„Kultur nach 8“-Reihe ist gleich zu Beginn ein Volltreffer

Von: Stefan Schaum
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Prächtig auch in der Dunkelheit: Im Juli 2010 wurde die Burg im Rahmen des städteregionalen „Burgenparcours‘“ illuminiert. Foto: Stefan Schaum
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Häufiger Bühnengast: Jürgen Beckers, mitunter assistiert von Bürgermeister Dr. Willi Linkens. Foto: Sigi Malinwoski
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Und in der Stadtbücherei unterm Burgdach freut sich Leiterin Elke Tetz darüber, die Bücher auf viel Platz präsentieren zu können. Foto: Sigi Malinwoski

Baesweiler. Dass die Burg Baesweiler streng genommen gar keine solche ist, sondern vielmehr eine Hofanlage? Geschenkt! Der Volksmund nennt sie schließlich so, vor der Türe wacht ein stolzer Löwe und im Inneren gibt es seit bald zehn Jahren ein ebenso feines wie umfangreiches Kulturangebot. Da dürfen die Baesweiler sie getrost mal kräftig feiern, ihre „Burg“.

So etwas wie diese Veranstaltungsstätte hatte es vor deren Umbau nicht gegeben in der Stadt. Die Aula des Gymnasiums war für viele Veranstaltungen zu groß, andere Säle waren zu klein. Dass sich aus dem alten Vierkanthof genau das richtige Mittelmaß – rein räumlich gesehen – formen ließ, rückte erstmals bereits Mitte der 1980er Jahre ins Blickfeld, als die umfangreiche Umgestaltung der Innenstadt anstand. „Es ging darum, aus der Burg eine Begegnungsstätte zu machen, einen gesellschaftlichen Treffpunkt“, erinnert sich der heutige Kulturamtsleiter Wolfgang Ohler an die Idee, die alte Hofanlage aufzumöbeln und ganz neu zu nutzen. Das ist gelungen, darf man behaupten.

„Die Scheune strahlt als Veranstaltungsort eine große Gemütlichkeit aus, das hat eine richtige Wohlfühlatmosphäre“, sagt Ohler. Der alte, rustikale Charme des Gebäudes, die erhaltene hölzerne Trägerkonstruktion des Dachs – die Burg punktet auch mit Optik. Bei Publikum und Künstlern gleichermaßen. Ohler: „Es gibt manche Künstler, die wir auch durch das Ambiente überzeugen können, bei uns aufzutreten.“ Und das womöglich zu günstigen Konditionen, wie er durchblicken lässt. Denn Kultur in einem solch intimen Rahmen muss am Ende auch bezahlbar sein.

Die Nachfrage? War riesig, gleich zu Beginn. Als die „Kultur nach 8“-Reihe seinerzeit mit dem Zugpferd Jürgen Beckers anrollte, standen die Menschen bei der Erstausgabe der Karten stundenlang Schlange vor der Burg, mancher brachte gar einen Campingstuhl mit. Ganz so groß ist der Andrang heute zwar nicht mehr, doch immer noch heißt es bei vielen Terminen und 230 Sitzplätzen: ausverkauft!

Das Programmangebot hat sich im Lauf der Zeit allerdings gewandelt. In den Anfangsjahren standen auch Klavierabende und Musicalangebote auf dem Plan, „doch es hat sich gezeigt, dass die Leute bei uns eher lachen wollen“, sagt Wolfgang Ohler. So gibt es mehr Kabarett und Comedy, doch an anderen Dingen wie dem Kommunalen Kino will man festhalten – selbst wenn die Besucherzahlen dabei nicht immer üppig sind. Doch auch das gehört zur Kultur, „es ist klar, dass das nicht immer zu 100 Prozent kostendeckend sein kann“, sagt Ohler.

Ein Gewinn war der Umbau auch für die Bibliothek. Fehlte in den alten Räumen in der Roskaul auf rund 200 Quadratmetern der Platz an allen Ecken und Enden, standen ihr nach dem Umzug in den linken Gebäudeteil mehr als 400 Quadratmeter zur Verfügung.

Man kann durchaus sagen, dass so mancher die Stadtbücherei am neuen Ort überhaupt erst entdeckt hat. „Da wurden viele neugierig. In der ersten Zeit ging es ganz steil nach oben“, erinnert sich Büchereileiterin Elke Tetz an den Anstieg der Besucherzahlen. Die Spitze ist zwar erreicht, wie es aussieht – „aber wir haben die Zahlen zumindest halten können“, sagt Tetz, „das schaffen viele andere Bibliotheken nicht“. 25.000 Besucher pro Jahr, gut 60.000 Ausleihen – das ist schon was. Damit es so bleibt, geht es gezielt an den Nachwuchs. So macht die „Leseohren“-Krabbelgruppe schon den Kleinsten Buchstaben & Co. schmackhaft, die passenden Räume, in denen Eltern mit ihren Kindern unter sich sind, finden sich in der Burg. „Wir profitieren sehr von dem Räumen“, sagt Elke Tetz.

Auch die literarischen Abende, die die Bücherei – teils als Open Air im Innenhof der Burg – veranstaltet, sind beliebt. „Hier ist richtig Leben drin“, freut sich die Leiterin der Bücherei. Selbst im digitalen Zeitalter kommen noch Jugendliche, die Literatur für Referate suchen, sitzen Menschen am Tisch und blättern in Zeitschriften.

Ein Ort der Begegnung sollte die Burg werden. Und das ist sie geworden. Im kommenden März seit bereits zehn Jahren.

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