Baesweiler - „Kultur nach Acht“: Frank Küster begeistert mit Biss

„Kultur nach Acht“: Frank Küster begeistert mit Biss

Von: mas
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Frank Küster (l.) und Fatih Cevikkollu: Sie garantierten einen spaßigen Abend, aber auch nachdenklich stimmende Momente im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Kultur nach Acht“ in Baesweiler. Foto: Sigi Malinowski

Baesweiler. Es war so gar nicht das übliche Programm des Frank Küster. Der Düsseldorfer Kabarettist ist immer für messerscharfe Kommentare – in eine humorige Hülle gepackt – bekannt. Aber seinen jüngsten Auftritt in der Alten Scheune Burg Baesweiler im Rahmen der Serie „Kultur nach Acht“ legte Frank Küster merklich nachdenklicher gestimmt an.

Seit 15 Jahren ist Küster auf der Bühne, in Baesweiler tritt er regelmäßig im Format „Kultur nach Acht“ auf. Auch diesmal tat er das vor ausverkauftem Hause. Anscheinbar hatte das Publikum einen guten Riecher, denn der Mann aus der Landeshauptstadt hatte einen Newcomer mit Udo Wolff als „Open Spot“ mitgebracht. Und einen Gast aus der Komiker-Bundesliga. Fatih Cevikkollu – Fernseh- und Bühnenstar – präsentierte sich sozusagen als Sahnehäubchen des April-Programms.

Doch zunächst nahm sich Frank Küster der Tagesaktualität an. Insbesondere Pegida und der Brandanschlag in Tröglitz standen bei ihm im Fokus. Unterteilt in Themen wie „rechter Mob“, Hasskriminalität, die Dresdener Pegida-Demos oder auch „die bekloppte Pegida aus NRW“, Radikalislamismus, Salafismus („direkt von der heimischen Spielkonsole in den Nordirak“) thematisierte Küster. Inklusive eines Rückblickes ins Jahr 1989. „Da gab es ein Land, in dem die Leute gar nichts hatten. Wir haben ihnen ihr Spielgeld abgenommen und es in die D-Mark (West) umgetauscht“.

Provokante Art

Küster springt in die USA, beleuchtet die Todesstrafe, nimmt sich des deutschen Schnellfeuergewehres der Marke Heckler & Koch vor und landet dann beim bestechlichsten Seppl der Welt, dem Blatter Sepp und der FIFA-WM 2022. Wer sich sorgt, die Weltmeisterschaft könnte angesichts des Dezembertermins in Schneeschauer und Regen versinken bekommt Küsterschen Trost.

„Bis 2022 sind 20 Grad Wärme im Dezember völlig normal“, geißelt er den fortschreitenden Klimawandel. Sollte es nicht so sein, ist der Papst noch da „und verlegt Weihnachten in den Sommer“. Zu Griechenland fällt Frank Küster ein, „deren nächster Schritt ist eine Volksabstimmung zum Anschluss an Russland“.

Newcomer und Open Spot Udo Wolff aus Hoengen (welches, lässt er offen) punktet als dreifacher Vater mit den Betrachtungen seiner Smartphone verliebten Töchter im Alter von 12, 14 und 16 Jahren.

Fatih Cevikkollu – er war 2013 mit seinem Programm erstmals in Baesweiler – räumt viele Sympathien ab.

Cevikkollu, der „Murat“ aus der Fernsehserie „Alles Atze“, kam bestens mit seiner provokanten Art an. Zum Beispiel auch mit der Frage an alle Deutschen: „Warum lassen wir uns das alles gefallen, was die Politiker so verbrechen, äh, versprechen?“ Die Erklärung folgt gleich mit: „Weil es dafür bei uns kein Formular gibt, um eine Revolution zu beantragen . . .“

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