Würselen - Krisentreffen: Einzelhandel mit Aktionsplan für verkaufsoffene Sonntage

Krisentreffen: Einzelhandel mit Aktionsplan für verkaufsoffene Sonntage

Von: Yannick Longerich
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Die Vertreter, unter anderem von Drucks, Zoo & Co. Aquatop, Muschenich und Lutz XXXL Pallen, arbeiten unter Hochdruck an Alternativen, um verkaufsoffene Sonntage in Würselen zu retten. Foto Yannick Longerich. Foto: Yannick Longerich.

Würselen. Unter dem Strich geht es um fünf Stunden Sonderöffnungszeit am 30. April. Auch die Gewerbetreibenden am Aachener Kreuz reiben sich immer noch verwundert die Augen darüber, dass die gerichtlich durchgesetzte Forderung der Gewerkschaft Ver.di eine Diskussion ausgelöst hat, die sich auf einen einzigen Frühlingsnachmittag bezieht.

Nachdem bereits der Werbering in Kohlscheid sich aufgrund der Gegebenheiten auf neue Pfade begeben hat und das Stadtfest in seiner traditionellen Form inklusive verkaufsoffenem Sonntag großflächig revolutionieren will, haben auch die Vertreter des Einzelhandels im Industriegebiet am Aachener Kreuz zum Krisentreffen geladen. „Wir sind Würselen“ – so lautet der kollektive Schulterschluss.

Thorsten Loeb von der Robert Ley Mode GmbH & Co. KG fand stellvertretend für seine Mitstreiter klare Worte für die akute Situation: „Aufgrund der hoch frequentierten Einzelhandelssituation am Kreuz ist ein verkaufsoffener Sonntag überlebenswichtig für uns, um langfristig konkurrenzfähig gegenüber dem Internet und dem Grenzgebiet in den Niederlanden und Belgien zu sein.“

Ver.di kann nach wie vor durch einen gerichtlichen Beschluss solche verkaufsoffenen Sonntage kurzfristig kippen. Entscheidend für eine Zustimmung durch die Gewerkschaft ist eine Veranstaltung (Stadtfest etc.), welche einen messbar höheren Besucherandrang hat als die parallele Öffnung des Einzelhandels anlockt. Hinzu kommt, dass die Genehmigung zur Ladenöffnung beschränkt ist auf das direkte Umfeld der jeweiligen Veranstaltung.

Ähnlich wie in Kohlscheid, wo die Einkaufsmöglichkeiten der Roermonderstraße aufgrund der Entfernung zum Ortskern von vornherein für eine Öffnung nicht in Frage kamen, droht auch dem Aachener Kreuz die Entfernung zum Stadtzentrum Würselen zum Verhängnis zu werden. „Volksfeste sind seit jeher mit einem Markt und somit mit dem Handel verbunden“, ist eines von vielen Argumenten aus den Reihen der Händler.

Die ursprünglichen Bedenken der Gewerkschaften in Bezug auf ein „Ausbeuten“ des Einzelhandels seien laut Loeb nicht begründet. Die Mitarbeiter sollen befragt werden, ein Präsentieren der Firma ist kein vom Vorstand beschlossenes Muss. Die Mehrheit der Mitarbeiter sei einem verkaufsoffenen Sonntag gegenüber sehr positiv gestimmt, so Loeb und seine Kollegen.

Die anwesenden Vertreter der Stadt Roger Nießen (Beigeordneter) und Katharina Schmitz (Ordnungsamt) gaben an, sich mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln für Würselen und seine Tradition einsetzen zu wollen. Jedoch seien ihnen aufgrund des gerichtlichen Urteils vielerorts die Hände gebunden. Die Vertreter, auch von Drucks, Zoo & Co. Aquatop, Muschenich und Lutz XXXL Pallen, waren sich einig, dass die Attraktivität von Volksfesten wie dem Würselener Stadtfest durch Einkaufsmöglichkeiten nur steigen könne und sich darüber hinaus bereits in der Vergangenheit als sehr familienfreundlich erwiesen haben.

Unter der Leitung von Manfred Wirtz, Vorsitzender der AG Handel, Handwerk, Gewerbe und Industrie Würselen e.V., werden sich die Vertreter in der kommenden Woche weitere Male treffen um einen Aktionsplan zu erarbeiten.

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