Lärmschutzwände entlang der B57 stabiler als man glaubt

Von: Verena Müller
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Bei der Begehung der Lärmschutzwände an B57 in Alsdorf im November: Karl-Heinz Hennerici hat inzwischen die Auswertung der Mängelerfassung für Straßen NRW vorliegen. Seine Bilanz sieht deutlich besser aus, als es der äußere Anschein der Wand vermuten lässt. Foto: Verena Müller

Alsdorf. Die gute Nachricht zuerst: Die Lärmschutzwände entlang der B57 in Alsdorf sind trotz ihres Alters und ihres zum Teil unschönen Äußeren stabil. Ihre Standfestigkeit war zu keinem Zeitpunkt gefährdet, obwohl manche unterspült und andere von Baumwurzeln in eine Schieflage gebracht worden waren.

Menschenleben waren und sind also nicht in Gefahr. Das sei keine Selbstverständlichkeit, sagt der zuständige Bauingenieur des Landesbetriebs Straßen NRW, Karl-Heinz Hennerici, am Telefon. Nachdem Hennerici Anfang November die Bauten inklusive Brücke von allen Seiten in Augenschein genommen und Mängel notiert hatte, liegt nun das Ergebnis seiner Begehung vor.

Und wie Hennerici sagt, kann man eigentlich zufrieden sein. Andernorts, an der A40 an deutlich jüngeren Bauten, hätten sich kürzlich sogenannte Vorsatzschalen gelöst. Das sind die gewellten Platten, die wie Rippen aussehen und den eigentlichen Schallschutz der Wände ausmachen. Dergleichen sei in Alsdorf nicht zu befürchten, versichert Hennerici. Das Material, das hier verbaut worden sei, sei zwar älter, aber auch von deutlich besserer Qualität.

Nichtsdestotrotz muss ausgebessert und zum Teil auch ersetzt werden. Größter Posten: die zertrümmerten Scheiben. 20 bis 30 wiesen Schäden auf, davon müssten ungefähr 20 ersetzt werden.

Die Kosten beliefen sich für die Instandsetzungen insgesamt auf geschätzte 50.000 Euro. Die Scheiben würden nicht mehr in Serie produziert, außerdem schlügen Verkehrseinrichtung und Gerät zu Buche. Etwa der Einsatz eines Hubkrans.

Als räumlichen Schwerpunkt für Schäden durch Vandalismus habe er das Areal rund um die Eisenbahnbrücke bei Kellersberg ausgemacht. Apropos Vandalismus: Die unzähligen Schmierereien werden nicht entfernt, sagt Hennerici. Das würde sich zum einen nicht lohnen, weil man kaum nachkäme, und zum anderen beeinträchtigten die Graffiti nicht die Sicherheit. Ästhetik hin oder her.

Was Hennerici etwas Sorgen bereitet, ist dagegen der Bewuchs. „In den 80ern, als die Wände errichtet und bepflanzt wurden, hat man weniger an den Unterhalt gedacht, sondern nur daran, dass möglichst schnell alles zugewachsen ist.“

Die fehlende freie Sicht auf den Baukörper würde aber seine Arbeit erheblich erschweren – von kräftigem Wurzelwerk und Ranken, die auf die Wände wirken, einmal ganz zu schweigen. „Da ist ganz schön Intensität drin“, lautet Hennericis Erfahrung. Er hoffe deshalb auf regelmäßigeren Schnitt. Wann die Schäden behoben würden, könne er nicht abschätzen. Er ruft Personalkürzungen und interne Umstrukturierungen ins Gedächtnis.

Im Alsdorfer Rathaus wurde die Nachricht von den intakten Lärmschutzwänden derweil mit großer Erleichterung aufgenommen. Detaillierte Kenntnis von den Ergebnissen der Begehung hatte der Erste Beigeordnete Ralf Kahlen von Seiten des Landesbetriebs noch nicht erhalten, aber alleine schon die Botschaft, dass die, wie er sagt, „Großkampfmaßnahme“ abgeschlossen sei, sei erfreulich.

„Ich bin froh, dass offenbar nichts beschädigt ist und keine Menschenleben in Gefahr waren“, so Kahlen. „Jetzt hoffen wir, dass die Schäden auch zügig behoben werden und dass sich der Landesbetrieb an seine eigenen Richtlinien hält, was die Bepflanzung anbelangt.“

Vorausgegangen war ein Aufschrei im vergangenen Winter, als Alfred Sebastian, Abteilungsleiter Betrieb und Verkehr des Landesbetriebs, im Stadtentwicklungsausschuss sagte, die Wände seien 25 Jahre nicht kontrolliert worden – was Hennerici als schlichtweg falsch bezeichnet.

Ebenfalls zu großem Unmut hatte der Grünschnitt geführt, der im Frühjahr als vorbereitende Maßnahme erfolgt war und eher wie ein Kahlschlag aussah. Inzwischen hat sich die Natur aber erholt und der Landesbetrieb behielt mit seiner Ankündigung, dass das Grün schon bald wieder sprießen werde, Recht.

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