Künstler Viktor Stricker: Der Mensch steht für ihn im Mittelpunkt

Von: dag
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Viktor Stricker: Das Schwerpunktthema seiner künstlerischen Arbeit ist der Mensch. Nun stellt er in der Galerie der Stadthalle Alsdorf aus. Foto: Dagmar Meyer-Roeger

Alsdorf. Er arbeitet bevorzugt in Öl und Acryl. Sein Hauptthema ist der Mensch. Die Rede ist von Viktor Stricker, geboren im russischen Nowosibirsk, rund 4916 Kilometer Luftlinie entfernt von seinem heutigen Wohnort im Alsdorfer Stadtteil Hoengen. Etwa 25 seiner Werke zum Thema „Menschen“ stellt der Russlanddeutsche vom 31. März bis 21. April in der Galerie der Stadtbücherei aus.

Die Vernissage am Freitag, 31. März, beginnt um 19 Uhr. Gemeinsam mit Bürgermeister Alfred Sonders und dem Vorsitzenden des Kunstvereins, Franz-Josef Kochs, wird der 61-jährige freie Künstler die Ausstellung eröffnen. Einige Worte zu den Arbeiten und über den Künstler wird Kunsthistoriker Dr. Dirk Tölke sprechen.

Gegenständlich und abstrakt

Viktor Stricker hat in seinem Repertoire gegenständliche und abstrakte Arbeiten. Ein Schwerpunktthema ist der Mensch. Er hat Menschen als Zeitgenossen auf die Leinwand gebracht ebenso wie im historischen Kontext, denn, so der Künstler aus Leidenschaft, jede Generation sei nur ein Kapitel im großen historischen Kontext und weise auf die Vergänglichkeit der Zeit hin.

Manche Gestalten tauchen immer wieder mal in seinen Bildern auf, so dass auf einer Leinwand in der Tat Figuren aus Gemälden verschiedener Epochen und auch unterschiedlicher Kulturen zu sehen sind. So finden beispielsweise die „Supermarket Lady“ aus dem Ludwig Forum, ein Scheich, Napoleon und ein ägyptischer Pharao gemeinsam mit Bekannten von ihm und sogar er selbst auf einem Bild zusammen.

Viele seiner Figuren, sagt Viktor Stricker, hätten auch den Ursprung in einem Foto, das er „geschossen“ habe, unter anderem Passanten aus Brandenburg oder Frauen unter dem Eifelturm. Vornehmlich interessiere ihn das Verhalten der einzelnen Menschen gegenüber der Gesellschaft, verrät er.

Menschengruppen auf Bildern des Künstlers bestünden aus Einzelpersonen, „die teils von eigenen Farbräumen wie von einer Aura umgeben sind“, beschreibt Franz-Josef Kochs. „Oftmals besteht der Zusammenhalt der Dargestellten in dem Einnehmen einer gleichen oder ähnlichen Pose. So gibt es Bilder, in denen Menschen in die gleiche Richtung schreiten.“ Es gebe aber auch Werke, in denen „sich die Dargestellten jeder auf seine Weise und in seiner Haltung auf ein Ereignis oder auf eine andere Person konzentrieren“.

Das Gegenüber bleibe unsichtbar. Hier gebe der Künstler, führt der Kunstvereins-Vorsitzende aus, „die Aufgabe an den Betrachter weiter, sich das Gegenüber auszumalen“.

Mit 14 Jahren stand für Viktor Stricker fest, dass er Künstler werden möchte. Sein Talent im Malen und Zeichnen sei seiner Familie schon früh aufgefallen, verrät er, und sie habe dies gefördert, indem er außerhalb der Schule Kunstkurse unterschiedlichster Themenbereiche für talentierte Kinder und Jugendliche besuchen durfte.

Von 1970 bis 1974 studierte er dann an der Kunstakademie in Krasnojarsk, die er mit Diplom als bildender Künstler abschloss. Seit 1980 arbeitet er als freischaffender Künstler. 1994 kam er mit seiner Ehefrau Marina – sie ist Pianistin und Musiklehrerin – und den Kindern in den Westen, die Heimat seiner Vorfahren – zunächst nach Brandenburg, später dann nach Aachen und jetzt Alsdorf. In seinem Hoengener Atelier gibt er auch Malkurse, in denen seine Schüler lernen, kreative Ideen zu entfalten und sie auf einer Leinwand umzusetzen.

Viktor Strickers Bilder finden sich in Galerien und Museen in Europa und den USA. Er kann auf zahlreiche Ausstellungen in der Region, in Deutschland und Europa zurückblicken. Auch der Kontakt zu Russland ist nie abgebrochen. Dort finden sich ebenfalls Bilder von ihm in Galerien und Museen. Und er wird immer wieder auch zu Teilnahmen an Ausstellungen dort eingeladen.

In der Galerie der Stadthalle

Geöffnet ist die Ausstellung „Menschen“ von Viktor Stricker in der Galerie der Stadtbücherei in der Stadthalle bis zum 21. April dienstags und freitags von 10 bis 12 Uhr und 15 bis 18 Uhr, mittwochs von 13 bis 18 Uhr, donnerstags von 13 bis 19 Uhr sowie samstags von 10 bis 13 Uhr.

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