Alsdorf - Kurt-Koblitz-Ring: Hurra, die Kreuzung ist endlich frei!

Kurt-Koblitz-Ring: Hurra, die Kreuzung ist endlich frei!

Von: Beatrix Oprée
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Ab jetzt dreispurig: Eine eigene Ampelphase für die Linksabbieger soll die Unfallträchtigkeit auf der Kreuzung B 57/L 47 entschärfen. Bis Mittag waren auch noch die letzten Absperrgitter auf den Fahrbahnen entfernt. Foto: Beatrix Oprée
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Sportlich bemessen: die Grünphase für Fußgänger. Rollstuhl- und Rollatorfahrer schaffen es gerade bis zur Fahrbahnmitte, dann springt die Ampel schon wieder auf Rot um. Foto: Beatrix Oprée

Alsdorf. Es war zwar nicht wie angekündigt 7 Uhr morgens, sondern knapp zwei Stunden später, als am Freitag die Kreuzung Kurt-Koblitz-Ring/Luisenstraße freigegeben wurde – aber immerhin läuft der Verkehr hier nun wieder in alle Richtungen.

Zwischen vorbeirauschenden Fahrzeugen und querenden Passanten stapeln Mitarbeiter der Straßenkolonne die letzten rotweißen Baken und Absperrgitter auf ihre Lastwagen. Arnd Meyer, Projektleiter Bau beim Straßenbaulastträger Straßen NRW, ist persönlich erschienen, um sich ein Bild von der Lage zu machen und wird prompt mit neuen Unwägbarkeiten konfrontiert: Da ist zum einen der die ganze Kreuzung überschallende markant piepende Freigabe-Ton des Ampel-Leitsystems für Blinde.

„Auf die Dauer unerträglich“, wendet sich Thomas Decker, der im Hochhaus nahe an der Kreuzung ein Studio zur Produktion von Radiospots betreibt, zunächst an unsere Zeitung und dann an Meyer. „Wird das jetzt den ganzen Tag so sein?“, sorgt er sich auch mit Blick auf Beeinträchtigungen seiner Tonaufnahmen. Meyer weist ihn auf die Normierung solcher Anlagen hin, entsprechend habe dies die beauftragte Technikfirma wohl auch eingestellt.

Das Leitsystem umfasst zwei Akustiksignale: Ein sogenannter Pilotton in Form eines regelmäßigen Tacken soll Sehbehinderte zum Ampelmast leiten und ist auch während der gesamten Rot-Phase zu hören. Springt die Ampel dann auf Grün, ertönt besagter piepender Freigabeton, der Blinde über die Fußgänger-Furt leiten soll.

Der Ton solcher Anlagen ist auf Basis psychoakustischer Eigenheiten des menschlichen Gehörs entwickelt worden, soll sich von den Umweltgeräuschen gut abheben, an dessen Intensität er sich automatisch anpasst, und das Richtungshören unterstützen. An diesem Morgen jedoch sind die Freigabesignale der beiden Ampeln – über die Luisenstraße respektive den Kurt-Koblitz-Ring – aufgrund ihrer weitreichenden Lautstärke kaum voneinander zu unterscheiden.

Die Verantwortlichen haben prompt reagiert, wenig später rückt das Technikunternehmen an, und schon ertönt der Freigabeton in deutlich erträglicher Variante. „Das ist schon erheblich besser“, ist auch Thomas Decker vorerst zufrieden.

Zu brisanten Situationen kommt es indes mitten auf der Kreuzung: Denn die Grünphase für Fußgänger, die den Kurt-Koblitz-Ring queren wollen, ist sportlich bemessen. Eine ganze Schulklasse, offenbar auf dem Weg zum Luisenbad, wartet an der Ampel und stürmt bei Grün sofort los. Ihr Lehrer hechtet hinterher. Als er den gegenüberliegenden Bürgersteig erreicht, ist die Ampel schon wieder auf Rot umgesprungen.

„Das ist viel zu kurz!“, schimpft er im Vorbeilaufen in Richtung der Männer, die er aufgrund ihrer Westen mit dem grünen Straßen-NRW-Logo als Verantwortliche ausmacht. Als in einer der nächsten Phasen eine Rollator-Fahrerin, die hinter einer noch nicht abgeräumten Absperrung immerhin schon bis zur Fahrbahnmitte vorgerollt war, dennoch die andere Straßenseite nicht bei Grün erreicht, gibt auch Meyer zu: „Das ist in der Tat etwas kurz.“

Der Fußgängerverkehr ist – auch wegen des gegenüberliegenden Discounters – stets rege an dieser Kreuzung, viele ältere Leute sind dabei. Eine weitere Rollator-Fahrerin schafft es gerade einmal bis zur Mittelinsel, stoppt dort zunächst verunsichert und setzt prompt zum Weitergehen an. Nur auf warnenden Zuruf hin bleibt sie dann doch stehen.

Der Linksabbiegerverkehr aus der Luisenstraße hinter ihr hat jetzt eine eigene Ampelphase und fährt bereits um sie herum. „Ich hab‘ mich so beeilt“, sagt sie, als sie im Zuge der nächsten Grünphase endlich die andere Straßenseite erreicht, „aber das kann man jetzt nicht mehr schaffen. Früher war das kein Problem für mich.“

Der Landesbetrieb Straßen NRW teilt unterdessen noch mit, dass die Fahrbahnschwellen in der Allensteiner Straße nun wieder eingebaut werden. Sie waren während der Umleitung im Zuge des Kreuzungsumbaus zwecks Befahrbarkeit für Busse ausgebaut worden. Die Allensteiner Straße wird ab Montag, 26. September, bis voraussichtlich 15. Oktober voll gesperrt. Die Anlieger können jeweils von einer Richtung in die Straße einfahren.

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