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Kulturforum: Viel Literatur, Konzerte und Bildungsreisen

Von: Karl Stüber
Letzte Aktualisierung:
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Szenen aus 30 Jahren Kulturforum Würselen: Konzerte wie die des Trios Con Abbandono gehörten zu den Veranstaltungsreihen. Foto: Wolfgang Sevenich
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Szenen aus 30 Jahren Kulturforum Würselen: Konzerte wie die der Borderland Jazzband gehörten zu den Veranstaltungsreihen. Foto: Wolfgang Sevenich

Würselen. Einmal mehr präsentiert das Kulturforum Würselen ein Konzert von besonderer Qualität und Exklusivität im Alten Rathaus. Am Sonntag treten dort Preisträgerinnen der Gesangsklasse von Prof. Claudia Kunz-Eisenlohr auf. Beginn ist um 17 Uhr (Eintritt nur Tageskasse).

Laura Lietzmann (Sopran), Bela Adamova (Mezzosopran) und Dami Kim (Sopran) sind Preisträgerinnen des Brigitte-Kempen-Wettbewerbs 2016 im Gesang an der Musikhochschule in Aachen. Dabei sind auch Wei Lee (Klavier) und Toni Ming (Geige).

„Wir sind besonders stolz darauf, dass die jungen Künstler ihren ersten öffentlichen Auftritt nach der Preisverleihung jeweils bei uns in Würselen haben“, sagt Günter Kölling, Vorsitzender des Kulturforums Würselen (KuFo). Mittlerweile ist dieses Forum, das derzeit rund 380 Mitglieder zählt, aus dem Kulturbetrieb der Stadt nicht mehr wegzudenken. Nun besteht diese Vereinigung von Kulturbeflissenen seit 30 Jahren.

Kölling, der lange Jahre mit seiner Frau im Zentrum der Stadt eine Buchhandlung führte und immer schon Kulturgenuss zu schätzen und zu fördern wusste, erinnert sich an die Gründerzeit. „Kulturell herrschte in Würselen Diaspora! 1987 war die Zeit einfach reif, dass eine Gruppe von kulturell Interessierten sich zusammensetzte und nach etlichen Diskussionen über das Wie und Warum das Kulturforum Würselen e.V. gründete“, sagt er im Gespräch mit unserer Zeitung.

So wurde zum Beispiel darüber debattiert, ob die Stadt oder anderen Institutionen bei der Initiative, mitmachen sollen oder nicht.

Unabhängige Initiative

Letztlich verdeutlicht das Selbstverständnis des Kulturforums der aktuelle Eintrag auf der Homepage: „Die Mitglieder bestimmen selbst und unabhängig durch das gewählte Kuratorium das Jahresprogramm. Das KuFo ist eine private Institution, die selbstständig und in eigener Entscheidung unabhängig das kulturelle Leben der Stadt Würselen zum Wohle der Bürger fördert.“

„Erster Vorsitzender des neuen Vereins wurde der heute 84-jährige, langjährige Kantor von St. Sebastian, Richard Klein“, ruft Kölling in Erinnerung. Klein habe mit Umsicht und großer Kenntnis für die Entwicklung der musikalischen Sparte des Vereins gesorgt.

Ihm folgte für viele Jahre Josef Ross, unter dessen Leitung der Verein schnell wuchs und im Jahre 2007 bereits rund 270 Mitglieder zählte, führt Kölling die Chronik fort. Ross besonderer Verdienst: Er führte die Kulturreisen in europäische Länder ein, die schnell zu einer festen Größe wurden. Ross wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Sorgfältig hat der Verein seine Veranstaltungen seit 1987 aufgelistet. Werden im Gründungsjahr „nur“ drei Konzerte mit der Gruppe „AHHA“, Preisträgern von „Jugend musiziert NRW“ und einem Kammermusik-Ensemble der VHS Würselen angeboten, ist das Kulturforum ein Jahr später inhaltlich schon breiter aufgestellt. Neben Konzerten wird eine Lesung mit Gabriele Wohmann organisiert.

Sie hat den Roman „Der Flötenton“ im Gepäck. Zudem führt eine Kulturreise nach Prag. „In den 90er Jahren erhielt das KuFo ein breiteres und stabileres Fundament“, sagt Kölling. Besuche großer Ausstellungen in führenden Museen Nordrhein-Westfalens, Belgiens und der Niederlande wurden ebenso Standard. „Die Kölner Philharmonie ist ein wenig zweite Heimat geworden.“

Ganz erheblich habe die literarische Arbeit zum Erfolg beigetragen, sagt Kölling, der auch im Ruhestand die Liebe zum guten Buch, zum Lesen bewahrt hat und pflegt. Und dies oft in Zusammenarbeit mit der Stadtbücherei und dort mit Angela Ortmanns-Dohrmann, wie er hervorhebt. Es gelang immer wieder, bedeutende Autoren nach Würselen zu holen wie zum Beispiel Walter Kempowski oder Uta Ranke-Heinemann. Kölling selbst rückte im Jahre 2007 zum Vorsitzenden auf.

„Vereine brauchen einen Motor, sonst läuft es nicht. Da muss Herzblut fließen.“ Aber Lesungen kosten Geld, immer mehr. Letztlich wurden die Autorenlesungen abgesetzt. Im Jubiläumsjahr jedoch hat das KuFo mit Bodo Kirchhoff nochmals dieses Format wiederbelebt. Dafür wurde das Angebot an literarischen Abenden ausgebaut.

„Damit konnten wir dauerhaft ein großes Publikum gewinnen.“ Das gelang dank „versierter Kenner“, die Texte und Gedichte großer Autoren aus allen Epochen vortragen. Der KuFo-Vorsitzende nennt neben Angela Ortsmanns-Dohrmann Christa Ross und das Ehepaar Dietrich und Gudrun Hoppe. Zusammengestellt und moderiert wird das Ganze von Kölling und begleitet von „besten Musikern aus der Region“.

Gerne würde Kölling noch mehr kulturinteressierte Menschen zum Mitmachen animieren und bei der Mitgliederzahl nachhaltig die Marke 400 knacken. „Für einen sehr kleinen Jahresbetrag gibt es ein sehr großes Angebot“, sagt er. Angesichts der Art der Veranstaltungen ist ihm aber durchaus bewusst, „dass das Idealalter ab 50 Jahre beträgt.“

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