Kronenbrot in Insolvenz: Hoffnung auf Erhalt der Arbeitsplätze

Von: Beatrix Oprée
Letzte Aktualisierung:
12156142.jpg
Ein Schriftzug, der hinreichend bekannt ist: Kronenbrot zählt zu den fünf größten Backwarenherstellern Deutschlands. Foto: Beatrix Oprée

Würselen. Es wird für viele ein Schlag sein, der tief sitzt – in Linden-Neusen, in Würselen, im gesamten Umfeld. Mit „Kronenbrot“ verbinden die Menschen nicht nur die Arbeitsplätze vor Ort, stolze 630 an der Zahl, sondern auch den Toast zum Frühstück und das typische, gelb-blau respektive grün-rot eingewickelte Vollkornbrot, das „Paderborner“, den Rosinenstuten.

Nur ein kleiner Auszug aus der mannigfaltigen Produktpalette, die die Backwarenregale nicht nur der heimischen Supermärkte dominieren.

Bestnoten der Branche gibt es regelmäßig. Und bislang auch 29 Bundesehrenpreis des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. „Kronenbrot setzt Maßstäbe in den Bereichen Qualität, Innovation, Geschmack und Genuss“, sagte Lothar Mainz, geschäftsführender Gesellschafter der KG, vor knapp fünf Jahren bei der Verleihung dieser Höchstauszeichnung in Berlin. Kronenbrot war auch das erste Unternehmen, das Bio-Brote im täglichen Frischdienst in den Handel brachte.

Zufrieden zeigt Lothar Mainz sich mit dem langjährigen Mitarbeiterbestand. Im Schnitt 18 Jahre seien diese in der Familienbäckerei tätig, verwies er beim offiziellen Firmenbesuch von Städteregionsrat Helmut Etschenberg Anfang 2015 sogar auf ein kurz bevorstehendes 50-jähriges Betriebszugehörigkeitsjubiläum. „Auf die jahrzehntelange Erfahrung unserer Mitarbeiter sind wir besonders stolz, sie ist unentbehrlich für eine Qualitätsbäckerei“, sagte Mainz seinerzeit. Seitens der Städteregion als „vorbildlich“ hervorgehoben wurde damals die hohe Quote behinderter Mitarbeiter (neun Prozent), wofür der Landschaftsverband Rheinland das Unternehmen schon vor zwölf Jahren mit dem Prädikat „behindertenfreundlicher Arbeitgeber“ ausgezeichnet hatte.

„Das Insolvenzplanverfahren ist nun schon eine sehr negative Nachricht“, sagt Etschenberg auf Nachfrage unserer Zeitung zur aktuellen Entwicklung des Traditionsunternehmens. „Die Hintergründe wird man jetzt wohl erfahren. Wichtig ist nun, eine möglichst hohe Zahl an Arbeitsplätzen zu erhalten.“ Kronenbrot habe einen guten Namen, „ich hoffe, dass dies und das Engagement der Mitarbeiter zum Erhalt des Unternehmens beitragen“, bietet der Städteregionsrat ebenso seine Unterstützung an wie der Würselener Bürgermeister Arno Nelles. Dass noch nicht an personelle Konsequenzen gedacht sei, wertet dieser als „ganz wichtiges Signal“. Und so möchte er als nächstes den direkten Kontakt zur Firmenleitung suchen, um zu eruieren, was seitens der Kommune unterstützend beigetragen werden kann. „Dazu müssen wir aber erst Näheres über die Probleme wissen.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert