Kulturarchiv und Stiftung präsentieren neues Magazin

Von: ehg
Letzte Aktualisierung:
13552355.jpg
Stellten die neuen „Schlaglichter“ vor: (v.l.) Günter Breuer, Achim Großmann und Heinz-Josef Küppers. Foto: Wolfgang Sevenich

Würselen. Allen Grund stolz zu sein, hatten jetzt der Leiter des Kulturarchivs, Heinz-Josef Küppers, und der Vorsitzende der Kulturstiftung Würselen, Achim Großmann. Konnten sie doch innerhalb weniger Monate im Alten Rathaus das dritte Magazin „Schlaglichter“ präsentieren.

Es erzählt die Geschichte von Brauereien und Brennereien, die es in vergangener Zeit in den ehemaligen Gemeinden, Bardenberg, Broich, Weiden und Würselen gab. Dazu liefert das neue Magazin viele alte Bilder, Zeitungsausschnitte, Archivauszüge und eine kurze Darstellung des Brennvorgangs, verfasst von Wolfgang Cornely, Sohn des letzten Firmenbesitzers, und Heinz Maaßen, dem letzten Brennmeister.

Wie Großmann bei der Präsentation feststellen durfte, ist die Resonanz auf die neue Form der Information über das Geschehen in früheren Zeiten groß. Ein Indiz dafür sei, das das erste Heft „Zigarrenherstellung in Würselen“ bereits vergriffen ist, von der zweiten Ausgabe gebe es nur noch Restexemplare.

In Zukunft sollen ein bis zwei neue Magazine herausgebracht werden. So werde die Geschichte der Stadt lebendig bleiben und sicher viele Menschen für die Historie ihrer Heimat begeistert werden können. Die Herausgeber von „Schlaglichter“ sind die Kulturstiftung Würselen und das Kulturarchiv der Stadt.

Die redaktionelle Arbeit erledigte beim dritten, 24 Seiten umfassenden Heft die neu gegründete „Geschichtswerkstatt“. Ihr gehören Günter Breuer, Achim Großmann, Dr. Franz Kerff, Heinz-Josef Küppers, Norbert Lynen und Gerhard Welper an.

Breiten Raum nimmt in der vorliegenden Ausgabe die Geschichte der Brauerei und Brennerei Cornely ein. 1892 wurde die Germania-Brauerei auf dem Grundstück an der Aachener Straße von Nikolaus Cornely, der bei seinem Onkel Joseph Cornely in Aachen die Lehre absolviert hatte, gegründet. 1905 richtete er neben der Brauerei noch eine Brennerei ein.

Er konnte damals vom Staat Brennrechte für 98 Hektoliter erwerben. In einer Anzeige aus dem Jahre 1911 empfahl N. Cornely seinen „reinen Korn“ und „fuselfreien alten Weizenkorn“. 1916 wurde – aus der Not geboren – das Braurecht verkauft. Für die Karnevalisten der Stadt dürfte interessant sein, dass Cornel Cornely 1932 das Narrenzepter in der Stadt schwang.

Im September 1967 konnte bei Cornely das 75-jährige Bestehen gefeiert werden. Eingestellt wurde die Produktion im Jahre 1978. Durch den von Großmann und Küppers verfassten Artikel wird an die weit über die Grenzen Würselens bekannte Firma mit ihren mehr oder minder hochprozentigen Produkten erinnert. Josef Frantzen steuerte eine Werbedurchsage aus den Halbzeitpausen der Spiele der ruhmreichen Rhenania aus dem Jahre 1948 bei: „Cornelys Coc lässt euch hier sagen, bald gibt es was Gutes für den Magen.

Drum Schwarzbrenner stellt die Arbeit ein, sonst werdet ihr bald auf Albert-Steinweg sein“. Bei der Präsentation erwähnte Küppers noch, dass es bereits im 18. Jahrhundert in Würselen einen Bierbrauer gab. Er trug den bezeichnenden Namen Peter Mausbier. Auch über ihn gibt das Heft Auskunft.

Durch zwei Anzeigen aus „Echo der Gegenwart“ stieß Großmann in Bardenberg auf den 1855 verstorbenen früheren, von der Bezirksregierung abgesetzten Bardenberger Bürgermeister Mathias Schirbach, dessen Brau- und Brennerei versteigert wurde. In Broichweiden hat es eine Brauerei gegeben, die zunächst von dem Brauer Gabriel Hubert Schmitz betrieben wurde.

Sie war verbunden mit dem Gasthof „Zum Adler“ mit Veranda und Gartenlokal. Gesichert sei, so Großmann, dass auch bei „Delahaye“ in Vorweiden gebrannt wurde. Ein zweiter Artikel im Magazin Nr. 3 erläutert den Ortsnamen von der ersten Erwähnung „Wormsalt“ bis zur heutigen Form „Würselen“.

Wie Günter Breuer herausfand, ist nicht haltbar, dass es sich bei „Wormsalt“ um einen Königshof gehandelt habe,vielmehr um eine Wohnstätte im Bereich der Wurm. Neu aufgenommen ins Heft wurde eine Rubrik „Wussten Sie schön...?“, in der es überraschende Informationen gibt, so zum Kinobesuch im Jahre 1951, als im Durchschnitt pro Tag 400 Besucher verzeichnet wurden.

Woran die „Werkstatt“ derzeit unter anderem arbeitet, auch darüber informierten Küppers und Großmann. Eine neue Quelle habe sich – so Küppers – beim Herrenhaus „Kaisersruh“ aufgetan. Vor wenigen Wochen ist nämlich ein Buch auf dem englischen Markt erschienen, verfasst von Ingrid Dixon, der Enkelin des Chauffers des Herrn Nellessen. Sie erzählt die Geschichte ihrer Mutter, die einen englischen Soldaten in Liverpool“ geheiratet hatte.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert