Künstlerin Dorothea Kempen stellt im Nell-Breuning-Haus aus

Von: Markus Bienwald
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Tiefgründig: Zur Vernissage von Dorothea Kempen (l.) gab es eine fachliche Einführung des Künstlerkollegen Jochen Jung. Foto: Markus Bienwald

Herzogenrath. Eigentlich liefert schon der Ausstellungsort eine perfekte Vorlage für die Arbeiten der Herzogenrather Künstlerin Dorothea Kempen: Sie stellt seit der Vernissage Sonntagmorgen ihre Malereien im Nell-Breuning-Haus aus.

Dessen bewusst nicht konventionelle Architektur nutzte die aus Duisburg stammende Malerin, um ihre mit „Abschied und Neubeginn“ überschriebene Werkschau ideal zu inszenieren. „Jeder Mensch erfährt Abschied und Neubeginn wohl mehrfach im Laufe seines Lebens“, stellte sie am Rande der Eröffnung fest. Im Einklang mit dem Künstlerkollegen Jochen Jung, der die fachliche Einführung übernahm, genügte schon ein Blick, um festzustellen, dass hier immer wieder Hinsehen angesagt ist.

Ein Beispiel griff Dorothea Kempen dabei selbst heraus. Das Bild ihrer Eltern, die beide an Demenz erkrankt sind, nahm sie gerne von der Wand, um zu zeigen, dass sich auch in scheinbar unveränderlichen Beziehungen Wechsel und neue Wege ergeben können. Sich täglich neu darauf einzustellen, dass die eigenen Eltern vielleicht nicht mehr diejenigen sind, die sie einmal waren, dass sie anders geworden sind durch die Demenz – das ist eine Erfahrung, die sich bestens in den Ausstellungstitel einfügt.

Was kreuzt Deinen Weg?

Aktuelle Bezüge wie die Entwurzelung der von Krieg und Schrecken aus ihrem Land getriebenen Flüchtlinge greift sie ebenfalls auf, zeigt in stillen Bildern mit oft wenig Kontrast, aber umso mehr Tiefe, dass sich auch bei diesen Lebensgeschichten ein zweiter Blick lohnt. Einen weiteren zeitlich aktuellen Bezug liefert Kempen mit ihrem Zyklus „Ein Kreuzweg“, der am Beginn der Ausstellung zu sehen ist. „Was kreuzt Deinen Weg?“, fragt sie provokant und gestaltete einen etwas anderen Kreuzweg, der Lebens- und Leidenserlebnisse des Betrachters in den Mittelpunkt rückt. „Diese Frage beschäftigte mich schon seit langem“, sagt sie. Orientiert an den Stationen des biblischen Kreuzwegs Jesu, mündet hier der Abschied vom irdischen Leben in den Neubeginn ewigen Daseins. „Bewusst abstrakte Darstellungen fordern den Betrachter auf, sich mit seinen eigenen Lebenssituationen auseinanderzusetzen“, sagt Kempen.

Wer die Auseinandersetzung sucht und sich auf die mitreißende Malkunst Dorothea Kempens einlassen will, hat noch bis Sonntag, 3. April, Zeit dazu. Die Öffnungszeiten im Nell-Breuning-Haus, Wiesenstraße 17, sind montags bis freitags, 9 bis 20 Uhr, sowie samstags und sonntags, 10 und 14 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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