Land hinkt der Zeit hinterher: iPads gelten nicht als Lernmittel

Von: -ks
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iPads gelten im Land Nordrhein-Westfalen noch nicht als Lernmittel. Symbolbild: dpa

Würselen. Mag sein, dass Schüler mit neuen Medien aufwachsen und mit ihnen richtig umgehen lernen sollten, um in ihrer Ausbildung und im (Berufs-)Leben bestehen zu können. Das heißt aber noch lange nicht, dass die dafür in Schulen eingesetzten Geräte auch unter die Lernmittelfreiheit fallen.

Da hinkt das Land Nordrhein-Westfalen in seinen Richtlinien hinter den eigenen Lippenbekenntnissen zu neuen Technologien und Techniken arg her.

Das lernten jetzt die Mitglieder des Bildungsausschusses von der Verwaltung, die die rechtlichen Grundlagen recherchiert hatte. Die SPD-Fraktion hatte wissen wollen, ob die Anschaffung für jeden Schüler via Lernmittelfreiheit ermöglicht werden kann.

Anlass dazu gab der Einsatz von (zunächst) 30 iPads nebst Ergänzungstechnik am Gymnasium Würselen. Die Testphase ist gut gelaufen – begleitet und ausgewertet von der RWTH Aachen, Fachbereich Didaktik. Die Anschaffung der Technik hatte 18.600 Euro gekostet, teilte die Verwaltung mit.

Der iPad-Einsatz am Gymnasium wird weitergeführt und ausgebaut, war zu hören. Auch privat angeschaffte Geräte werden dabei von den Schülern eingesetzt.

Nun sollen weitere Endgeräte angeschafft werden. So stehen im aktuellen Haushalt hierfür 40.000 Euro bereit. Natürlich sollen auch andere Schulen einmal dabei berücksichtigt werden. Fielen iPads unter das Kriterium Lernmittelfreiheit fallen, wäre dies eine finanzielle Entlastung.

Erster Beigeordneter Werner Birmanns sagte auf Nachfrage unserer Zeitung, dass dies leider nicht funktioniert. Zum einen gebe es pauschale Ansätze. Er sprach von 3600 Euro für Lernmittel pro Schüler und Jahr, die in der Regel zu einem Drittel von den Eltern und zu zwei Dritteln von der Stadt aufzubringen sind. Mit der Anschaffung eines iPads wäre das Geld schnell aufgebraucht, würden kaum noch Bücher zu finanzieren sein.

Das Schulgesetz (hier § 30) regelt grundsätzlich das Zulassungsverfahren von Lernmitteln. Darauf fußt der entscheidende Runderlass des Schulministeriums vom 3. Dezember 2003. Dort ist das Zulassungsverfahren auf Verlage abgestellt, die Lernmittel entwickeln. iPad und Android-Geräte kommen im „Verzeichnis der zugelassenen Lernmittel in NRW“ nicht vor. Angesichts des heutigen Bedarfs ist das überholt. Da sind Regierung und Landtag gefordert.

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