Kurklinik-Gigolo wickelt Frauen um den Finger

Von: mas
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Wenn Männer anfangen, um Frau
Wenn Männer anfangen, um Frauen zu werben: Was dabei heraus kommt, zeigt das Theaterensemble am 7. Oktober im diesjährigen Schwank. Foto: Sigi Malinowski

Baesweiler. Spätestens am Ende des ersten Aktes ist es wie in einer „richtigen” Familie. Einer kriegt (natürlich nur) verbale Keile, die Lager spalten sich, nun drischt Jeder auf Jeden ein.

Besonders hart trifft es Gigolo Gustav Schneck, gespielt von Dieter Heipertz. Der Frauenbetörer steht zwischen zwei Herzen. Und diese „Herzchen” reißen den armen Mann fast in zwei Teile. Als die Szene zum x-ten Mal abgespielt ist, müssen die Darsteller des Theatervereins Oidtweiler selbst ein bisschen lachen. Im 27. Jahr seines Bestehens hat der Theaterverein Oidtweiler seine Komödie in „Die fidele Kurklinik” verlegt. Dort geht es äußerst lebenslustig zu. Das hält der nach Ruhe suchende Opa Tell (Peter Fuhren) nun ganz und gar nicht aus. Er will schnellstmöglich wieder nach Hause. Aber da hat er die Rechnung ohne die zänkischen und zum Teil auch liebestollen Weiber gemacht.

Die Proben zum Dreiakter, der seine Premiere am Sonntag, 7. Oktober, im Settericher Saal Werden , Einlass 17 Uhr, Beginn 18 Uhr. hat, gehen in die intensive Phase. Elf Laienschauspieler um Vereinschef Peter Fuhren sind an diesem Abend bei Werden mit Intensität bei der Sache. Von der Jüngsten, Schwester Elsemarie (gespielt von Michelle Puschner) bis zum Ältesten, Peter Fuhren, hängen sich alle mit „Herzblut” ins Volksschauspiel hinein. Einige sind schon seit 27 Jahren dabei. Ingrid Harren, Hans und Angelika Esser oder auch Dieter Heipertz haben den Theaterverein mitgegründet. Für sie und auch für die anderen ist das immer noch keine Routine, die Leute zum Lachen zu bringen.

Auch eine erfahrene Darstellerin wie Ingrid Harren gibt frank und frei zu, immer noch Lampenfieber wie anno dazumal zu haben. Wie bekämpft man das - mit einem Likörchen? „Nein, ich habe irgendwo ein Stück Schokolade versteckt, das ist meine Nervennahrung”, sagt die kleine Frau, die Großes für den Theaterverein geleistet hat. Apropos Likörchen: „Alkohol ist bei uns vor und während der Aufführung verpönt”, wird Peter Fuhren einen Moment ganz streng. „Das kann man vielleicht im Karneval bei einer Büttenrede machen. Aber nicht bei uns, wo jeder auch von dem anderen in der Darstellung abhängig ist.”

Neue Mitspieler gewonnen

Mit offenen Armen hat die spielende Gemeinschaft nicht nur ihre Nesthäkchen Gino Keuter und Michelle Puschner aufgenommen, auch der 62-jährige Wolfgang Gerlach ist nochmal bei den Oidtweilern in die „Lehre” gegangen. Der Alsdorfer, er hat Theatererfahrung aus der Aachener Heimatbühne mitgebracht, ist vor vier Jahren über Ingrid Harrens Mann Matthias - beide singen im Schaufenberger Männergesangverein - zu den Oidtweilern gestoßen. Gerlach ist ein Junge aus dem Leben, einer der fast immer lacht und sich jetzt, wie seine zehn Mitspieler, auf die Premiere freut. Auch wenn es nun ab Mitte September noch stressiger wird. Denn jetzt bittet Peter Fuhren das Ensemble zweimal in der Woche zur Probe. Gerne hätte man schon in der sich im Umbau befindlichen Turnhalle in Oidtweiler gespielt. Aber der Fertigstellungs-Termin wird wohl nicht eingehalten werden können.

Das neue Oidtweiler Vereinsheim wird zum anvisierten Termin (20. Oktober) noch nicht fertig sein. „Wir hoffen, dass uns unser Oidtweiler Publikum treu bleibt und nach Baesweiler kommt”, haben Fuhren und seine Mitspieler auch zwei Aufführungen (13./14. Oktober) im Pädagogischen Zentrum festgemacht. Er rät aber, sich die Karten frühzeitig zu sichern. Und als sich die Proben langsam dem Ende zuneigen, kommt es selbstverständlich zum Happy End. Das ist so happy, dass dem Opa sogar ein neues Familienmitglied vorgestellt wird.
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