Kundgebung gegen den „Horror der Atomtechnik”

Von: ger
Letzte Aktualisierung:
Atomkraftwerke abschalten: Das
Atomkraftwerke abschalten: Das forderten die Demonstranten bei Kundgebung vor der Kirche St. Sebastianus. Foto: Daniel Gerhards

Würselen. 120.000 Menschen machten sich in ganz Deutschland auf, um bei verschiedenen Ostermärschen gegen Atomkraft zu demonstrieren. Vor der Würselener Kirche St. Sebastianus versammelten sich knapp 60 Kernkraftgegner zu einer Kundgebung der Grünen gegen die Nutzung der strahlenden Energiequelle.

Hauptanlass der Demonstration war der 25. Jahrestag der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl. Außerdem machten die jüngsten Vorfälle im japanischen Fukushima das Thema umso aktueller, wie der Organisator der Kundgebung, der Würselener Grüne Wolfgang Wetzstein, erklärte. Zum Gedenken an die Opfer der Nuklear-Unfälle bat Wetzstein die Demonstranten um eine Schweigeminute.

Nachdem die Atom-Gegner 60 Sekunden innegehalten hatten, brachen sie das Schweigen. Sie skandierten lauthals: „Abschalten, abschalten!”. Dazu ertönten Trillerpfeifen und Rasseln. Das sei es, was man auf lokaler Ebene gegen Atom-Energie tun könne, erklärte Wetzstein: „Wir können hier Flagge zeigen und unsere Meinung sagen.”

Seine Meinung sagte dann auch der stellvertretende Städteregionsrat Dr. Thomas Griese. Er erklärte, dass man noch immer mit den Spätfolgen des Unglücks in Tschernobyl zu kämpfen habe. „Der Horror der Atomtechnik ist noch lange nicht vorbei. Das wirkt noch über Generationen nach.” Der Grüne forderte einen möglichst schnellen Ausstieg aus der Kernkraft: „Die Opfer mahnen uns, dass es mit der Atomkraft nicht weitergehen kann, wie bisher.” Denn Fukushima habe gezeigt, dass ein Atom-GAU („Größter Anzunehmender Unfall”) nicht nur mit den Sicherheitsmaßstäben in der Ukraine der 1980er Jahre passieren kann.

„Die Vorfälle haben uns gezeigt, dass die Menschen bei Naturkatastrophen machtlos sind, wenn sie sich von einer Hochrisikotechnologie abhängig machen”, sagte Renate Knauf, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Würselener Stadtrat. Griese forderte, auch auf lokaler Ebene mehr für erneuerbare Energien zu tun. Ein gutes Beispiel sei die im Bau befindliche Bio-Gas-Anlage in Würselen. Diese könne in Zukunft 6000 Menschen mit „nachhaltiger, umweltfreundlicher und kostengünstiger Energie” versorgen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert