Baesweiler - „Kultur nach 8“: Volker Weininger beleuchtet Bildungswahn

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„Kultur nach 8“: Volker Weininger beleuchtet Bildungswahn

Von: Yannik Friske
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Bierchen und Pointen: Mit Narrenkappe nahm Volker Weininger den Bildungswahn im Land aufs Korn. Foto: Yannik Friske

Baesweiler. Wenn Bund und Länder jahrelang dem PISA-Schock nur blinden Aktionismus entgegen setzen und die Geschwader der „Helikoptereltern“ als Guerilla-Einheiten im Kampf auf „Bildung oder Tod“ angreifen, ist Kabarettist Volker Weininger in seinem Element.

Mit rotem Lehrerbuch lässt er im Publikum den Angstschweiß aus Schulzeiten noch einmal aufkommen. So war es jetzt in der Burg Baesweiler der Fall, bei der „Kultur nach 8“.

Der sympathische Bonner Familienvater studierte einst selbst Deutsch auf Lehramt und bringt diese Erfahrungen nun seit September mit seinem Programm „Bildung Macht. Schule.“ auf die Bühne. Die Stadt Baesweiler durfte sich schon zum zweiten Mal über einen Besuch von ihm freuen.

„Unsere Kinder sind mit dem Schatz der Neugierde gesegnet, und das treibt der heutigen Generation Eltern die Sorgenfalten tief unter die Haut! Da werden Stützräder ans Kettcar montiert und das Babyfon sorgt schon im Säuglingsalter für lückenlose Totalüberwachung. Muckt der Nachwuchs dann doch noch einmal auf, greift der Schullehrplan ein – mit zulässigen Foltermethoden, wie dem textilen Gestaltungsunterricht!“

Furios und zum Brüllen komisch zeigte Weininger das Erziehungsleid heutiger Kinder auf und mahnte dazu, unsere Heranwachsenden auch Kinder sein zu lassen. Allerorts schallendes Gelächter und nickende Zustimmung fand seine humorvoll ausgearbeitete Kritik – beispielsweise am Bachelor-Modell: „schneller, jünger, besser“.

Marco Engels vom Kulturamt Baesweiler freute sich über ein ausverkauftes Haus, rundum zufriedene Gäste, und bestand selbstverständlich auf einem erneuten Besuch des Künstlers bei Erscheinen eines zweiten Teils. Man darf also gespannt sein, immerhin ließ Weininger durchblicken, dass er „noch über 250 Seiten Material in der Hinterhand“ habe. Grund genug also, den Spaß in eine zweite Runde gehen zu lassen.

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