Kubiz: Kann Alsdorf aufatmen?

Von: Verena Müller
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Es sieht gut aus für die Stadt Alsdorf: Die Chancen dafür, dass das Land die größten Posten der Sanierungskosten übernimmt, sind hoch. Foto: Verena Müller

Alsdorf. Die Chancen stehen gut, dass Alsdorf auf den rund fünf Millionen Euro, die die Sanierung des Langhauses voraussichtlich mehr kosten wird, nicht sitzen bleibt. Wie aus informierten Kreisen zu vernehmen war, kann die Stadt mit einer Übernahme der größten Posten durch das Land rechnen.

„Die Korken lassen wir aber erst knallen, wenn wir das schriftlich haben“, sagte Kathrin Koppe, Technische Geschäftsführerin der Grund- und Stadtentwicklungs GmbH und damit Bauherrin des Kultur- und Bildungszentrums (Kubiz), zu dem das Langhaus gehört.

Die Bezirksregierung Köln bestätigte, sie habe dem NRW-Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr eine Förderung vorgeschlagen und das Projekt im sogenannten Einplanungsgespräch vorgestellt. „Die Kommission für Regionalplanung und Strukturfragen des Regionalrates bei der Bezirksregierung Köln hat den Einplanungsvorschlag der BR einstimmig beschlossen“, so Pressesprecher Dirk Schneemann.

Das Ministerium bejahte dies. Aber: „Man muss vorhersehbare und unvorhersehbare Mängel unterscheiden“, sagte der stellvertretende Pressesprecher des Ministeriums, Maik Grimmeck. So ist eine Kostenübernahme für die Mängel an Fundamenten und Fassade wahrscheinlich, die für den Rost an der Dachkonstruktion dagegen nicht. Der Antrag sei noch nicht über den Schreibtisch des Ministers gegangen, betonte Grimmeck. Erst Ende Juni werde – bei positivem Beschluss – der Posten entsprechend ins Stadterneuerungsprogramm aufgenommen.

Der Hintergrund: Ein Teil des Großprojekts wird über die Städtebauförderung des Bundes und des Landes NRW „Soziale Stadt“ finanziert. Nämlich der Nicht-Schulische, der von der breiten Öffentlichkeit wie Sportvereinen oder der Musikschule mit Leben gefüllt werden soll: Turnhallen, Stadtteilmensa, Multifunktionshalle, Musik- und Werkräume. Für diese, die sich überwiegend im alten Industriebau befinden, erhält die Stadt zu 80 Prozent Fördermittel. Das sind in etwa 12,5 Millionen Euro.

Nun hatten Bohrungen in der Kraftzentrale des Langhauses ergeben, dass sich dort, wo früher Turbinen standen, keine tragfähigen Fundamente befinden. Außerdem wurde unter der Beschichtung der Dachstahlkonstruktion Rost gefunden, und auch die Sanierung der Außenfassade wird deutlich teurer: Der Mörtel hatte die falsche Zusammensetzung, und die Klinker waren nicht fachgerecht verfugt.

All das war bei der Übergabe vom Land an die Stadt Alsdorf nicht aufgefallen. Rückblick: Nach der Zechenschließung vor rund 25 Jahren hatte das Land die Industriebauten unter den Schirm von NRW Urban, ehemals LEG Stadtentwicklung, gestellt. Die Grund- und Stadtentwicklungs GmbH, eine 100-prozentige Tochter der Stadt Alsdorf, hatte die Immobilie dem Land NRW zum symbolischen Preis von einem Euro abgekauft und betreut nun im Auftrag der Stadt den gesamten Kubiz-Komplex bestehend aus Neubau und Langhaus. Die Tochtergesellschaft finanziert den Bau und erhält dazu von der Stadt, die die Gebäude später mietet, Eigenkapital. Als Projektpartner ist NRW Urban nach wie vor im Boot.

Wie hoch die Summe ist, die Alsdorf voraussichtlich selbst aufbringen muss, lässt sich noch nicht exakt sagen. Laut Berechnungen der GSG Stadtentwicklungs GmbH entfallen von den insgesamt 4,913 Millionen Euro Mehrkosten 762.000 Euro auf die Sanierung der Dachkonstruktion.

Zieht man diese also schon mal ab und berücksichtigt, dass die Stadt im Rahmen von „Soziale Stadt“ einen 20-prozentigen Eigenanteil zu leisten hat, blieben unter dem Strich 830.200 Euro. Bürgermeister Alfred Sonders wollte sich zu den Zahlen nicht äußern. Er denke aber weiter positiv.

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