„Künstler für Malabon”: Werke von Peter Wever auf Burg Rode

Von: Elisa Zander
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Kommunikation in mannigfaltige
Kommunikation in mannigfaltiger Form: Für die Malabon-Hilfe arbeiten (v.l.) Marianne Schmerz, Peter Wever, Reinhard Granz und Herbert Schmerz zusammen. Foto: Elisa Zander

Herzogenrath. Die zwei Figuren begegnen sich auf Augenhöhe, ihre Köpfe sind von einer Wolke umhüllt. Es ist nicht dieselbe Dichtigkeit, in der sie stecken, jede Figur befindet sich in ihrer eigenen Wolke, ihren eigenen Ideen, ihrer eigenen Welt. Doch beide stehen mit den Füßen auf demselben Boden.

„Träume für Malabon” heißt die Szenerie, eine Radierung des Berliner Künstlers Peter Wever, die er für die „Projektgruppe Malabon und Dritte Welt e.V.” entworfen hat. Er ist der 29. Künstler, der im Rahmen der Benefiz-Reihe „Künstler für Malabon” einen Teil seines Werks in den Dienst der Hilfe für Menschen in den Philippinen stellt. Peter Wevers Werke fokussieren den Kontakt, das Miteinander, das Annähern zweier Individuen.

Ob diese Thematik gut in die Zielsetzung der Projektgruppe Malabon passt, das hat sich Vorsitzender Herbert Schmerz im Vorfeld gefragt. Nach einem Besuch im Atelier von Peter Wever und einem Gespräch mit dem Künstler waren schnell alle Zweifel ausgeräumt. Denn kleine Gesten und Blicke sind in den Bildern präsent, Kommunikation in ihrer vielfältigen Weise: Umarmungen, Telefonate, Innigkeiten am Strand, zwei Figuren auf einer Bank, andere wiederum in ihr Laptop versunken.

Jedes einzelne Werk lässt Raum für Interpretation und vor allem den Bezug zur Projektgruppe. Für Herbert Schmerz ist es unter anderem das für die Ausstellung entworfene Bild „Träume für Malabon”, das ihn nachhaltig beeindruckt. „Wir haben unsere Köpfe nicht komplett in den Wolken, wir sind nicht die idealistischen Träumer, die die Realität nicht wahrnehmen. Hilfe zur Selbsthilfe, wie wir sie betreiben wollen, muss am Boden der Realität umgesetzt werden.” Damit nimmt er Bezug auf die verschiedenen Projekte, die der Verein teilweise vor nunmehr 24 Jahren initiiert hat und weiter vorantreibt.

Angefangen mit dem Basisgesundheitshaus, in dem bis heute jeden Sonntag eine kostenlose Sprechstunde angeboten wird, über ein Schulprojekt, durch das bislang 350 Schülerinnen und Schülern eine Berufsausbildung ermöglicht wurde, bis hin zu einem Straßenprojekt, aufgrund dessen den Kindern der Besuch der kostenpflichtigen Pre-School ermöglicht wird, die Voraussetzung für die kostenfreie Grundschule ist.

35000 US-Dollar werden jährlich für das ehrenamtliche Engagement der Projektgruppe Malabon benötigt. Einen großen Teil trägt der jährliche Sponsorenlauf bei, der von Pennälern des Herzogenrather Gymnasiums getragen wird und etwa 18 000 bis 25 000 Euro einbringt.

„Übergreifend denken”

Schulleiter Reinhard Granz betont, dass sich das Gymnasium die Hilfe für Malabon als soziales Projekt auf die Fahnen geschrieben habe. Im Bezug auf die Ausstellung sagte er: „Wir müssen übergreifend denken, helfen und dankbar sein, dass wir all das mit dem Angenehmen verbinden können, dass wir mit Kunst beschenkt werden.”

Die Projektgruppe, die am Verkauf der Bilder finanziell beteiligt wird, arbeitet für die Ausstellung eng mit dem Aachener Kunst- und Verlagshaus de Bernardi zusammen. Über 100 Werke sind derzeit in der Burg Rode zu sehen und stehen zum Verkauf.

Die „Projektgruppe Malabon” hat durch den Taifun „Nesat”, der Ende September auch über Mala-bon fegte, einmal mehr an Bedeutung gewonnen. „Unsere College-Schüler haben alles verloren, alle Schulmaterialien und den wenigen Hausrat ihrer Familien”, berichtet Herbert Schmerz. Einmal mehr ein Grund, durch den Kauf eines gelungenen Kunstwerks Kindern und jungen Erwachsenen unter die Arme zu greifen.

Öffnungszeiten und Spendenkonto

Die Ausstellung „Künstler für Malabon” mit Werken von Peter Wever ist bis 16. Oktober auf Burg Rode, Burgstraße, zu sehen. Die Öffnungszeiten: montags bis freitags, 17.30 bis 20 Uhr, samstags 15 bis 18 Uhr und sonntags 10 bis 18 Uhr.

Dringend nötige Spenden zur Unterstützung der Arbeit der „Projektgruppe Malabon und Dritte Welt e.V.” können auf das Konto 1701329011 bei der Raiffeisenbank e.G GK, Bankleitzahl 37069302 überwiesen werden.

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