Alsdorf/Aldenhoven - Künstler öffnen Ateliers: So entstehen unsere Werke

Künstler öffnen Ateliers: So entstehen unsere Werke

Von: Rebecca Kiljan
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Vielfältig: Auf „Glasfusing“ setzt die Künstlerin Anne Blass (linkes Bild). Bei seinen Acryl-Gemälden benutzt Künstler Martin Otten gern auch einen Spachtel, um Strukturen zu schaffen. Foto: Rebecca Kiljan
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Vielfältig: Auf „Glasfusing“ setzt die Künstlerin Anne Blass (linkes Bild). Bei seinen Acryl-Gemälden benutzt Künstler Martin Otten gern auch einen Spachtel, um Strukturen zu schaffen. Foto: Rebecca Kiljan

Alsdorf/Aldenhoven. Wer schon immer wissen wollte, wie ein Künstler lebt oder sein Atelier aussieht, der konnte sich jüngst in den „Offenen Alsdorfer Atelier-Häusern“ ein Bild davon machen. Fünf Künstler und das Werkhaus des 2011 verstorbenen Ludwig Schaffrath öffneten dazu die Türen.

So empfing die Künstlerin Anne Blass Interessierte in ihren eigenen vier Wänden. Im ganzen Haus waren ihre Glas-Installationen zu bestaunen. Auch Material-Collagen und Licht-Objekte liegen ihr am Herzen, doch Glas ist ihr Lieblingsmaterial. „Ich mochte Glas schon immer. Eines Tages dachte ich, dass es mir nicht reicht, Glas nur als Fenster zu haben. Also experimentierte ich und entdeckte das ‚Glasfusing‘.“

Letzteres steht für das Zusammenschmelzen von mehreren Glasscheiben. Dabei kann Anne Blass ihrer Kreativität freien Lauf lassen und beispielsweise die Glasscheiben mit Farbe anmalen oder zwischen die Scheiben Metalldrähte, Pflanzen oder Sand einschließen. .

Auch das Ehepaar Angelika und Heinrich Keller empfing Kunstinteressierte in seinen vier Wänden, einem historischen Bauernhof in Aldenhoven. Angelika Keller arbeitet mit Ton. Sie hat sich autodidaktisch die künstlerische Gestaltung von Ton angeeignet und fand später Inspiration durch bekannte Keramikkünstler. Ihre Kreationen nennt sie einen mystischen Mix aus Mensch und Tier. Heinrich Keller hat sich für Metall entschieden, genauer: rostenden Stahl.

„Das Material vermittelt in seiner individuellen Farbgebung zwischen hellem Orange und tiefdunklem Braun stets eine gewisse Erdverbundenheit.“ Keller verwendet die Technik des handgeführten Brennschneidens und schafft aus teils 20 Zentimeter dickem Stahl detaillierte Figuren. Einen weiteren Einblick hinter die Kulissen bekamen Besucher im Atelier des Alsdorfer Künstlers Martin Otten.

Herzlich empfing er Interessierte und beantwortete Fragen. Otten begann bereits als Zwölfjähriger mit der Malerei und malt auch mit 63 Jahren noch gerne „Es ist eine Passion und es wird nie langweilig.“ Seine Bandbreite reicht von Pastellkreiden über Acryl-, Öl-, Offset- und Buchdruckfarben auf Leinwand bis zur Malerei auf Holz, Papier und Karton. Auch seine Arbeitstechnik ist vielseitig.

Mit Pastellkreide hat er in seiner Zeit bei der Bundeswehr begonnen, wie er schmunzelnd erzählt „Da wurde ich von meinen Kameraden immer gefragt, ob ich für deren Freundinnen zum Geburtstag Portraits zeichnen kann. Zu der Zeit musste ich wirklich viel portraitieren!“

Aufträge bearbeiten

Im Schaffrathhaus führte Ursula Schaffrath-Busch die Besucher durch eine Sonderausstellung ihres Vaters Ludwig Schaffrath. Seine Glasfenster waren und sind gefragt. Seine Tochter führt auch heute noch Aufträge aus, die ihr Vater vor seinem Tod angenommen hatte. „Dort, wo bereits seine Entwürfe vorhanden waren, werden die Aufträge auch zu Ende gebracht.“

Auch Schaffrath experimentierte gerne „Ob bei einem Druck mit Eierkarton, Seidenpapier, in Farbe getunkter Pappe, Kreide oder Buntstift – er probierte alles aus“, gewährte Ursula Schaffrath-Busch den Besuchern Einblicke in sein Schaffen. Von der künstlerischen Vielfalt konnten sich die Besucher im Atelier überzeugen. Neben hunderten Stiften und Glasmustern waren Gussformen und eine Tafelwand zu bestaunen, an der die Entwürfe in Originalgröße gezeichnet wurden.

Kompakter ging es bei Alfred Mevissen zu. Mit seinen Stein- und Marmorskulpturen schafft sich der Manager in der pharmazeutischen Industrie einen Ausgleich zum stressigen Alltag. Seit 2004 übt Mevissen die Bildhauerei aus und hat seitdem an die 30 Werke erschaffen. Inspiration findet er dabei durch die verschiedensten Aspekte, beispielsweise Minenarbeiter oder afrikanische Frauen.

Seine Leidenschaft für die Bildhauerei sei auch eine Art Dankbarkeit. „Steine haben mich gelehrt, mit Brüchen umzugehen und Verluste zu verarbeiten.“ Auch davon konnten sich die Besucher der „Offenen Alsdorfer Atelier-Häuser“ ein schönes Bild machen.

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