Kulturabend: Bissige Satire, aufwiegelnde Trommeln und ein Appell

Von: mabie
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Aufmüpfig: Die Kabarettgruppe „Muita Merda“ schlüpfte in verschiedene Rollen und begeisterte so richtig. Foto: Markus Bienwald
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Aufmüpfig: Die Kabarettgruppe „Muita Merda“ schlüpfte in verschiedene Rollen und begeisterte so richtig. Rudi Zins (l.) und Manni Hammers waren überragende Moderatoren des Abends. Foto: Markus Bienwald

Herzogenrath. Was war denn 1990 so alles an der Tagesordnung? Der Liter Benzin kostete 1,14 Mark, Deutschland wurde Fußball-Weltmeister und zudem wurde wiedervereint. Für Rudi Zins und Manni Hammers gab es aber noch etwas, das sie beim Jubiläumsabend des Fördervereins Arbeit, Umwelt und Kultur in der Region Aachen an die Spitze stellten.

„Denn vor 25 Jahren wurde dieser Verein gegründet“, sagte Manni Hammers als ein Teil des spritzigen Moderatoren-Duos. Die beiden waren allerdings nur einer von zahlreichen Programmhöhepunkten bei der wie angekündigt kritischen und knallbunten Feier zu einem Vierteljahrhundert Förderverein in der Aula des Schulzentrums.

Rund 250 Gäste waren gekommen, darunter Wegbegleiter, Vertreter der Lokalpolitik und viele Gönner und Kenner des Vereins. Und natürlich Mitstreiter, die auf der Bühne standen und die Menschen verzauberten. Dazu zählte Bettina Lauber, die mit ihrer mit Agnes Bläser-Jansen und Ina Kramer vorbereiteten Performance dem Sterntaler große Konkurrenz machen.

Wie sich Bundespräsident Joachim Gauck wohl auf eine Rede vorbereitet, in der er ein wenig zu oft Freiheit und wirtschaftliche Interessen mischt und dann davon überzeugt ist, dass diese Rede die Menschen überzeugt, zeigte die Kabaretttruppe „Muita Merda“. Sie nahmen gleich noch die Snowden-Affäre aufs Korn, ließen ein Angela-Merkel-Double telefonieren und ihren Hunger nach Macht durchblicken. „Ich regiere Deutschland, Europa und die ganze Welt“, sagte die Muita-Merda-Merkel am Telefon zu ihrem Kanzlervater Helmut Kohl.

Auch ein Lied über die Folgen einer Katastrophe im belgischen Atomkraftwerk Tihange durfte nicht fehlen. Einen Jubelsturm ernteten die Damen von Kotaktu, der koreanischen Trommelgruppe von Sung Hie Kalinka. Sie eroberten mit Rhythmus im Sturm die Bühne und machten damit auch dem ebenfalls umjubelten „Aix Folk“ von Udo S. Punkt größte Konkurrenz.

Der Reiz des überaus gelungenen Abends lag in der Mischung der Angebote, denn damit spiegelte das Programm die Vielfalt im Förderverein bestens wider. Das war auch beim Buffet angesagt, das manche Besucher schon vor dem Veranstaltungsbeginn unter die Lupe nahmen und sich schmecken ließen. Da wirkten weitere Bühnenpunkte wie Blues und Soul von „Soultag“, Hejo Schenkelberg am Akkordeon und auch Hans Brandt mit seiner Musik am Flügel wie der Zuckerguss auf einem gelungenen Geburtstagskuchen.

Themen für eine breite Masse

Und wer konnte dieses Geschenk besser krönen als Rudi Zins? „Seit 25 Jahren kämpft dieser Verein ums Überleben“, sagte er, „dabei sind es ja Themen für eine breite Masse!“ Augenzwinkernd äußerte er die Hoffnung, dass die Masse sich endlich besinne, dass die Themen Arbeit und Umwelt wirklich wichtig sind – und mehr Anerkennung verdient haben.

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