Konzert: Pfarrer Gattys feiert seinen 60. Geburtstag

Von: ehg
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Kirchenmusik vom Feinsten: Das Konzert mit den Blechbläserensemble „10 for Brass“ in St. Sebastian ist ein großes Erlebnis. Foto: Dagmar Meyer-Roeger
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Schenkt der Pfarrei anlässlich seines 60. Geburtstag ein Konzert: Pfarrer Rainer Gattys.

Würselen. War das ein wunderbares einmaliges musikalisches Geschenk, das Pfarrer Rainer Gattys anlässlich seines 60. Geburtstags der Pfarrei St. Sebastian, aber auch sich selbst im Würselener „Dom“ mit Unterstützung des Förderkreises Kirchenmusik machte!

Dazu „verpflichtet“ hatte er das junge, 2010 gegründete Blechbläser-Ensemble „10 for Brass“ mit Musikern aus ganz Deutschland, die dem Ruf, der ihnen angesichts der schon großen Erfolge vorauseilte, im hohen Maße gerecht wurden. Sie unternahmen in ihrem kammermusikalischen Konzert eine internationale Reise von der Frühzeit des Barock über die Romantik bis hin zur Moderne.

Dabei loteten sie die Klangfarbe ihrer Instrumente vom Crescendo bis zum Decrescendo technisch versiert aus. Kurzum: Es präsentierten sich große Meister ihres Faches, deren Konzert in die Annalen der vielseitigen Kirchenmusik an St. Sebastian eingehen dürfte. Das Geburtstagskind freute es, neben den jungen musikalischen Senkrechtstartern – mit einem von ihnen ist er befreundet – auch zahlreiche Gäste begrüßen zu können.

Mit der Fanfare pur précéder „La Péri“ des 1935 verstorbenen französischen Komponisten Paul Dukas, dessen Werke besonders in Rhythmik und Instrumentation glänzen, bereiteten „10 for Brass“ den Boden für das ausgefallene musikalische Ereignis.

Erstmalig hallte der an Akustik reiche Kirchenraum von den vollen triumphalen Klängen der Trompeten, Posaunen, Hörnern und der großartigen Tuba wider. Ein ausgewogener Kontrast dazu war der Choral „Denn Er hat Seinen Engeln befohlen“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy, einem der bedeutendsten deutschen Komponisten der Romantik, der nicht zuletzt als Dirigent neue Maßstäbe setzte. Mit „Cantabile“, einem Werk des französischen Komponisten eben dieser Zeitepoche brillierte der hiesige Organist Volkmar Michl in einem Intermezzo.

Enormes Klangvolumen

Mit immer neuen Facetten zelebrierten die Blechbläser ihre Tonkunst. Bekanntschaft machten dabei die Konzertbesucher mit der „sonata piano e forte“ von Giovanni Gabrieli, einem Komponisten am Übergang der Renaissance zum Barock. Ein italienisches Schmankerl, mit dem die renommierten Blechbläser ihre Vielseitigkeit in wechselnder Instrumentation unter Beweis stellten.

Die Trompeten meisterten die beim „Trumpet Voluntary“ des englischen Barockkomponisten Jeremiah Clarke an sie gestellten Anforderungen bravourös. Die „Bruckner-Etüde“, arrangiert von dem in Argentinien geborenen heutigen Soloposaunisten des Radiosymphonie-Orchesters Stuttgart, Enrique Crespo, stellte höchste Ansprüche an das „tiefe Blech“. Sie hatte es in sich!

Die Konzertbesucher waren hellauf begeistert und geizten nicht mit donnerndem Applaus. Erst recht nicht nach dem „Choral aus der 3. Sinfonie“ von Gustav Mahler, dargeboten von der Empore der Kirche aus mit Volkmar Michl an der Orgel, die den Part der Streicher in dieser grandiosen Komposition übernahm. Was für ein Klangvolumen erfüllte den sakralen Raum! Gänsehautgefühl machte sich bei Besuchern breit. Die Musiker überschlugen sich in ihrer Spielfreude.

Für Bassposaune und drei Tenorposaunen komponierte der 1971 in Paris verstorbene Henri Tomasi sein „exotisches“ Stück „Etre ou ne pas etre“ (Sein oder Nichtsein), aus dem Hamlet-Monologe von William Shakespeare. Zwar gewöhnungsbedürftig, aber doch hohe Schule der Musik. Die meisterliche Leistung der zehn experimentierfreudigen Blechbläser wurde vom Publikum reichlich honoriert.

Als Kontrapunkt intonierte Volkmar Michl auf der Orgel Cesar Francks „Piece heroique“ (Drei Choräle für Orgel). „Per Ottoni“, ein weiteres modernes Stück von dem 1988 in Murnau verstorbenen deutschen Lyriker und Komponis ten Hans Baumann, boten die vier Posaunen des Ensembles dar. Ein erneuter Glanzpunkt!

Melodisch wurde es bei „Londonderry Air“, der nordirischen Nationalhymne, das als Lied Danny Boy, ein Welterfolg wurde. Mit „Moonriver“ des bedeutenden amerikanischen Komponisten Henry Mancini und dem „Puttin´on the Ritz“, einem Welterfolg, von Irving Berlin setzte „10forBrass“ noch mehrere wunderschöne Schlussakkorde. Standing Ovations waren ob der großartigen Leistung genauso selbstverständlich wie die geforderte Zugabe.

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