Krankenhaus Bardenberg: Geschlossen für Erhalt eingetreten

Von: Rolf Hohl
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Für den Erhalt des Standorts Bardenberg: Rund 300 Bürger kamen zur Demonstration. Foto: Rolf Hohl
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Für den Erhalt des Standorts Bardenberg: Rund 300 Bürger kamen zur Demonstration. Foto: Rolf Hohl

Würselen. Nach dem Regen, so sagt man, ist die Luft wieder frisch. Am Donnerstagabend auf dem Dr.-Hans-Böckler-Platz in Würselen blieb sie aber dick. Mehr als 300 Bürger folgten dem Aufruf des SPD-Ortsverbands Bardenberg, für den Erhalt des „Knappschaftskrankenhauses“ zu kämpfen.

Dessen zwei verbleibende Kliniken Urologie und Lungenheilkunde sollen nach den Plänen der Städteregion zum Standort Marienhöhe verlegt werden, was eine Schließung des Krankenhauses Bardenberg zur Folge hätte.

Der Ärger der örtlichen Sozialdemokraten richtete sich vor allem gegen Städteregionsrat Helmut Etschenberg (CDU). Dessen Zusagen zum Erhalt des Standortes hätten „offenbar keine Halbwertszeit von drei Jahren“, sagte Martin Peters, Vorsitzender des SPD-Unterbezirks und Fraktionsvorsitzender im Städteregionstag. Auch Bürgermeister Arno Nelles zeigte sich frustriert und betonte, dass es bislang immer ein Bekenntnis zu beiden Standorten, Marienhöhe und Bardenberg, gegeben habe.

„Das Krankenhaus hat außerdem eine enorme wirtschaftliche Bedeutung und ist der größte Arbeitgeber in Würselen“, unterstrich Nelles. Auch wolle er nicht, dass die medizinische Versorgung in dem Bezirk irgendwelchen privaten Investoren überlassen werde. Jene medizinischen Bereiche des Krankenhauses, die wirtschaftlich geführt werden könnten, sollten auch weiterhin aufrecht erhalten werden, sagte er. Die Kundgebung am gestrigen Abend sah er als „deutliches Zeichen für die Gesellschafter und die politisch Verantwortlichen“.

Die SPD-Landtagsabgeordnete Eva-Maria Voigt-Küppers kritisierte indes den finanziellen Fokus in der Debatte um den Standort Bardenberg: „Es geht hier nicht nur um Wirtschaftlichkeit, sondern um die Bedürfnisse der Menschen.“ Das Krankenhaus sei längst zum Mittelpunkt des Ortes geworden, von dessen Existenz auch die umliegenden Geschäfte und die Gastronomie abhängen würden. „Wir müssen Quartiere wie diese lebendig erhalten.

Niemand kann mir erzählen, dass da eine Schließung des Krankenhauses wirtschaftlich sein soll“, sagte sie. Dadurch würden die Läden und Restaurants mit in den Ruin getrieben. Gegen die Schließung stellt sich auch Stefan Mix, Mitglied des Aufsichtsrats des MZ. Er werde einer Verlegung nicht zustimmen und hoffe, dass das Signal der Bevölkerung beim Städteregionstag Gehör finde. Nachdem sich auch die Knappschaft als Gesellschafterin gegen die Pläne der Städteregion gestellt hatte, dürfte eine einvernehmliche Lösung in weite Ferne gerückt sein.

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