Kriminalitätsentwicklung: Nordkreis nur bedingt im Behördentrend

Von: Beatrix Oprée
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Nordkreis. Er bleibt das Sorgenkind der Polizei: der Kfz-Diebstahl. Die Zahl der Delikte ist in 2014 in der Kreispolizeibehörde Aachen um 220 auf 765 gestiegen, dabei waren 259 Versuche. Die Grenzlage begünstigt das Treiben international agierender Banden.

So sind besonders Aachen mit 457 Fällen sowie Herzogenrath (134 Fälle, vornehmlich Kohlscheid und Straß) sowie Würselen (56 Fälle) betroffen. Die Aufklärungsquote betrug magere 8,6 Prozent, 2013 waren es 13,7 Prozent. Armin von Ramsch, stellvertretender Leiter der Direktion Kriminalität, erläutert die Gründe: Es fehlen Ermittlungsansätze an den Tatorten, die Autos verschwinden in der Regel ohne Täterspuren, Zeugen gibt es selten. So bleibe nur, das „Pferd“ von hinten aufzuzäumen, falls Fahrzeuge gefunden werden oder Teile im Internet zum Verkauf auftauchen.

Ansonsten freut sich Polizeipräsident Dirk Weinspach über „überwiegend positive Ergebnisse“, die in vielen Fällen gute Entwicklungen stabilisieren, mitunter sogar einen Turnaround signalisieren. Straßenkriminalität, Wohnungseinbrüche und Raubdelikte sind allgemein zurückgegangen – ein Trend, der sich im Nordkreis aber nur teilweise widerspiegelt. So stieg die Zahl der Delikte in Alsdorf um 693 auf 4117 (+20,2 Prozent), es gab unter anderem 144 Wohnungseinbrüche (+29), die Straßenkriminalität kletterte auf 928 Fälle (+83) und die Gewaltkriminalität auf 154 (+31). Mit „sehr gut“ kennzeichnet der Behördenchef aber die Aufklärungsquote in Alsdorf von 55,52 Prozent.

Herzogenrath verzeichnet 354 Straftaten mehr als in 2013 (+9,9 Prozent), die Zahl der Wohnungseinbrüche stieg um 5 auf 135, 949 Fälle an Straßenkriminalität wurden begangen (+150), dafür sank die Gewaltkriminalität um 14 Delikte auf 97.

In Würselen gab es 2695 Straftaten (+102). Auf Wohnungseinbrüche entfielen 147 Taten (+21), auf Straßenkriminalität 751 (+56) und auf Gewaltkriminalität 88 (-6).

Nur in Baesweiler sank die Zahl der Straftaten allgemein um 2,7 Prozent von 1322 auf 1286 Fälle. Wohnungseinbrüche gingen um 20,6 Prozent zurück (von 68 auf 54 Fälle), die Straßenkriminalität sank minimal von 371 auf 370 Fälle. Die Gewaltkriminalität stieg jedoch von 41 auf 53 Fälle (+12).

Deutlich ist die Zunahme auf dem Betäubungsmittelsektor, ein Kontrolldelikt, wie Weinspach erläutert. Wo mehr Beamte eingesetzt werden, werden mehr Straftäter erwischt. In der Herzogenrath wuchsen die Rauschgiftdelikte von 282 auf 444. In Alsdorf wurden 141 Täter angezeigt (+60), in Baesweiler 43 (+7) und in Würselen 38 (+5).

Attacken auf Polizeibeamte

Tötungsdelikte hat es nur in Herzogenrath gegeben. Zwei Fälle wurden 2013 begangen, werden statistischen Vorgaben gemäß aber 2014 erfasst: Bei einen Festnahmeversuch nach einem Drogengeschäft im Februar 2013 fuhr der Beschuldigte mit einem Pkw direkt auf einen Polizeibeamten los. Im Oktober 2013 verletzte ein Beteiligter eines Drogengeschäfts einen anderen lebensgefährlich mit einem Messer. Im Mai 2014 wollten Beamte einen Pkw-Dieb in einem Parkhaus festnehmen, dieser rammte sich mit dem Wagen den Weg frei und beschädigte gleich mehrere Zivilfahrzeuge der Polizei. Alle drei Fälle gelten als versuchter Totschlag.

Einen vollendeten Totschlag gab es im August in Kohlscheid: Ein Mann schüttelte die 17 Monate alte Tochter seiner Lebensgefährtin so heftig, dass der Säugling später im Krankenhaus starb. Und im Oktober 2014 schoss ein Mann in Merkstein seiner Ex-Frau ins Bein, was als versuchter Mord in die Statistik einging.

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