Herzogenrath - Kontraste von Farbe und Licht betonen

Kontraste von Farbe und Licht betonen

Von: Yannick Longerich
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Der Maler Gottfried Tropartz aus Würselen präsentiert derzeit eine Auswahl seiner Werke im Nell-Breuning-Haus in Herzogenrath. Foto: Yannick Longerich

Herzogenrath. Mit der Inspiration steht und fällt alles. Der Würselener Maler Gottfried Tropartz kennt diesen Leitsatz gut. Vielleicht sogar noch ein wenig besser als mache Kollegen. Sein Hobby, gestaffelt in positive wie negative Episoden, begleitet ihn ein Leben. Im Nell-Breuning-Haus stellt Tropartz nun ein Potpourri seiner Schaffenszeit aus.

Begonnen hatte alles im Alter von 14 Jahren, als er für den Schuldirektor Kohlezeichnungen historischer Bauernhöfe in Broichweiden für ein Heimatbuch anfertigte. Diese ersten Exponate weckten in ihm den Mut, seine Kunstarbeit öffentlich zu machen. „Ich hatte trotz meines jungen Alters den Vorzug vor namhaften Kollegen erhalten. Dieses Vertrauen war das erste Schlüsselerlebnis“, erzählte Tropartz.

Einen inspirativen Kollaps erlitt er zu Studienzeiten, als er freiwillig Kunstvorlesungen besuchte. Mit dem Professor – ein Verehrer der abstrakten Malerei – kam er auf keinen grünen Zweig: „Nachdem meine Arbeiten immer wieder auf das schärfste kritisiert worden waren, kritzelte ich demotiviert auf meinem Papier ein sinnloses Etwas dahin. Das Ergebnis begeisterte den Professor, er war plötzlich zufrieden.“

Desillusioniert von den unterschiedlichen Auffassungen von Kunst legte Tropartz den Pinsel zur Seite. Erst 20 lange „Sabbatjahre“ später ergriff ihn erneut die Leidenschaft – ganz plötzlich und ganz unerwartet. „Es war eine Perspektive auf unseren blumenreichen Garten. Ich konnte nicht anders. Ich fing wieder an“, erinnerte er sich.

Als gelernter Bauzeichner und späterer Studienabsolvent im Ingenieursbau hat Tropartz zwar sein Hobby nie zum Beruf gemacht, jedoch eine Symbiose in seinem künstlerischen Alltag erschaffen. Das gelernte Handwerk lässt sich zweifelsohne in seinen Gemälden erkennen. Besonders das irreale Panorama auf den Barbarossa-Leuchter im Aachener Dom profitierte hiervon. Tropartz schafft eine Perspektive auf Leuchter und Deckenmalerei, wie sie in der Realität unmöglich ist. Mithilfe von Fotografien aus verschiedenen Positionen vereinte er dreierlei Sichtweisen in einer.

Einen gravierenden Widerspruch erkennt Tropartz in seiner Arbeit: „Mein Streben nach Perfektionismus führt selten zu einer Verbesserung. Zeitdruck aus den unterschiedlichsten Gründen gleicht diese Tendenz wieder aus und erschafft neue Aspekte.“ Einige „sich einschleichende“ Fehler – wie etwa ein falsche Anzahl von Fenstern an Gebäuden – schaffen zusätzliches Interesse.

In der Aquarellmalerei hat Tropartz seine Heimat gefunden. Mit Ölfarbe hatte er in jüngeren Jahren zu tun, Wiederkehr nicht ausgeschlossen. Zur Zeit befasst er sich auch mit Acrylfarbe, welche mit dem Zusatz von viel Wasser Aquarellen nahe kommt. Auf einen farblich ausgeschmückten Himmel verzichtet er weiterhin, es diene „der Kontrastvorhebung von Farbe und Licht“. Noch bis zum 31. August sind Tropartz Werke im Nell-Breuning-Haus, Wiesenstraße 7, zu sehen. Der Eintritt ist frei.

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