Würselen - Kunstprojekt: Schicksalswege bei „Pius am Mittwoch“

Kunstprojekt: Schicksalswege bei „Pius am Mittwoch“

Von: ehg
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Schicksalswege: Dieter Eichelmann (r.) stellte sein Kunstprojekt vor. Musik trug dazu Christoph Leuchter (l.) vor. Kunsthistoriker Dr. Dirk Tölke (Mitte) stellte die Arbeiten vor. Foto: W. Sevenich

Würselen. Mit der Präsentation „Schicksalswege“, eines Bildzyklus‘ des ortsansässigen Künstlers Dieter Eichelmann, erlebte „Pius am Mittwoch“ in seiner 99. Auflage eine Premiere. Präsentiert wurde, mit tiefsinnigen Texten und meditativer Musik von Christoph Leuchter unterlegt, ein aus 16 Tafeln bestehender Zyklus, der in nahezu zweijährigem künstlerischen Schaffen entstanden ist.

Wie in anderen jüngeren Werken konzentriert sich Eichelmanns Interesse auf Begegnungen mit Menschen. In die Ausstellung mit tiefer Besinnlichkeit führte der Kunsthistoriker Dr. Dirk Tölke aus Aachen ein, indem er beim Betrachter den Blick fürs Detail weitete. Er zeigte auf, wie sich die Struktur des Kreuzes verändert, je mehr es sich auf seinem spiralförmigen Weg dem Mittelpunkt nähert.

In seinem Bildzyklus stellt Dieter Eichelmann in verschiedenen Sequenzen und Techniken Lebens-, Leidens-, Kreuz- und Pilgerwege verschiedener Menschen dar. Als Grundlage in allen 80 mal 80 Zentimeter großen, auf neun Millimeter starkem Sperrholz mit Acryl gemalten Darstellungen dient bei ihm als Symbol die Spirale. Die rote Spirale auf zweifarbigem Grund – die Farbwahl ist an den liturgischen Farbenkanon angelehnt – bildet den Weg für ein Kreuz, das sich in 15 Schritten vom Bildrand in die Bildmitte bewegt. Das Keramikkreuz ist auch Bildträger für die aus Federstahl piktogrammartig gefertigte Leidensdarstellung. In der Mitte der Bildtafeln befindet sich ein quadratisches Zentrum. Sobald das weiße Keramikkreuz auf seinem Spiralweg dieses berührt, wird die das Zentrum berührende Fläche farbig – „bleu de Sevres“ – glasiert.

In jeweils vier Spiralsegmenten je Bildtafel ist eine Fotografie „eingebaut“, die ein Mensch auf seinem „vorgezeichneten“ Lebens-, Leidens- und Pilgerweg schuf. Die „Schicksalswege“ sind auf künstlerisch hohem Niveau „zu Papier“ gebracht worden. Das Leben des Betrachters spiegelt sich in ihnen, wenn er sich nur lange genug in sie hinein versenkt. Der bildende Künstler Dieter Eichelmann und der Dichter und Musiker Christoph Leuchter machten durch ihre gemeinsam harmonische Performance nachhaltig Eindruck auf die Besucher.

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