Alsdorf - Künstler Kochs lässt das „Zubbeldier“ los

Künstler Kochs lässt das „Zubbeldier“ los

Von: Stefan Schaum
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Fasziniert vom „Zubbeldier“: Der Alsdorfer Künstler Franz-Josef Kochs hat seine Pappfiguren im Buch „Zubbeldier Nächte“ verewigt. Foto: Stefan Schaum

Alsdorf. Vom „Zubbeldier“ hat man schon lange nichts mehr gehört. Richtig still geworden ist es um das haarige Biest. Nur in alten Alsdorfer Chroniken findet sich noch hier und da die Legende vom Zottelvieh, das spät nachts den Zechern auf den Rücken springt. Jetzt hat der Alsdorfer Künstler Franz-Josef Kochs das einerseits gruselige, andererseits liebenswerte Sagentier in einem Kinderbuch neu belebt.

Es dürfte das erste seiner Art sein. „Kinder von heute kennen diese ureigene Alsdorfer Figur gar nicht mehr“, sagt der Künstler, der als Märchenerzähler einige fast vergessene Geschichten auf Lager hat. Die vom „Zubbeldier“ liegt ihm besonders am Herzen. „Im Grunde ist das Tier dem Aachener Bahkauv oder dem Noppenberger Stüpphonk ähnlich“, sagt er. Doch die Alsdorfer Variante des tierischen „Aufhockers“ hat die moralische Komponente, die andere Artgenossen nicht haben. Kochs: „Das Tier soll die warnen, die über die Stränge schlagen.“ Das findet er typisch rheinisch: „Einerseits ist das fromm, andererseits jeck – eine schöne Kombination.“

Für sein Büchlein hat er eine besondere Darstellungsform gewählt. Alle Figuren hat er auf grobe Pappkartons gezeichnet und sie dann ausgeschnitten. Diese Motive hat er so fotografiert, dass man die Rillen im Karton noch erkennen kann, und sie dann am Computer vor einfarbige Hintergründe montiert. Das Ergebnis hat seinen ganz eigenen Reiz. „Ich habe versucht, es so aussehen zu lassen wie die Figuren in einem Schiebetheater, die mich als Kind fasziniert haben“, sagt er.

So kommt der Alsdorfer doch noch zu seinem Zubbeldier, könnte man sagen. Denn die 2006 begonnene Diskussion, ob das Vieh nicht auch als Blickfang für den Kreisverkehr bei Neuweiler tauge, endete mit einer klaren Niederlage für das „Zubbeldier“. „Ich hätte es richtig gern da oben gesehen“, sagt Kochs, der das Wesen keineswegs für einen Kinderschreck hält. „Das ist einfach ein schönes Stück Heimatgeschichte“, sagt er. Und er will gern dazu beitragen, dass die Alsdorfer ihre ganz eigene Sagenfigur nicht wieder in Vergessenheit geraten lassen.

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