Kontroverse über Straßennamen: Kein Londoner Weg nach Brexit

Von: mas
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Baesweiler. Die Oidtweiler Christdemokraten hatten die Idee, den europäischen Gedanken auch durch das Benennen neuer Straßen zu fördern. Da liegt das riesengroße Neubaugebiet „Baesweiler Süd-West“ ganz nah.

Das Ansinnen, die Straßen im neuen Baugebiet nach europäischen Hauptstädten von EU-Mitgliedsstaaten zu bezeichnen, lag nun dem Stadtrat vor. Oidtweilers CDU-Vorsitzende Ina Heinrichs schrieb unter anderem an Bürgermeister Willi Linkens: „Viele Bürgerinnen und Bürger haben kein oder nur wenig Interesse an der Europäischen Union und ihrer Funktionsweise.“

Großbritannien ist ausgetreten, seit 2015 diskutiert Griechenland über den Austritt. Ina Heinrichs gibt zu bedenken: „Nach unserer Ansicht darf die Europäische Union nicht in Frage gestellt werden.“ Die Union sagt, es müsse wieder mehr Bewusstsein für die EU geschaffen werden. Das könne auch durch die Benennung neuer Straßen in Baesweiler erreicht werden. So soll beispielsweise eine Strecke parallel zur B 57 „Luxemburger Straße“ heißen. Weitere Vorschläge – von der Stadt erarbeitet – lauten: Brüsseler Straße, Amsterdamer Straße oder auch Kopenhagener Weg. Nicht berücksichtigt wurde Großbritannien.

Verwaltung und CDU sind sich einig, die Briten haben ihren Austritt erklärt, also wird es auch keinen Londoner Weg geben. Das hatte Bürgermeister Linkens zu Beginn der Beratungen auch kurz betont und vom CDU-Fraktionsvorsitzenden Mathias Puhl Unterstützung erhalten.

Die Nichtberücksichtigung der Briten stieß dem Bündnis-Grünen Harold Seelig auf. Er argumentierte, dass die Briten „zu den Pionieren eines geeinten Europas zählen“ und sich seinerzeit auch britische Soldaten für die Freiheit Deutschlands eingesetzt hätten. Die Grünen reichten einen eigenen Antrag ein, den geplanten Stockholmer Weg als „Abzweig“ des Merberener Weges in Londoner Weg umzuändern. Das Ansinnen wurde mehrheitlich abgelehnt. Es bleibt bei der Bezeichnung Stockholmer Weg.

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