Kritik der Bezirksregierung an der Bezeichnung „Verbundschule“

Von: Rolf Hohl
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Würselen. Namensfindungen haben so ihre Tücken. Wenn es um den künftigen Nachwuchs geht, ist das so, bei Straßennamen ebenfalls – und erst recht, wenn es um öffentliche Einrichtungen geht.

Seit knapp zwei Jahren sind die KGS Broichweiden und die GGS Linden-Neusen schon in einem Verbund zusammengefasst. Bis zur jüngsten Sitzung des Bildungsausschusses der Stadt Würselen trug dieser Zusammenschluss noch den provisorischen und etwas sperrigen Namen „Verbundschule KGS Broichweiden – GGS Linden-Neusen“.

Dieser jedoch rief die Bezirkregierung Köln auf den Plan. Sie bemängelte, dass die gewählte Bezeichnung „Verbundschule“ die Schulform nicht eindeutig wiedergebe, da diese sowohl im Förderschulsystem als auch für „Schulen im organisatorischen Zusammenschluss“ gebräuchlich sei. Der Name, so hieß es aus Köln, genüge damit nicht den Anforderungen, die das nordrhein-westfälische Schulgesetz an die Bezeichnung von Schulen stellt.

Ein neuer Name musste also her. Zur Debatte standen fortan die aus Sicht der Bezirksregierung „rechtlich unbedenklichen“ Bezeichnungen „Grundschulverbund Weiden-Linden in Würselen“ sowie „Grundschulverbund Würselen Broichweiden/Linden-Neusen“.

Weil letzterer kaum auszusprechen ist, ohne dabei in Atemnot zu geraten, hat sich die Schulkonferenz für den ersten Vorschlag ausgesprochen. Die Verwaltung hingegen bevorzugte weiterhin die zweite Bezeichnung, da diese „eher einem einheitlichen Namensstandard im Stadtgebiet“ folge.

Nachdem die Rektorin der beiden Schulen, Astrid Pagnia, im Ausschuss vorsprach, wurde das Vorhaben aufgegeben, diesen Namen gegen den Willen der Eltern und des Kollegiums durchzusetzen. Zur Freude der Rektorin und des allgemeinen mündlichen Sprachgebrauchs wurde der Beschluss gefasst, dass die beiden Schulen nun die Bezeichnung „Grundschulverbund Weiden-Linden in Würselen“ tragen mögen. Der Name leitet sich übrigens von den Baumarten ab, welche die Umgebung der jeweiligen Schule zieren.

Darüber hinaus gibt es am Standort Broichweiden offenbar noch ganz handfeste Probleme anzugehen. Rektorin Pagnia beklagte vor dem Ausschuss teils desolate Zustände bei der Gebäudesubstanz.

Insbesondere bei schlechtem Wetter dringe oft Feuchtigkeit in die oberen Etagen und der Raum für Musikunterricht habe mittlerweile bereits Schimmel angesetzt. „Das wird zeitnah angegangen“, versprach Ausschussvorsitzende Doris Harst (SPD). „Dass Kinder in gesundheitsschädlichen Räumen unterrichtet werden, ist nicht verantwortbar.“

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