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Krankenhauses Bardenberg: Mangelnde Zuverlässigkeit

Von: -ks-
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Wohl in wenigen Jahren ein Foto für die Geschichtsbücher: Die Städteregion Aachen beabsichtigt, den Standort Bardenberg des Medizinischen Zentrums Würselen gänzlich aufzugeben und weitere Kliniken im noch weiter auszubauenden Standort Marienhöhe zu konzentrieren. Foto: Karl Stüber

Würselen. Bürgermeister Arno Nelles (SPD) macht keinen Hehl daraus, dass er enttäuscht, ja verärgert ist, dass das Medizinische Zentrum Würselen (MZ) seinen Standort Bardenberg schließen will. Auf Anfrage unserer Zeitung kommentierte Nelles diese mehrheitliche Entscheidung des Städteregionstages, der allerdings noch Aufsichtsrat bzw. Gesellschafter des MZ zustimmen müssen.

Die Städteregion Aachen will Miteigner Knappschaft Bahn-See in der Aufsichtsratssitzung am 29. März definitiv mit ins Boot holen.

„Beispielsweise bei der Diskussion um den Masterplan 2018 hatte Städteregionsrat Helmut Etschenberg noch öffentlich zugesagt, dass der Standort Bardenberg erhalten bleibt“, nimmt Nelles Bezug auf das von unserer Zeitung im November 2013 veranstaltete Forum mit dem Titel „Operation MZ“. Auch bei anderer Gelegenheit sei immer wieder beteuert worden, dass das alte Knappschaftskrankenhaus weiter medizinisch genutzt werden soll. „Dies jetzt ist kein gutes Signal für Zuverlässigkeit von politischen Entscheidungen.“

Zwar sei es nachvollziehbar, dass Beschlossenes auch immer wieder hinterfragt werden darf. Aber es sei zuletzt auch noch seitens des MZ-Geschäftsführers René A. Bostelaar deutlich gemacht worden, dass etwa die Lungenfachklinik am Standort Bardenberg sehr gut funktioniere.

Nelles bedauert, das nun auch die Urologie nach Marienhöhe umziehen soll, da doch mit Blick auf den Standort Bardenberg sich eine große urologische Praxis im Umfeld angesiedelt hatte – und weitere Ärzte. Zudem gehe nun auch die Notfallpraxis der Kassenärztlichen Vereinigung Bardenberg verloren. Der Würselener Stadtteil sei offenbar nur noch als Standort für die Ausbildung in der Krankenpflege vorgesehen. Hier ist aber laut Votum der Städteregion noch offen, ob man selbst die Schule mit 500 Ausbildungsplätzen errichtet oder von einem Investor anmieten wird.

Die Alternative für den Standort Bardenberg nach der Aufgabe der medizinischen Nutzung bestehe derzeit nur in „nebulösen Investitionen“. Statt Nägel mit Köpfen zu machen, werde viel über seniorengerechte Projekte spekuliert, zürnt Nelles. Das MZ bzw. die Städteregion konzentrierten sich offenbar vorrangig darauf, finanzielle Ressourcen für den Ausbau am Standort Marienhöhe zu schaffen. „Ich würde mich freuen, wenn endlich verlässliche Überlegungen an uns als Stadt Würselen herangetragen werden würden.“

Die Kommune wäre ja gerne bereit dazu, Infrastrukturmaßnahmen mitzutragen, wenn sie denn endlich wüsste, was in Bardenberg konkret geschehen soll. „Ich gehe nicht davon aus, dass derzeit und auf dieser Basis die Politik gewillt wäre, auf die Infrastrukturabgabe zu verzichten.“ Nelles sieht MZ-Geschäftsführer Bostelaar in der Pflicht, endlich für Klarheit am Standort Bardenberg zu sorgen.

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