Alsdorf - Kreative Mode abseits des Mainstreams

CHIO Freisteller

Kreative Mode abseits des Mainstreams

Von: Katharina Menne
Letzte Aktualisierung:
13987419.jpg
Die T-Shirts des neuen Modelabels „Eagleloria“ aus Alsdorf erinnern ein bisschen an die Entwürfe von Designer Ed Hardy. Sie sind mit Strasssteinen und Stickereien verziert. Thorsten Decker beschreibt den Stil selbst als „Urban Streetwear“ im Army-Style. Foto: Katharina Menne
13987435.jpg
Toben sich kreativ aus und hoffen mit ihren Entwürfen den Nerv der Zeit zu treffen: Tanja und Thorsten Decker. Foto: Katharina Menne

Alsdorf. Wer einen ausgefallenen Modegeschmack, aber nicht das Geld für teure Designerklamotten hat, wird bei den üblichen Kaufhausketten nur schwer fündig. So ging es auch Tanja und Thorsten Decker. „Wir sind sehr kreative Menschen mit einem Geschmack abseits des Mainstreams“, sagen die beiden Alsdorfer. Warum also nicht selbst aktiv werden und eine eigene Modelinie entwickeln?

Gesagt, getan. Die erste Kollektion, mit der die beiden jetzt unter dem Namen „Eagleloria“ durchstarten wollen, besteht aus 15 T-Shirts und zwei Sweatjacken im amerikanischen Army-Style. Zunächst sind die Modelle nur für Männer, „aber das heißt nicht, dass wir nicht auch eine Damenkollektion nachziehen“, versichern sie. Strasssteine, verspielte Details und Stickereien versprechen das gewisse Etwas.

„Wir haben natürlich persönliche Vorlieben verarbeitet“, sagt Thorsten Decker. Er habe es gerne etwas auffälliger und ziehe vor allem beim Discobesuch oft etwas an, dass ihn von der Masse abhebt. Für den gelernten Industriekaufmann geht mit der ersten eigenen Kollektion ein Traum in Erfüllung. „Die Idee, meine eigenen Shirts zu entwerfen, habe ich schon länger – jetzt setze ich sie endlich um.“

Ein modisches Statement

Das erste T-Shirt, das der 42-Jährige vor einigen Jahren entworfen hat, war im Design noch sehr zurückhaltend: schlicht und weiß mit einem kleinen Adler vorne auf der Brust und einem großen hinten auf dem Rücken. Mittlerweile sind die Entwürfe deutlich ausgefallener und mutiger. Ein richtiges modisches Statement. Da kämpfen zwei Adler in der Luft um einen Stern aus Strasssteinen, gekreuzte Piratensäbel zeugen von Abenteuerlust und eins der Shirts verspricht seinem Träger: „King for a day“ (König für einen Tag).

„Die Designideen kommen zwar grundsätzlich von uns beiden“, sagt Decker. Doch seine Frau ist Hobbykünstlerin, und so landet auch schon mal das ein oder andere ihrer Kunstwerke auf den Shirts. Besonders stolz ist sie auf das Motiv mit den kämpfenden Adlern. „Der Adler ist nicht nur namensgebend für unser Label, sondern auch ein beeindruckendes und majestätisches Tier“, sagt sie. Er ist für sie ein Symbol der Freiheit und Unabhängigkeit.

Auch, dass viele der T-Shirts blau oder türkis sind, kommt nicht von ungefähr. „Wir sind beide sehr gerne am Meer, deshalb lieben wir blau“, erklärt die 40-Jährige.

Dass der Weg zum Erfolg steinig und weit ist, davon können die beiden ein Lied singen. Schon seit mindestens drei Jahren tasten sie sich Schritt für Schritt weiter. Angefangen bei einer ansprechenden Produktpräsentation im Internet und einem Facebook-Auftritt bis hin zu einem Produzenten, der die Ware zuverlässig fertigt, muss an alles gedacht werden. Denn für einen gewinnbringenden Verkauf ihrer Entwürfe reicht keine Mund-zu-Mund-Propaganda.

Die Agentur, an die sich die beiden gewandt haben, um „Eagleloria“ bekannter zu machen, riet ihnen zu einem Pop-up-Store (s. Infobox). „Wir hoffen mit einer solchen Verkaufsstrategie darauf, eine erste positive Resonanz der Vorbeilaufenden zu erreichen und daraus die Motivation zu schöpfen, das Projekt voranzutreiben.“ Der Wunschstandort wäre Köln gewesen, doch das hätte etwas das Budget gesprengt. Schließlich muss das Ladenlokal auch an einer Straße mit Laufkundschaft liegen. Im Juni soll „Eagleloria“ für einen Monat seine Pforten in Aachen öffnen.

Waghalsig ist das ganze Vorhaben schon. Das Geld, das die Vorbereitungen bislang verschlungen haben, würde ausreichen für einen luxuriös ausgestatteten Mittelklassewagen. „Aber es kostet nicht nur Geld, sondern auch Nerven“, sagt Thorsten Decker. Man müsse an so viele Dinge denken, bevor man überhaupt ein einziges Shirt verkauft habe.

Für die Produktion hat Thorsten Decker durch Zufall im Internet einen Kontakt gefunden: ein Türke mit eigener Firma in Izmir, der vorher 20 Jahre in Deutschland gelebt hat. „Das war wirklich ein glücklicher Zufall“, sagt Decker. Vor zwei Wochen hat er ihn besucht und sich alles angeschaut – und für gut befunden. „Er hat mir bereitwillig alles gezeigt und mich herumgeführt“, erzählt er. „Seine türkische Gastfreundlichkeit in Verbindung mit seiner deutschen Mentalität haben überzeugt.“

Wenn Thorsten Decker eine neue Idee hat, kritzelt er sie sofort auf. Dann holt er sich die Meinung seiner Frau ein und feilt mit ihr an der Umsetzung. Das letzte Puzzleteil ist der türkische Partner. „Ich erkläre ihm, wie wir uns das vorstellen, und er weiß dann, was tatsächlich möglich ist“, sagt er.

Ein ganz besonderer Moment

So sei auch das Shirt mit der großen US-Flagge entstanden, das bei Facebook bislang die meisten Likes bekommen hat. Spät abends habe er noch eine Mail von seinem Produzenten bekommen mit dem Endentwurf. Das sei ein ganz besonderer Moment gewesen. „In dem Augenblick ging mir der Gedanke durch den Kopf: ‚Jetzt pass mal auf, liebe Welt, hier kommen wir!“, sagt er und lächelt zufrieden.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert