Kurt-Koblitz-Ring: Radikaler Grünschnitt an Lärmschutzwänden

Von: Verena Müller
Letzte Aktualisierung:
11409604.jpg
Viele sehen sich in ihren Befürchtungen bestätigt: Der Grünschnitt, den Straßen NRW zwecks Kontrolle der Lärmschutzwände am Kurt-Koblitz-Ring vorgenommen hat, ist stellenweise radikal ausgefallen. Foto: vm

Alsdorf. Nein, viel ist nicht übrig geblieben. Ein nacktes und zum Teil bemostes Gerippe präsentiert sich den Autofahrern die Lärmschutzwand am Kurt-Koblitz-Ring auf der von Würselen gesehen linken Seite. Über mehrere hundert Meter sind alle Sträucher und Bäume gewichen.

Kleingehäckseltes Gehölz liegt auf dem Hang, dazwischen ragen bei näherer Betrachtung einzelne kurze Stümpfe empor, die vielleicht im Frühjahr wieder ausschlagen.

Die Arbeiten pausieren gerade, dann ist die rechte Seite dran. Im Anschluss will Straßen NRW die Standfestigkeit der Wände überprüfen.

Im Vorfeld hatte es bereits große Bedenken gegeben, was das Vorhaben anbelangt. Besonders die Alsdorfer Grünen hatten vor einem Kahlschlag gewarnt. „Das Ergebnis ist größtenteils genauso wie befürchtet“, sagte Fraktionsvorsitzender Horst-Dieter Heidenreich. „Man hätte bestimmt an vielen Stellen sensibler vorgehen können. Das sieht schon sehr armselig aus.“

Christiane Kluth von Straßen NRW, Zweigstelle Würselen, erklärte auf Nachfrage, man habe „1,50 Meter von der Wand weg, von oben vier Meter, von unten 1,50 Meter freischneiden“ müssen. „Da ist in der Tat an manchen Stellen nicht viel übriggeblieben. „Aber im Frühjahr wird wieder alles dicht wachsen.“

Die Stadt Alsdorf sieht „bei einigen Hangbereichen Potenzial für Nachpflanzungen“. Das wäre auch im Sinne der Hangbefestigung sinnvoll. „Wir werden gemeinsam mit Straßen NRW nach einer Lösung suchen“, so die Technische Beigeordnete, Susanne Lo Cicero-Marenberg. Gerade im Eingangsbereich seien die Auswirkungen des Grünschnitts doch sehr stark ins Gewicht gefallen. Ebenso wie Heidenreich habe sie sich an vielen Stellen eine „andere Sensibilität“ gewünscht, so die Beigeordnete, die als positiven Abschnitt die Brücke am Tierpark hervorhob.

Laut Christiane Kluth von Straßen NRW sind bislang keine Nachpflanzungen geplant. Die Stadt Alsdorf gibt aber die Hoffnung nicht auf und will weitere Gespräche führen. Immerhin hatte Alfred Sebastian, Abteilungsleiter Betrieb und Verkehr des Landesbetriebs Straßen NRW, Niederlassung Ville-Eifel, noch kurz vor Beginn der Arbeiten betont: „Der hohe Stellenwert des Grüns ist uns vollkommen klar.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert