Herzogenrath - Kraft eröffnet neues Cloud-Labor im Ericsson Eurolab

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Kraft eröffnet neues Cloud-Labor im Ericsson Eurolab

Von: Beatrix Oprée
Letzte Aktualisierung:
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Wolke enthüllt: Mit einem entschiedenen Zug an der Schnur eröffneten Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und Eurolab-Leiter Jan-Peter Meyer-Kahlen offiziell das Cloud-Lab an der Ericsson-Allee in Herzogenrath-Kohlscheid. Foto: Beatrix Oprée

Herzogenrath. Mit 2G, dem GSM-Standard in der Mobilfunktechnologie, hatte vor gut 24 Jahren alles angefangen, als das Ericsson Eurolab in Herzogenrath gegründet wurde. Mittlerweile ist 5G im Visier, und das Eurolab wittert mit der Einrichtung seines neuen Kompetenzzentrums, dem Cloud Lab, Chancen, um wieder ganz vorne mitmischen zu können.

Der Wettlauf um die Entwicklung des Internets der Dinge (Internet of things = IoT) ist um einen Mitstreiter reicher.

Und Betriebsratsvorsitzende Ute Bendicks lehnt sich vorerst zurück: Als „schönen Erfolg“ bewertet sie die Schaffung von 65 neuen Stellen für den anstehenden Entwicklungsprozess. Statt bis zu 150, wie noch im März befürchtet, werden im Zuge des konzernweit ausgerufenen Restrukturierungsprozesses bis zum Jahresende nun nur noch 85 Kollegen das Unternehmen verlassen. Die sich, zum Großteil mit individuellen Aufhebungsverträgen versehen, aufgrund ihrer Fähigkeiten beruflich vielfach bereits neu orientiert hätten, wie die Betriebsrätin betont.

Gelungene Transformation

Als gelungen bezeichnet auch Eurolab-Leiter Jan-Peter Meyer-Kahlen die Transformationsphase des Unternehmens an der Herzogenrather Ericsson-Allee im IKT-Umfeld (Informations- und Kommunikationstechnik).

Schier unendliche Möglichkeiten soll 5G eröffnen, weit über den Mobilfunk hinaus: Denn nicht mehr nur Menschen, sondern „intelligente“ Dinge gilt es miteinander kommunizieren zu lassen.

Beispiel Automobilindustrie: Warum selbst noch das Lenkrad in die Hand nehmen, wenn 5G aufgrund seiner Schnelligkeit und vor allem Datensicherheit das ferngesteuerte Auto ermöglicht? Innerhalb eines Bruchteils einer Sekunde muss die Technik dazu zentral angesteuert werden können, um die richtigen Reaktionen einzuleiten.

„Keine triviale Aufgabe“

Beispiel Energiesektor: „Im Zeichen der Energiewende haben wir einen ganz neuen Energiemix“, sagt Meyer-Kahlen. Und die einzelnen Komponenten – von Wind bis Sonne – gilt es nicht nur unter einen Hut zu bekommen, sondern vielmehr auch möglichst sinnvoll abzurufen. Meyer-Kahlen: „Es ist keine triviale Aufgabe, das alles so zu steuern, dass das Netz nicht zusammenbricht.“ Erst vor zwei Wochen noch habe ein EON-Vertreter beim Innovationstag im Hause die Vision einer CO2-freien Stadt vorgestellt. Man stelle sich die Waschmaschine vor, die zentral angesteuert wird, sobald beispielsweise ausreichend Windenergie zur Verfügung steht. Schließlich ist es irrelevant, wann die Maschine läuft, wenn ohnehin den ganzen Tag niemand zu Hause ist. Und die finanziellen und ökologischen Vorteile liegen auf der Hand.

Beispiel Elektromobilität: E-Autos, wie sie langsam aber sicher im Kommen sind, stellen einen „Riesenbatteriepark“ dar, wie der Eurolab-Chef vor Augen führt. Warum also diesen Speicher nicht nutzen, solange der Fahrer sich im Urlaub befindet?

Für alles das braucht es unglaublich schnelle Datenverbindungen und vor allem auch ausreichend Entwicklungs- und Demonstrationsmöglichkeiten.

Rund 40 Prozent des weltweiten Mobilfunkverkehrs und 50 Prozent des LTE-Datenverkehrs laufen derzeit über Netztechnik von Ericsson. In Europa ist das Unternehmen Treiber des ersten EU-geförderten Projekts zu 5G. Es gilt als erster Schritt zur Standardisierung der 5G-Technologie, die letztlich weltweite Interoperabilität im Blick hat. Im Zuge einer Öffentlich-Privaten Partnerschaft hat Ericsson erste 5G-Ziele für 2020 definiert. Forschungskooperationen bestehen mit verschiedenen großen Universitäten und Instituten weltweit.

470 Mitarbeiter

Rund 470 Mitarbeiter aus 45 Nationen werden ab Jahresende im Eurolab in Herzogenrath verbleiben, einem „strategisch bedeutenden Eckpfeiler in der internationalen Forschungs- und Entwicklungslandschaft von Ericsson“, wie es im Unternehmenssteckbrief heißt.

„An vorderster Front“

„Es gibt keine Planung, den Standort zu schließen“, tritt Jan-Peter Meyer-Kahlen denn auch Gerüchten entschieden entgegen, die dem Eurolab einen Zeitraum von allenfalls noch fünf Jahren prognostizieren. Der Eurolab-Chef betont: „Wir investieren sogar in neue Technologien und bleiben an der vordersten Front der Entwicklung!“ Auf einzelne Länder heruntergebrochene Summen werden grundsätzlich nicht genannt, verweist Eurolab-Sprecher Lars Bayer zudem auf die derzeitige „silent period“: Am Freitag erscheint der Quartalsbericht.

Europaweit, so schildert Bayer, stecke Ericsson 23 Milliarden Kronen (rund 2,3 Milliarden Euro) in Forschung und Entwicklung (F&E). Und 60 Prozent der weltweiten F&E würden denn auch in Europa getätigt.

So traf es sich, dass Ministerpräsidentin Hannelore Kraft auf ihrer Sommertour unter dem Motto „Digitaler Aufbruch NRW 4.0“ gleich auch das neue Cloud Lab eröffnen konnte. Die Belegschaft hatte sich eigens im Foyer versammelt, um dem freudigen Ereignis der Enthüllung einer symbolträchtigen Pappwolke beizuwohnen. „Der digitale Wandel eröffnet uns in Nordrhein-Westfalen die Chance auf Wirtschaftswachstum und neue Arbeitsplätze“, stellte sie in ihrer kurzen Ansprache fest. Das neue Cloud Lab im Forschungs- und Entwicklungszentrum Eurolab sei ein wichtiges Zeichen dafür:

Bekenntnis zu Herzogenrath

„Ich freue mich deshalb ganz besonders über das Bekenntnis von Ericsson zum Standort Herzogenrath“, betonte die Landesmutter, die sich zuvor mit großem Interesse die neuen technologischen Möglichkeiten hatte erläutern lassen.

Einen Einwand allerdings hatte sie dabei: „Und wie ist das mit der Datensicherheit? Bei Clouds habe ich da bisher so meine Zweifel.“ Die Fachleute im Herzogenrather Eurolab werden hart daran arbeiten, auch diese auszuräumen.

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