Herzogenrath/Alsdorf - Konzert zugunsten der Selfkantbahn

Konzert zugunsten der Selfkantbahn

Von: Birgit Küchen und Karl Stüber
Letzte Aktualisierung:
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Musik mit reichlich Zug: Mit dem Pianisten Axel Zwingenberger (Mitte) veranstalteten die Verantwortlichen der Selfkantbahn ein Benefizkonzert zum Erhalt des letzten LT 4. Foto: Birgit Küchen

Herzogenrath/Alsdorf. Was haben Eisenbahn und Boogie-Woogie gemeinsam? Den stampfenden und rollenden Grundrhythmus. Das gilt vor allem für die gute alte Dampflok-Zeit. Die ist zwar längst vorbei, aber es gibt Vereinigungen wie die Selfkantbahn, die kostbare Schätzchen aus dieser Zeit pflegen und den Fahrbetrieb auf Teilstrecken wiederbelebt haben.

Und es gibt eingefleischte Fans von alten Loks und anderem rollenden Material, wie den renommierten Boogie-Woogie-Pianisten Axel Zwingenberger. Der war nach der Wende in den neuen Bundesländern mit analogem Fotoapparat, umfangreichen Blitz-Systemen und Team auf Motivjagd unterwegs und fing wunderbare nächtliche Impressionen der dort noch eingesetzten Dampfloks ein.

Dabei gönnte er sich im Jahre 1992 vor dem Auslaufen des Steinkohlenbergbaus und dem Ende der Kokerei einen Abstecher nach Alsdorf, um dort die im Bereich der Kokerei die Rangierloks Anna 8 und Anna 12 im Einsatz abzulichten. Daraus wurde ein für Fans wunderbares Buch mit Namen „Vom Zauber der Züge“ – ergänzt mit einer Boogie-Woogie-CD nebst Notenheft und einem zweiten silbernen Tonträger, der den „Sound“ des Dampfeisenbahnbetriebs dokumentiert. „Damals gab es noch nicht entsprechend leistungsfähige Digitalkameras. Außerdem habe ich lieber ein Dia in der Hand als eine Datei“, sagte Zwingenberger.

Zwingenberger gab ein phänomenales Konzert im angenehmen Ambiente der Merksteiner Europaschule, um die Verantwortlichen der Selfkantbahn in ihrem Bemühen zu unterstützen, einen Borgward-Leichttriebwagen (LT 4) zu restaurieren (siehe Info).

Dunkler Anzug, zum Rhythmus tanzende schrill-bunte Schuhe (diesmal in Feuerrot), schwarzer „Prinz-Eisenherz“-Haarschnitt, flinke Finger und Spaß an der Musik - allesamt sein Markenzeichen – lebte der Pianist sehr zum Gefallen des Publikums aus. Denn Zwingenberger beließ es nicht bei der virtuosen Interpretation von Stücken wie „Honky Tonk Train Blues“, „Railday Nocturne“, „How Long Blues“, „Boogie Train Mystique“ oder „Thundertrain“, sondern moderierte augenzwinkernd und vergnüglich den eigenen Auftritt – m ersten Teil unterstützt durch eine Bildershow aus seinem Buch „Zauber der Züge“, arrangiert von seiner Ehefrau Eva. Im zweiten Teil zeigte er beeindruckend, dass Blues keinesfalls schwermütig daherkommt. Klar, dass er nicht ohne Zugaben von der Bühne kam. Außerdem kam gut an, dass er in der Pause und nach dem Konzert die persönliche Begegnung mit den Konzertbesuchern suchte.

Ein erfolgreicher Abend, das finden auch Organisator Detlef Boettcher und Vorstandsmitglied Bernd Fasel von der Selfkantbahn. Er resümiert mit Blick auf den Sinn und Zweck des Abends, die Finanzierung der Restaurierung des LT 4 mit Einnahmen und Spenden zu unterstützen: „Es ist das letzte existierende Fahrzeug dieser Art. Wir werden noch weitere Veranstaltungen durchführen, um Spenden zu sammeln und diese besondere Bahn zu erhalten.“

Bleibt die Hoffnung, dass der Boogie-Woogie-Pianist Axel Zwingenberger, ein echter Hamburger, erneut den Weg in die Region findet – und zwar ins Energeticon nach Alsdorf. Auf dem Annagelände war er ja bereits als Fotograf unterwegs. Da könnte er ja auch dort Boogie-Woogie und Blues spielen. Die Rangierlok Anna 8 wartet bereits auf ihre Restaurierung – und die freundliche Unterstützung des Eisenbahnfans, Fotografen und Pianisten Axel Zwingenberger. Genügend Fans dürfte es geben…

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