Kerkrade/Übach-Palenberg - Kronkorkensammlung: Der Deckel bestimmt die Getränkebestellung

Kronkorkensammlung: Der Deckel bestimmt die Getränkebestellung

Von: bea
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Die Sammung wächst unermüdlich: Herbert Heinen freut sich über die bunten Darstellungen auf den gezackten Kapseln, die sein Arbeitszimmer zieren. Foto: Beatrix Oprée

Kerkrade/Übach-Palenberg. Es war ein weggeworfender bunter Kronkorken, der ihm bei einem Spaziergang ins Auge fiel. Und plötzlich war das Interesse geweckt an den oft hübsch gestalteten gezackten Flaschenverschlüssen. Herbert Heinen begann sie zu sammeln.

Eine kleine Leidenschaft ist daraus geworden, sagt der gebürtige Übach-Palenberger, der einst 15 Jahre als Soldat in Teveren stationiert war und nach dem Besuch der Verwaltungsschule zuletzt Leiter der Standortbekleidungskammer gewesen ist.

Doch auch das ist mittlerweile über zwei Jahrzehnte her. Das eigene Haus in der Türkei hat seither das Leben des Pensionärs und seiner Frau Ursula geprägt. Zur zweiten Heimat war die Türkei geworden, in der sie den größten Teil des Jahres verbrachten und von ihrer Terrasse aus den großartigen Blick über die Bucht von Alanya genossen.

Nur wenn es dort zu heiß wurde, im Juni, Juli und August, verlagerten die Heinens ihren Wohnsitz wieder in ihr gemütliches Häuschen in Kerkrade. „Es waren gute Jahre“, sagt Herbert Heinen. Doch dieses Kapitel ist nun vorbei, denn das Paar hat ihr Häuschen oberhalb der Traumbucht verkauft. Wie viele Deutsche. „Viele Läden und Restaurants sind mittlerweile geschlossen. Alle unsere Bekannten waren schon weggezogen“, sagt Heinen. „Wir waren noch mit die Letzten.“

Das Leben in der Türkei hat sich drastisch verändert, das bekommen auch die „Einwanderer“ zu spüren. Bei den Heinens obsiegte schließlich die Angst vor Anschlägen oder Unruhen. Dazu kommt, dass die Aufenthaltsgenehmigungen für Residenten seit 2016 nicht mehr für fünf, sondern nur noch für jeweils ein Jahr ausgestellt werden und überdies teuer geworden seien.

Nur 90 Tage darf man seither in Deutschland verbringen, damit die Genehmigung nicht hinfällig wird: „Da musste man schon sehr rechnen, wenn man etwa zu Geburtstagen nach Hause gefahren ist“, berichtet Heinen.

„Wenigstens haben wir unser Haus gut verkauft bekommen“, ergänzt er, der mit seiner Frau nach weit über 20 Jahren den Winter nun erstmals wieder in der Kerkrader Wohnsiedlung verbringt. Sorgfältig mit Heißkleber auf Bretter aufgebrachte Kronkorken aus aller Herren Länder zieren dort sein Arbeitszimmer. Verwandte und Bekannte unterstützen seine Sammelleidenschaft.

„Ich selbst trinke gar nicht so viel Bier“, sagt Heinen. Dafür studiert er in Restaurants stets die Karte nach alkoholfreien Kaltgetränken, die er noch nicht kennt. Um sie dann des Korkens wegen zu bestellen.

Und wie entfernt man einen Kronkorken von einer Flasche, ohne ihn zu verbiegen? „Dazu habe ich einen besonderen Flaschenöffner. Den habe ich einmal bei einer Brauerei erworben“, erklärt Heinen. „Der hebt den Korken an allen Seiten an. Natürlich muss man auch damit vorsichtig sein.“

Direkt bei der Brauerei – das wäre doch auch ein Tipp zum Erwerb der tollsten Flaschenverschlüsse? „Nein, nein“, winkt Heinen ab. „Zum einen sind die Korken dort in der Regel recht teuer. Zum anderen geht dabei doch der ganze Sammelspaß verloren.

Kaufen kann schließlich jeder, bekundet der 79-jährige, der im übrigen am selben Tag wie Ex-Königin Beatrix geboren wurde, was er auch seinen niederländischen Nachbarn und Bekannten gerne erzählt. Denn auch darauf ist er ein wenig stolz, fast genauso wie auf seine Sammlung.

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