„Kurve kriegen“: Abgleiten in die Kriminalität verhindern

Von: dk
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Baesweiler. Frische Zahlen und Fakten kamen von kompetenter Stelle. Eine Kooperationsvereinbarung zur Prävention von Kriminalität im Kindes- und Jugendalter (Initiative „Kurve kriegen“) ist jetzt zwischen dem Polizeipräsidium Aachen und den Städten Herzogenrath, Würselen sowie mit den Jugendamtskommunen der Städteregion – Baesweiler, Monschau, Simmerath und Roetgen – geschlossen.

Die Initiative hat zum Ziel Kriminalität im Kindes- und Jugendalter zu verhindern und gleichsam auf Vorbeugung zu setzen.

Das Projekt „Kurve kriegen“ besteht seit Juni 2011 in den Städten Aachen, Alsdorf, Eschweiler und Stolberg. Ziel ist es, delinquente, aber noch nicht strafmündige Kinder unter Zuhilfenahme eines Rasters der Polizei – drei schwerwiegende Eigentumsdelikte, eine rechtswidrige Gewalttat und andere Vergehen – zu erkennen und frühzeitig Hilfe von psychologischen und pädagogischen Fachkräften anzubieten. Mit dem Ziel, „ein weiteres Abgleiten in die Kriminalität soll verhindert werden“, leitete Kriminalrat Ralph Manzke seinen Vortrag beim Ausschuss für Jugend und Soziales im Rathaus Setterich ein.

„Uns ist es wichtig, dem Leben eines Kindes und Jugendlichen eine neue Richtung zu geben“, bemerkte der aus Köln angereiste Fachmann. Die begleitenden beraterischen Hilfen für Kinder, Jugendliche und deren Eltern sowie gezielte Maßnahmen – dazu zählen Sprachkurse, Mitgliedschaft im Verein oder Anti-Aggressionstraining – sind im Rahmen der Jugendhilfe kostenfrei. Sind intensivere Hilfen (etwa stationäre Maßnahmen) notwendig, werden die Kosten aufgeteilt. 80 Prozent trägt das Land, zu 20 Prozent ist die betroffene Kommune in die Pflicht zu nehmen.

Ralph Manzke trug unter anderem vor, dass es sich beim Täterkreis um Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 8 und 15 Jahren handelt, die man im Raster habe. Man habe ein zusätzliches Blickfeld auf die Täter, bei denen „ein dauerhaftes Abgleiten in die Kriminalität droht“.

Die in 2011 gestartete Initiative zeige Wirkung, versicherte Manzke. Von 243 Kindern und Jugendlichen habe man 80 in der Betreuung. „Ein Verhältnis von 1:3. Das macht uns jetzt nicht unzufrieden“, betonte Manzke und listete mehrere Beispiele auf. In den meisten Fällen habe man positive Verhaltensänderungen festgestellt, aber in einigen Beispielen waren auch wenige bis gar keine positiven Ansätze zu beobachten, räumte der Referent ein. Dass es zu überwiegend guten Resultaten komme, liege auch an der Vernetzung der einzelnen Bereiche, die der Initiative angehören.

Einzelfallgespräche

Ralph Manzke zeigte auf, dass zu den einzelnen Maßnahmen die Kontaktaufnahme zu Schulen und Jugendämtern der betroffenen Täter ebenso zählt, wie Einzelfallgespräche mit den Teilnehmern und deren Familien. Mit dem Jugendamt wird eine Fallkonferenz anberaumt, zudem werden kriminalpräventive Einzelbetreuungen erwogen. In jedem Falle wird eine Überprüfung stattfinden, ob zusätzliche Maßnahmen notwendig sind.

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