum
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Wenn Große durch das Schmale wollen: Auf der Settericher Hauptstraße müssen sich Autofahrer und dicke Laster oft aneinander vorbeiquetschen. Foto: Stefan Schaum

Baesweiler. Als der dicke Laster anrollt, nimmt die ältere Dame den Fuß vom Zebrastreifen und weicht ein Stück zurück. Diesen Brummi lässt sie besser mal vorbei, sicher ist sicher. Der Fahrer muss kräftig am Lenkrad kurbeln, um den langen Laster an der Querungshilfe auf der Settericher Hauptstraße vorbeizumanövrieren.

Der entgegenkommende Verkehr hält derweil Abstand, die Fahrzeuge hinter sich hat der Laster ebenfalls ausgebremst. Es dauert einige Sekunden, bis der Lkw an dem Engpass vorbei ist und sich weiter durch die Straße mühen kann. Doch der nächste Laster lässt nicht lange auf sich warten. Schwerlastverkehr gehört auch nach der Umgestaltung zum Bild am Neuen Markt in Setterich. Doch so mancher denkt, dass sich das endlich ändern sollte.

„Wir plädieren schon seit Jahren dafür, die Schwerlaster ganz aus dem Durchgangsverkehr in Setterich rauszubekommen“, sagt Klaus Schäfer, Vorsitzender des dortigen Gewerbevereins. „Die sind lang, langsam – und wenn sie einmal stehen bleiben, dauert es lange, bis der Verkehr wieder richtig fließt.“ Und das kann aus Händlersicht nicht gut für den kontinuierlichen Kundenstrom sein. „Den Durchgangsverkehr begrüßen wir Händler sehr – die Leute sollen schließlich auf uns aufmerksam werden.“ Eine Fußgängerzone will er beileibe nicht aus dem Ortskern machen, „aber die Lasterfahrer, die auf ihren weiten Strecken durchkommen, halten bestimmt nicht hier an, um etwas zu kaufen“.

Brenzlige Situationen

Für brenzlige Situationen sorgen sie indes häufiger, sagt er. Erst neulich hat er beobachtet, wie ein Pkw-Fahrer meterweit über den abgeflachten Gehweg gebrettert ist, weil er wohl nicht so lange warten wollte, bis ein Lkw sich durch die teils recht schmale Straße geschlängelt hatte. Nicht das richtige Verhalten, klar. „Doch die Laster bringen hier viel Konfliktpotenzial rein.“ So sieht es auch Heinz Froesch ein paar Ladentüren weiter. „Das Aufkommen der Lkw ist hier schon enorm. Und wenn zwei aneinander vorbeifahren müssen, geht oft gar nichts mehr.“ Vom Lärm ganz zu schweigen, schickt er hinterher.

Doch wie sollen die Schwerlaster rausgehalten werden aus Setterich? Einfach verbieten kann die Stadt die Durchfahrt nämlich nicht, denn zwischen der Einmündung Ludwig-Erhard-Ring und Schmiedstraße ist die Hauptstraße eine Landstraße, dort hat die Kommune keine Handhabe. Ändern könnte sich das erst, wenn die seit langem geplante L 50n umgesetzt wird. Das Thema will die CDU dennoch erneut diskutiert wissen. Ein Durchfahrtverbot für Lkw hat sie auf die Tagesordnung des Umwelt- und Verkehrsausschusses gesetzt, der am morgigen Donnerstag um 18 Uhr im Rathaus Mariastraße beginnt.

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