Würselen - „Kulturfestival X“: „Woods of Birnam“ rocken in Würselen

„Kulturfestival X“: „Woods of Birnam“ rocken in Würselen

Von: Markus Bienwald
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Die „Woods of Birnam“ spielten sich mit ihrem gelungenem Mix aus immer auch melancholischen, aber erdigen und ehrlichen Traumsongs in die Herzen der zahlreichen Gäste im Alten Rathaus in Würselen. Foto: Markus Bienwald

Würselen. Beinahe hätten es die fünf Jungs von „Woods of Birnam“ nicht mehr rechtzeitig geschafft zu ihrem Auftritt beim „Kulturfestival X“ der Städteregion. Doch nach einer langen Tour mit vielen Staus aus dem Osten der Republik in den tiefsten Westen stand die Combo letztlich wie aus dem Ei gepellt bereit, um das ausverkaufte Alte Rathaus in Würselen zu rocken.

Und das gelang ab dem ersten Ton ganz vorzüglich.

Zumindest ab dem ersten Ton, den das Auditorium live von der Bühne offiziell hören durfte, denn aufgrund der späten Anreise war schon das Warmspielen sehr gut zu vernehmen gewesen. „Ihr ward im Gegensatz zu uns pünktlich und habt auf uns gewartet“, lobte Sänger Christian Friedel das Publikum, „das sind wir aus dem Osten gar nicht gewohnt“, frotzelte er. Das mit dem Osten war aber eine schnell vergessene Floskel, denn das Programm, das das Quintett in Würselen bot, entspannte sich in wirklich internationaler Opulenz.

Musik aus dem Bauch heraus

Wer es wollte, durfte sich an Suede erinnert fühlen, an Radiohead oder vielleicht auch an Keane oder die Editors. Wer aber genau hinhörte, der erkannte, dass es sich bei den Nummern bei weitem nicht nur um ein wohliges Wiederhören mit bekannt klingenden Stücken der schon als „Polarkreis 18“ ohne deren damaligen Sänger bekannt gewordenen Band handelte.

Ganz so wie ein guter Abend mit Freunden und solchen, die es noch werden wollen, entwickelten Sänger Friedel und die Band mit Philipp Makolies, Uwe Pasora, Ludwig Bauer und Christian Brochau ihre Musik aus dem Bauch heraus. Ein meist satter Bass, mal analog eingespielt, mal vom elektronischen Brett gesendet, trug die Songs, die sphärisch, kraftvoll und vielstimmig den Geschmack des Publikums trafen. Im Hintergrund schwang dabei immer auch die Tendenz zum Dunklen, zur Melancholie mit. Ganz so, als drehten sich „Woods of Birnam“ in einem Wald voller Träume, weg von der Mentalität der Realität hin zum imaginären Sein.

Dennoch schafften es erdige Töne, die bluesig getragen wurden, sich auch bei neuen Stücken wie gute Bekannte ins Ohr zu drehen und dort zu bleiben. Eigentlich gab es Sitzplätze, doch Sänger Friedel lud die Gäste schon nach Nummer drei zum Tanzen ein, auch wenn der Platz beengt war. Wer Häkchen auf der Liste der bekannten Songs machen wollte, kam beispielsweise mit „I’ll call Thee Hamlet“ oder „Closer“ nicht nur auf Titel vom ersten Album. Auch neue Songs durften ihren Test in Würselen bestehen, weit vor der anstehenden Veröffentlichung zum angekündigten neuen Album im Frühjahr 2017.

Dass die Fünf am Ende noch in Gedenken an die am Donnerstag gestorbene Pop-Ikone Prince den Hit „Purple Rain“ in einer Gänsehaut-Version ablieferten, setzte das Schaumkrönchen auf die wogende Welle der Begeisterung, aus der die Gäste ob des fulminanten Abends nur schwer herauszubekommen waren.

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