Kunst hautnah beim „Tag der offenen Ateliers“

Von: Nina Krüsmann
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Vielfältige Einblicke in die Arbeit im Atelier: Dagmar von Grafen-Connolly zeigte Besuchern die heute seltene Technik der Radierung. Foto: Nina Krüsmann
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Sabine Schallenberg verbindet in ihren Arbeiten weiches Papier und hartes Metall. Foto: Nina Krüsmann

Herzogenrath. „Die eigentlich gegensätzlichen Materialien Papier und Metall sind für mich gar nicht gegensätzlich. In meinen Werken verschmelzen das Weiche und das Harte zu einer Einheit.“ So beschreibt Sabine Schallenberg ihr kreatives Schaffen. Und das konnten Besucher jüngst entdecken. Dort, wo es entsteht. Bei einem „Tag der offenen Ateliers“ in Kohlscheid.

Eine Maske aus besonders schwerem Metall ist Sabine Schallenbergs absolutes Lieblingsstück. „Es stammt noch ganz aus meinen künstlerischen Anfängen“, benannte sie die besondere Beziehung zu diesem Werk, das in ihrem Atelier im Kunst-, Kultur- und Wirtschaftszentrum in der Villa Herzogenrath einen ganz besonderen Ehrenplatz gefunden hat. „Und natürlich ist es unverkäuflich.“

Alltagsgegenstände und Fundstücke wie Altmetall und Holz bilden die Basis von Schallenbergs ideenreichen Plastiken, oft in Verbindung mit Draht und Papier. 1966 im westfälischen Greven geboren, lebt Schallenberg mittlerweile mit ihrer Familie in der Aachener Soers und hat ihren künstlerischen Lebensmittelpunkt im Atelier in Kohlscheid gefunden.

Der Austausch mit den vielen anderen kreativen Köpfen hier tut ihr gut, inspiriert sie. Das spürte man am „Tag der offenen Ateliers in Kohlscheid“. Viele interessierte Kunstfreunde strömten in die kleine Werkstatt, ließen sich die Techniken erklären und hörten sich die Geschichten an, die hinter den Werken stecken.

So war es auch bei Dagmar von Grafen-Connolly, die Besuchern gerne die heute seltene Technik der Radierung näher brachte. „Die größte Herausforderung dabei ist, dass man spiegelverkehrt denken muss“, erklärte Grafen-Connolly an der großen Presse in ihrer Werkstatt. Die Radierung ist ein Tiefdruckverfahren, das heute nicht mehr so viel Anwendung findet.

Mit rund 30 Kollegen in der Euregio hat die 1963 in Düsseldorf geborene und heute in Belgien wohnhafte Künstlerin Kontakt – nicht viel im Vergleich zu Künstlern, die andere Techniken anwenden. Bei der Radierung werden die tiefer liegenden Bereiche einer Druckplatte gedruckt. Diese werden mit einer Nadel oder einem Stichel in die Platte gekratzt und geschnitten oder mit der Hilfe von Säure hineingeätzt.

„Zum Druck wird die Platte mit Farbe eingerieben und mit einem gazeartigen Tuch wieder blankgewischt, wobei die Farbe in den Vertiefungen bleibt“, ließ Grafen-Connolly ihre Besucher wissen, während sie die eingefärbte Platte mit einem angefeuchteten Papier bedeckt durch die Presse zog.

Schnell nahm das Papier die Farbe in den Vertiefungen auf, so dass ein seitenverkehrter Abdruck entstand. „Ich stamme aus einer Künstlerfamilie, hatte immer Bilder in meinem Kopf, die ich nun realisieren kann“, erklärte Grafen-Connolly, die täglich in ihrem Atelier an neuen Ideen arbeitet.

Besuche bei Künstlern wie Sabine Schallenberg und Dagmar von Grafen-Connolly sind es, die den Tag der offenen Ateliers ausmachen und auch die Besucher zur einen oder anderen künstlerischen Betätigung inspirieren.

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