Kuh riecht nach Kuh und Milch ist lecker: Aktionstag der Landwirte

Von: Stefan Schaum
Letzte Aktualisierung:
5654864.jpg
Ohne Technik geht nichts: Auch die Melkmaschine durften die Besucher sich anschauen. Foto: Stefan Schaum
5654076.jpg
Das kommt am Ende dabei raus: Milch gab es für die Kinder auch frisch im Glas.
5654856.jpg
Nur nicht zu nah kommen: Futter konnten die Kinder den Kühen durch das Gatter anreichen.

Würselen. Die 200 Milchkühe im Stall sind für Franz-Hubert Dohmen reine Routine. Das tägliche Milchgeschäft hat der Linden-Neusener Bauer schon seit vielen Jahren im Griff. Doch wenn zusätzlich gut 450 Kinder über das Gelände spazieren und in alle Räume schauen, ist das neu für den Mann.

Am Dienstag war das der Fall. Für die Städteregion Aachen wurde sein Hof anlässlich des „Tags der Milch“ stellvertretend zu einem Vorzeigeobjekt. Kindergartengruppen und Grundschulklassen aus der ganzen Region hatten sich angemeldet, um zumindest mal für ein paar Stunden Landluft zu schnuppern, die manches Stadtkind eher selten in der Nase hat. „Es ist zum Glück nicht so, dass die Kinder nur noch Bilder von lilafarbenen Werbe-Kühen in den Köpfen haben. Aber wie die Milch tatsächlich in die Tüte oder Flasche kommt, wissen auch längst nicht alle“, sagte Willi Koch, Vorsitzender des Arbeitskreises Öffentlichkeitsarbeit der Landwirte in der Städteregion. Schaden konnte es also nicht, für sie die Türen zu öffnen.

Eine gute Portion Neugier brachten alle Kinder mit auf den Hof. Entlang verschiedener Infopunkte ging es einmal über die Anlage. So konnten die Kinder sehen, welche Dinge im Futter für die Tiere stecken. Maissilage, Grassilage, Pressschnitzel aus Zuckerrüben, Stroh, Kraftfutter, Biertreber und mehr – das alles gemischt und bitte in ganz großen Portionen.

Gut 45 Kilo davon verdrückt ein Tier pro Tag. Kein Wunder, dass es dabei Durst bekommt. „Eine Kuh säuft am Tag zehn Eimer Wasser leer“, erklärte an einem der Infostände einer von gut 30 Ehrenamtlern, die die Besuchergruppen betreuten. Die Eimer hatte er daneben vorsorglich aufgebaut, damit die Kinder ein besseres Bild von der Menge bekamen. Klar, dass die Kleinen da staunten: So ‘ne Kuh braucht wirklich ganz schön viel.

Sie gibt aber beim Melken auch etwas zurück: um die drei Liter Milch. Wo das geschieht und mit welcher Technik, wie die Milch von dort in einen 12.000-Liter-Tank kommt und auf vier Grad Celsius runtergekühlt wird – all das konnten die Kinder sehen. Bloß den tierischen Lieferanten konnten sie nicht allzu nah kommen. Ein Gatter trennte die Kinder von den Kühen. „So ein Hof ist schließlich kein Streichelzoo“, sagte Willi Koch. „Wir wollen den Kindern zeigen, wie eine moderne Produktion funktioniert. Das hat nichts von dem Werbe-Idyll, bei dem ein Bauer frische Milch in einem Holzkrug eine Almwiese raufträgt.“ Trotz aller Technik und computergesteuerten Messanlagen – Kuh riecht immer noch nach Kuh und Pipi stinkt ganz ordentlich. An mancher Stelle im Stall hielten sich die Kinder gern mal die Nasen zu. Aber auch darum ging es: Verständnis wecken für vermeintliche Belästigungen. Koch: „Wenn mehr Menschen sehen würden, wie die Landwirtschaft funktioniert, würden sie auch eher ein Auge zudrücken, wenn es in der Nähe von Feldern nach Gülle riecht.“

So wird es den Kindern künftig wohl ergehen. „Ich fand es spannend, mal zu sehen, wo die Milch gemacht wird“, sagte Julian Weitz. Der Sechsjährige aus dem Kindergarten St. Jakobus in Alsdorf-Warden trinkt sie auch gern. Und er mag Schokolade, na klar. Dass Milch auch in Butter, Sahne, Quark und Co. steckt, mag für manchen der kleinen Besucher neu gewesen sein. Interessant war es allemal. Und zum Schluss gab es Kuchen für alle Kinder. Mit viel Milch im Teig, versteht sich.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert