Alsdorf - Landalemannen: In Mariadorf seit vielen Jahren verwurzelt

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Landalemannen: In Mariadorf seit vielen Jahren verwurzelt

Von: rp
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„Meine Heimat, meine Liebe, mein Verein“: Unter diesem Motto feiert SV Alemannia Mariadorf im Südpark am Wochenende das 100-jährige Bestehen. Foto: Karl Stüber

Alsdorf. Vier Tage, vom 1. bis 4. September, und im großen Rahmen feiert der SV Alemannia Mariadorf, im Volksmund im Vergleich zu der großen Alemannia aus Aachen auch als Landalemannen bezeichnet, sein 100-jähriges Bestehen im Festzelt im Rund des Südparks.

Die umfangreichen Vorbereitungsarbeiten unter dem Vorsitzenden Josef Weitz sind abgeschlossen. Welche Bedeutung das Fest hat, zeigt, dass der Präsident des Europäischen Parlaments, der Würselener Martin Schulz, die Schirmherrschaft übernommen hat.

Gründer des Vereins im Jahre 1916 waren die Sportkameraden Brenig, Benz, Derichs, Darius, Fleu, Flegel, Herbst Kuchen, Kämmerling, Steinbusch, Traut und van Wersch. Sie wählten Jupp Brenig zum Vorsitzenden und als Vereinsfarbe Schwarz-Gelb, da die Sportskameraden Brenig und Steinbusch bereits über gestreifte Trikots in dieser Farbe verfügten.

Die ersten Fußballspiele fanden auf dem Sportplatz „Begauer Heide“ statt. Dann musste man dort weichen musste und konnte zunächst nur noch Auswärtsspiele bestreiten, bevor ein neuer Sportplatz in der Ortsmitte von Mariadorf bezogen wurde.

In den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg spielte die Mannschaft in der l. Bezirksliga spielte und belegte immer einen der Spitzenplätze. In der Spielzeit 1949/50 schaffte die Alemannia endlich den Aufstieg in die höchste Amateurklasse, in die Gauliga.

Danach entwickelte sich das Team zu einer wahren Fahrstuhlmannschaft. In der Zeit von 1949/1950 bis in die vergangene Saison stieg die Mannschaft zweimal in die Verbandsliga und neunmal in die Landesliga auf. Dort spielt man seit dem letzten Aufstieg in der Saison 2014/15.

Die Abstiege wurden immer wieder schnell wett gemacht. In der Landesliga absolvierte die erste Mannschaft in all den Jahren rund 1000 Spiele. Dass der Verein nie unter die Bezirksliga abgestiegen ist, erfüllt den Vorstand mit besonderem Stolz, auch wenn in diesem Jahre die Landesliga erst im letzten Spiel gesichert werden konnte.

Hiernach zog Vorsitzender Josef Weitz im Jubiläumsjahr das Fazit: „Mehr als 30 Jahre andauernde Landesliga-Zugehörigkeit ist an Kontinuität schon etwas Besonderes, wenn man im Umland bekannte Vereine aufblühen und untergehen sah. Bei uns wurde dagegen nie mit dem großen Geld hantiert, sondern auf Nachhaltigkeit gesetzt.

In der ersten Mannschaft spielen eine ganze Reihe von Eigengewächsen, die dem Team einen besonderen Charakter verleihen. Das ist eine tolle Truppe, die auch die Zuschauer schätzt.“ Dass der Club mit seinen rund 600 Mitgliedern, 14 Nachwuchs- und drei Seniorenmannschaften so fest im Ort verwurzelt sei, verdanke er auch seiner zentral gelegenen Sportstätte, die sicherlich mit zu den schönsten im Umfeld gehört und die durch einen Pachtvertrag langfristig gesichert worden sei.

Zur Sportstätte, heute bestehend aus zwei Sportplatzen und einem tollen Vereinsheim: Im Herbst 1953 wurde mit Unterstützung der Gemeinde die Platzanlage Südpark renoviert und das l. Jugendvereinsheim im Kreis Aachen durch den Fußballverband Mittelrhein seiner Bestimmung übergeben. Am 1. Juni 1963 wurde der neue Rasenplatz in Betrieb genommen. Die Einweihung erfolgte mit dem Spiel der ersten Mannschaft gegen die englische Mannschaft Tooting and Mitcham mit zwei Nationalspielern.

Rechtzeitig zum 50-jährigen Jubiläum wurde am 10. Juni 1966 das neue Clubheim des Vereins eingeweiht, das in Eigenleistung und mit Unterstützung der Gemeinde Hoengen, des Landes und des Landkreises errichtet wurde. Der Aschenplatz wurde vor rund vier Jahren dank Bundeszuschüssen völlig neu angelegt.

Erwähnenswert bei der sportlichen Nachlese ist aber besonders auch die bis heute sehr aktive und erfolgreiche Altherrenabteilung, gegründet 1960 durch den unvergessenen Karl-Heinz Dreßen, seit Jahren durch Kalle Pley als Abteilungsleiter betreut, und nicht zuletzt durch seine seit 37 Jahren durchgeführten internationalen Pfingstturnieren.

In dieser Abteilung sind viele ehemalige Spieler aus früheren Zeiten vereint, die dem Verein treu zur Seite stehen. Der Altherrenabteilung steht die große Jugendabteilung mit rund 13 Mannschaften und vielen Turnieren im Jahr in nichts nach, durch Jugendleiter Karl-Heinz Barth und Turnierleiter Arno Schmitz vorbildlich betreut. Beide Abteilungen gehören zu den Aushängeschilder der Alemannia aus Mariadorf.

Schaut man auf die Vorsitzenden, die dem Verein seit Kriegsende vorstanden, so haben folgende Personen die meisten Zeiten als Vorsitzende dem Verein gedient: Sechs Jahre von 1955 bis 1961 Heinrich Esser, der spätere 1. Ehrenvorsitzende; neun Jahre von 1967 bis 1976 Peter Fleu, der Gründer des Ehrenrates, der dieses Amt bis ins hohe Alter von 90 Jahren inne hatte; 13 Jahre von 1981 bis 1994 Richard Weidenhaupt-Pelzer und seit 21 Jahren, von 1995 bis heute, Josef Weitz, der vorher eine Reihe von Vorstandspositionen durchlaufen hat und nach exakt 50 Jahren im Dienste der Alemannia, wenn auch mit Wehmut, den Vorsitz in diesem Jahre abgeben möchte.

Natürlich ist Josef Weitz, auch Ehrenmitglied des Vereins, vielfach ausgezeichnet worden: goldene Verdienstnadel des Fußballverbandes Mittelrhein, die goldene Vereinsehrennadel nach 50-jähriger Mitgliedschaft, die goldene Ehrennadel des Stadtsportverbandes sowie die goldene Ehrennadel des Fußballverbandes Mittelrhein.

Weitz war im übrigen auch Hauptinitiator bei der Sportheimrenovierung, Instandsetzung und Erweiterung und nicht zuletzt Mitgründer des Altherren-Pfingstturniers. Mit Hans-Peter Lehnhof und Rachid Azzouzi kann der Verein auch auf ehemalige Bundesligaprofis aus eigenen Reihen verweisen. Hierzu gehört auch noch Adi Böhm, der einige Jahre für Alemannia Aachen spielte.

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