„Konzert für Haiti” sorgt für Betroffenheit

Von: Karl Stüber
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„Bliev beij mich” zum Finale gespielt und gesungen: Franz Brandt (Piano) und Dieter Kaspari (Vokal/Gitarre), neben dem Verein Stadtmarketing Veranstalter des „Konzerts für Haiti”, setzten mit der Formation „Dieter Kasparis Blues mich jet” den Schlusspunkt einer gelungenen Veranstaltung. Rechts der souveräne Moderator Bernd Horbach. Foto: Dagmar Meyer

Alsdorf. Tiefe Betroffenheit und Anteilnahme auf der einen Seite, gute Unterhaltung und Spaß auf der anderen - den rund 300 Besuchern des „Konzerts für Haiti”, veranstaltet von den Alsdorfer Musikern Franz Brand und Dieter Kaspari sowie dem Verein Stadtmarketing, wurde in der Stadthalle in einem mehr als dreistündigen Programm einiges geboten - und emotional abverlangt.

Zwischen Musik, Tanz und Kabarett berichtete unser gerade aus Haiti zurückgekehrter und nach Alsdorf geeilter Redakteur Manfred Kutsch authentisch und ergreifend über die Auswirkungen des schweren Bebens - belegt mit einer Serie aussagekräftiger Fotos. „Niemand der neun Millionen Haitianer ist nicht von dem 37-Sekunden-Beben betroffen. Dabei ging es den Menschen dort schon vorher schlecht”, sagte Kutsch. Er kennt Haiti. Bereits vor drei Jahren berichtete er in der Serie „Alptraum Haiti” über das Land.

100.000 Gebäude sind nun total zerstört, rund 500.000 schwer beschädigt. Mit Dolmetscher James, einem gelernten Elektromeister, der zwei Jahre in Konstanz lebte, erkundete Kutsch vom Basislager des Kinderhilfswerks Unicef am Flughafen von Port-au-Prince aus das Umfeld.

230.000 Tote hat die Regierung bestätigt, es dürften aber an die 300.000 sein, wie er erklärte. Und die Überlebenden sind vom Schicksal geschlagen. Da ist zum Beispiel das kleine Mädchen Nana, das trotz eingestürzter Mauer gerettet werden konnte, aber Tante, Onkel und Cousin verlor. Oder der junge Oreste. Der Dreijährige erlitt schwere Kopfverletzungen und verlor einen Unterarm.

Und da gibt es die Zeltstadt von Unicef, in der Kinder wieder hochgepäppelt werden. Die Regenzeit wird noch im März mit schwerem Monsun über das Land kommen und die Notunterkünfte überschwemmen. Das bedeutet Seuchengefahr. So hat Unicef laut Kutsch bereits 3000 Latrinen aufgestellt und versorgt derzeit täglich rund 900.000 Menschen mit jeweils fünf Litern Trinkwasser. In sogenannten Child-Protection-Einrichtungen wird versucht, gerade Kindern Lachen und Unbefangenheit zurückzugeben - und wenn es nur für ein paar Stunden ist.

Es gibt noch so viel zu tun und zu finanzieren. „Die Partnerschaft zwischen Unicef und dem Zeitungsverlag Aachen funktioniert. Herzlichen Dank für die Initiatoren dieses Abends. Das Geld fließt direkt in die Hilfe für Haiti”, versicherte Kutsch, dem reichlich Beifall für seine Ausführungen zuteil wurde.
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