Kostümsitzung der KG „Au Ülle“: Ein Knaller jagt den nächsten

Von: ehg
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Seit vielen Jahren zählt sie mit zu den Höhepunkten des Sitzungskarneval in der Region: die große Kostümsitzung der Würselener Karnevalsgesellschaft „Au Ülle“. Mit dabei die Ülle-Aktiven mit ihrem Herrenballett. Foto: Wolfgang Sevenich

Würselen. Stimmung pur herrschte von der ersten bis zur letzten Minute im festlich dekorierten düvelstädtischen Gürzenich über vier Stunden lang vor, als dort die Kostümsitzung der KG „Au Ülle“ flott über die Bühne ging. Ein Knüller – Füller gab es nicht – jagte den anderen, so dass das bestens aufgelegte närrische Auditorium kaum Zeit zum Verschnaufen fand, was von ihm gerne in Kauf genommen wurde.

Mit von der Partie waren neben Bürgermeister Arno Nelles als Vorsitzender des Komitees Würselener Karneval unter anderem die Trägerin des „Närrischen Grenzlandschildes“ 2017, Sabine Verheyen, ihres Zeichens CDU-Abgeordnete des Europäischen Parlaments, die vor der Sitzung ihren Sessionsorden erhalten hatte, der Vizepräsident des Bundes Deutscher Karneval, Rolf Peter Hohn (Düren), und der Präsident des Verbands der Karnevalsvereine Aachener Grenzlandkreise, Reiner Spiertz.

Schöne tänzerische Einlage

Zu den zackigen Klängen des Bundestambourkorps „Alte Kameraden“ war der Aufmarsch der Gesellschaft eine Augenweide in Violett und Weiß, vor allem die liebreizende Kindergarde. Mit einem „Schalala“ stimmte der souverän seines Amtes waltende Präsident Achim Mallmann das närrische Auditorium auf Karneval ein. Und damit war auch schon das Eis gebrochen.

Auf die Suche nach den Indianern machte sich mit einer schönen tänzerischen Einlage die 14-köpfige Jugendgarde. Donnernder Applaus war der „Lohn“ für harte erfolgreiche Probenarbeit. Ihr Debüt gaben „Emmi + Willnowski“, ein Comedie-Duo aus Berlin, in der Düvelstadt. Klamauk, mit lockeren Sprüchen gepaart, wobei diese sich gegenseitig auf die Schippe nahmen, waren 30 Minuten lang angesagt. Er mündete ein in eine Udo-Jürgens-Parodie. Wobei das Zwerchfell stark strapaziert wurde. Einen rassigen Gardetanz legte die zwölfköpfige Damengarde auf die Bretter. Einfach Klasse! Was das Narrenvolk mit reichlich Beifall „belohnte“.

Ein triumphaler Empfang

Den Präsidenten und seinen Elferrat spannte der Vollblut-Entertainer Linus (Köln) in seine Show ein. A. Mallmann als John Travolta riss das Publikum von den Stühlen. Bei Linus‘ parodistischer Schlagerparade schlug das Stimmungsbarometer weit aus. Der Präsident zog seine Narrenkappe vor der tänzerischen Glanzleistung, die mit Charme, Fantasie und Akrobatik Mariechen Larissa (Kever) geboten hatte. Eltern und Großeltern durften mächtig stolz sein.

Der Teppich war ausgerollt für einen triumphalen Empfang Seiner Tollität, Prinz Gert I. (Kempf). Konfetti „regnete“ es, als er mit den Disney-Allstars und der Prinzengarde des 1. Würselener Karnevalsvereins den Saal und die Bühne für sich eroberte, angeführt vom Präsidenten des Komitees Würselener Karneval, Hans Sinken. „Es ist ein Traum, die Düvelstadt bis Aschermittwoch regieren zu dürfen“, bedankte sich der redegewandte Narrenherrscher für die vielen Sympathien, die ihm auch bei den „Au Ülle“ entgegen schlugen.

Mit seinem Hofstaat im Rücken rockte die Tollität den Saal. Die Post ging ab und der Bär tanzte, fürwahr! In ihrem Namen bedankte sich das Prinzengarde-Mariechen Romina (Krönchen) mit einem schmissigen Tanz für den überwältigenden Empfang. „Mer kumme mit alle Mann vorbei“ hieß es, als „De Bajasch“ lautstark ihre musikalische Show mit Laser-Untermalung abzog. „Brings“ und die „Höhner“ grüßten unter anderem aus der Domstadt. Und der Würselener Gürzenich bebte.

Das närrische Auditorium hatte keine andere Wahl, als stehend zu klatschen und zu schunkeln. Atemberaubend! Rasch erreichte die Stimmung einen weiteren Höhepunkt. Das Herrenballett der „Ülle“ hob nach dem „Paveier“-Motto „Buenos dias, Matthias, mer sin widder do“ ab Richtung Ballermann, nur Amore und Sonnenschein im Hinterkopf, eine urkomische Tanzeinlage. In seinen Märchenwald entführte „Et Rumpelstilzchen“ (Fritz Schops) das närrische Auditorium mit seiner geschliffenen Reimrede.

Mit spitzer Zunge nahm er das politische Geschehen unserer Tage aufs Korn und sprach damit den anwesenden närrischen Zeitgenossen aus dem Herzen. Ihr Fett weg bekam auch die „dummste Blondine der Welt“. Tosender Beifall nach jeder haarscharfen Analyse und am Ende Standing Ovations. Bisher wohl einmalig in einer „Ülle“-Sitzung! Mit ihrem Katzenshow-Tanz begeisterte die Damengarde. Nicht nur tänzerisch, sondern auch in ihrer Kostümierung war sie ein schöner Farbtupfer.

Noch einen drauf setzte die Prinzengarde Brander Stiere mit ihrem Bürgerprinzen Ralf IV. (Hamacher) und machten das Fass der Hochstimmung zu. In der musikalischen Begleitung war die Kapelle „Loss Jonn“ unter Robert Sommer stets auf der Höhe des Geschehens. Als Literat zog Vize Winfried Hahn souverän die Fäden hinter den Kulissen.

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